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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 91)

 
GALERIE JUNGE GENERATION: 
Zoran Stosic Vranjski 
In der Galerie Junge Generation 
(Blutgclsse 3; Öffnungszeiten neuerdings 
von 17 bis 21 Uhr art Wochentagen) 
war ein jüngerer lugoslawe zu Gast: 
Zoran Stosic Vranjski. Jahrgang 1936. 
ausgebildet in Belgrad als Maler, 
Graphiker und Teppichweber. Was er 
in Wien in konstruktivistisch-abstrakter 
Manier zeigte. verrät zwar noch keine 
völlig ausgeprägte Handschrift, hält 
jedoch im Hinblick auf Qualität und 
bildnerisches Bemühen manchen dies- 
bezüglichen Vergleichen mit Arbeiten 
anderer stand. 
Stosic Vranjski bringt scharfkantige 
Flächen in Verbindung mit leichten 
dynamischen Strichen, Strichgefügen 
und Bündelungen. Seine Schwarzweiß- 
blätter (durchwegs Monotypien) ver- 
raten sicheres Gefühl für Proportionen. 
kompositorische Effekte und Span- 
nungswerte. Hier liegt auch eindeutig 
die Stärke seiner Arbeiten, die vom 
Künstler jedoch nicht als stilistischer 
Endpunkt, sondern als Basis für eine 
profiliertere und durch entschiedenere 
bildnerische und geistige Notwendigkeit 
gekennzeichnete Weiterentwicklung an- 
gesehen werden sollten. 
GALERIE DER ERSTEN ÖSTERREICHI- 
SCHEN SPAR-CASSE: 
lnge Vavra und Angela Vargu 
Eine erfreuliche Niveauverbesserung 
kann man in jüngsterZeit den Ausstellun- 
gen der mäzenatisch geführten Galerie 
der Ersten österreichischen Spar-Casse. 
Wien I, Ecke SchottenringlNeulorgasse. 
bescheinigen was manchen Umfaller 
früherer Jahre wettmacht. Zum Jahres- 
wechsel debütierte in dieser Galerie 
die junge Wienerin lrtge Vavra, eine 
Absolventin der hiesigen Akademie der 
bildenden Künrte. Während es den 
Aquarellen lnge Vavras gelegentlich 
noch an Zusammenhalt und mal- 
technischem Können mangelt, besitzen 
ihre Zeichnungen, vor allem jedoch 
die rhythmisch gegliederten Land- 
schaftsradierungen bereits Merkmale 
einer profilierten Handschrift. Die ver- 
stehende Art und Weise. in der die 
junge Künstlerin das Landschattser- 
lebnis. die erregenden Formationen der 
Natur ins Graphische transportiert. 
ins Routine- 
lduft nirgends Gefahr, 
BILDTEXTE 9 46 
9 Direktor Dr. Tiieinris VON der Wiener 
Waffensornmlung bei der Besichtigung 
des Relter- und Roßhürnjscttes des 
Salzburger Fürsterzbischofes Wolf Diet- 
rich vOn Raitenau (1587 -1s11 reg.) 
driianiien der Einweihung des Deutschen 
Jclgdmuseums 
10-12 Bilder der neugeichüfferten "Werk- 
statt Breitenbrunn". die 19e7 dis ein 
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mäßige und Gefällige abzugleiten, Ihre 
Zyklen ,.Aus der Umgebung von Wien" 
und "Pacific l-lV" weisen sie als tech- 
nisch versierte Radiererin aus. die 
gleichermaßen Sinn für subtile graphi- 
sche Werte wie das kompositorische 
Ganze besitzt, worin sie stilbildnertschas 
Wollen und entsprechendes Können 
bekundet. 
Angela Varga, die in derselben Galerie , 
bis Mitte Februar "Bilder". Mono- 
typien und Malereien auf Holz zeigte. 
stellte in Wien zuletzt im Jahre 1965 
aus. Gegenüber ihrer damaligen Kol- 
lektive im Österreichischen Museum 
für angewandte Kunst, auf die Expo- 
sitionen in London und Budapest 
folgten, wirkte ihre Ausstellung in der 
Spar-Casse um vieles geschlossener. 
Angela Varga hatte sich bewußt auf 
Bilder beschränkt und ihre ange- 
wandten Arbeiten. ihren Schmuck und 
ihre Keramik (die deswegen keines- 
falls schlechter sindl), diesmal weg- 
gelassen. Der dadurch erreichten äuße- 
ren und technischen Einheitlichkeit 
entsprach auch die stilistische Gerichtet- 
heit. der klare Aufbau ihrer block- 
haften. im Prinzip an Wotrubas Pla- 
stiken erinnernden Figurenthemen, die 
in dieser Ausstellung dominierten. Die 
oftmals überarbeiteten Monotypien der 
Künstlerin lassen das kompositorische 
Können Angela Vargas ntcht nur in 
ihrer formalen Geordnelheit erkr; tnen. 
sondern auch in der Feinheit und Wärme 
des Kolarits sowie den zarten Material- 
reizen und Strukturen. die dieser 
Technik eigen sind. Der selbst im 
kleinen Format anzutreffende Zug zu 
einer gewissen Monumentalitöt findet 
sich noch ausgeprägter in den mittel- 
großen Malereien, vor allem jedoch in 
einem sehr ausgewogenen. gleichsam 
am Rande mttausgestellten Bronze- 
relief. dessen Herbheit und statuarische 
Strenge diese Arbeit in besonderer 
Weise auszeichnet. Die schöpferische 
Erneuerung, die die jüngsten Arbeiten 
Angela Vargas erkennen lassen, ein 
immer zielstrebigeres formales Sich- 
beschränken. das auf eine stets klarer 
werdende Grenzziehung zu ihren an- 
gewandten Werken hinausläuft. geben 
Anlaß, in die weitere Entwicklung der 
sehr produktiven und ernsthaft an sich 
arbeitenden Künstlerin Hoffnungen zu 
setzen (Abb. 7). 
Peter Baum 
ERSTE NACHKRIEGSTAGUNG DER 
GESELLSCHAFT FÜR HISTORISCHE 
WAFFEN- UND KOSTÜMKUNDE - 
ZUR WIEDEREROFFNUNG DES 
DEUTSCHEN JAGDMUSEUMS 
Im November des vdridnres fand in Munchen 
die Einweihung des deutschen Jagdrriuseurns 
und die erste Nachkriegstagung der Gesell- 
selidit für titstdriseiie wetten. und Koslum- 
kunde stdti. unter den Vortragenden befand 
strti duen Dr. Bruno rtibrnds. der Direktor 
der wdttensdrnnitund das Kunslhlstorischen 
Museums in wien. unsere Abbildung letgl 
Direktor Dr. Ttidrnds bei der Besichtigung 
des Reiter- und Raßharnisches des Salzburger 
Fürsterzblschofs wdit Dietrirti von Rditendu, 
der VOh 1587 bis 1611 regierte (Abb. s) 
Forum und ßfivüler ort der Begegnung 
tur neutibe Kunst und Kultur eroffnet 
werden wird 
13 Metei-ei von cnrisiine Minntgerade 
14 MniCFCl vdn Frtcdrich Panzer 
15 Malerei Vnrl Josef aduer 
16 Malerei von Peter ivteitri (Abb. 13 te 
dus der kürzlich in wien stattgefun- 
denen Ateiiersetidu junger obcroster- 
relchischer und steirischer Maler. 
Graphiker und Bildhauer) 
„WERKSTATT BREITENBRUNN" 
Seit Frühjahr 1966 haben Elfe Maria 
und Wil Frenken ihre Wohn- und 
Arbeitsräume von St. Margarethen 
nach Breitenbrunn am Neusiedler See 
verlegt und konnten dafür cin in Turm- 
nähe gelegenes. denkrncilgeschützles 
altes Bürger- und Bauernhaus adap- 
tieren. Sie beabsichtigen dieses zu 
Phngsten 1967 mit einer Ausstellung 
neuer eigener Arbeiten sowie einer 
ersten Mappenpublikation (Graphik und 
..Text") als .,Werkstatt Breitenbrunn" 
_ zu eröffnen. 
 
Es wurde daran gedacht. mit dieser 
Werkstatt im Burgenland ein Forum zu 
schaffen, das als 
Begegnung. Erkundung und Informa- 
tion für heutige Kunst und Kultur 
dienen soll. 
Für die "Werkstatt Breitenbrunn" ge- 
plant ist die Durchführung und Be- 
lebung verschiedener Möglichkeiten: 
privater Ort der I 
1. Handdruckauilagen (Mappen) und 
. vervielfältigte Objekte ' 
2. Ständige burgenländische Kunst- 
dokumentation mit wechselnden Leih- 
gaben der im Burgenland lebenden 
und wirkenden Künstler. 
S. lührlich ein bis zwei Ausstellungen. 
4. Arbeitsmeetings über heutige künstle- ' 
rische und literarische Probleme ver- 
bunden mit einer Realisierung von Er- 
gebnissen in Form von Vorführungen 
und Objekten (für den Sommer 1967 
bereitet Hermann Hendrich ein erstes 
Meeting mit dem Thema „Bühne und 
Autor heute" vor). 
5. Ständige Möglichkeit zur Diskussion, 
Information und Kritik. 
Mit dieser Privatinitiative hofft man. 
alle künstlerisch und kulturell Interes- 
sierten anzusprechen. denen bis jetzt 
irn Burgenland ein unkonventionell zu- 
gänglicher Ort dieser Art fehlte, und 
dall also die .,Werkstatt Breitenbrunn" 
unter den kulturellen Anziehungspunk- 
ten des Burgenlandes auch einen festen 
Platz einnehmen wird (Abb. 1042). 
I2 
 
BEGABTER NACHWUCHS 
 
Stellvertretend tur andere Betst 
Schaffen junger asierretciiis 
Grdbtiiker und Bildhauer v 
wir dn dieser Stelle Abbilduni 
Arbeiten bberbsterreirtiisetier _u 
Künstler aus einer unidngsl ll 
gefundenen ÄlcilcrSChall. Die 
MltinlgErOdC (Abb. 13). FFlEi 
(Abb. 111i. Josef Bauer (Abb 1 
Mbiizi (Abb. 16) stammenden 
sirn durchwegs einer r varw 
slthstische Merkmale der Abs 
, Grrlerikanlsctten Pop-Art gebrde 
zügigen Malart zuordnen. die 
rund pcrSOrillChCF Akzentuier 
scheidende Gemeinsamkeiten 
einer .,Ncuen Figuralion" aufw 
und die angestrebte bildnerischt 
keit. die aus den Arbeiten di 
gabten Kitnstler spriettt, veranl 
Verlrauensvorschuf! fur die Zu
	        

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