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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 92)

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Aniow Harvok, Geburwcgsiuvlc Dr T1 Buch 711m 
so Gcburlslug FEd-Jv. 29x73 cm. ßnmn Hcwuk, 
WO VW. Z4 
Anwn Hunuk. Swebrnorrnwgc rnürmL Frgur. Feder. 
215x225 (m, mch! svgnicr? 
Anlon HcnnkMunnl Fwgur, SwQmeHAnVQnHQnQKZ 
rml lnschrwfl „VweHelzhl erhebs! du dich noch eirvrrm 
Amor Hnnnk, Männhcher Akl, gebeuq? Feder. 
 
22.5 x 23.5 cm. swgmvr! Anmn Hcwok 1923 
Anvon Hcnuk, Mrmnhchvr Akl, swgmerä Anmn wnnak 
1922, m1! lnschrwfi. „Zuruck Rwewnschrüäc". Feder. 
22.3x7.z cm 
Anion Hcnak. Paar. Feder, 29x23 (m, swgmcd 
Amen Hunck 1923 
Anäon Hunuk, Absvraklc 
Z3X19Un. mch! sngnicrl 
Zemhmmg. Tlnäenshfl. 
So ein Einsamer war auch der Bildhauer Anton 
Hanak. ein gebürtiger Mährer, der um die Jahr- 
hundertwende an der Wiener Akademie bei 
Prof. E. Hellmer studierte und durch den Hagen- 
bund erstmals an die Öffentlichkeit trat. Als Pro- 
fessor an der Kunstgewerbeschule bildete er ab 
1913 eine Generation junger Künstler heran; in 
diese Zeit füllt auch seine Zusammenarbeit mit 
Josef Hoffmann und die Beschickung internatio- 
naler Ausstellungen als Plastiker. Leider war ihm 
durch seinen frühen Tod f er starb am 7. Jünner 
1934 im Alter von 59 Jahren - nur eine kaum 
zweijährige Lehrtätigkeit an der Wiener Akademie 
vergönnt, doch wirken manche seiner Ideen über 
seinen ehemaligen Schüler Fritz Wotruba noch 
heute an der Weiterentwicklung der modernen 
Plastik. 
Wenn nun hier auf die Bedeutung Hanaks als 
Zeichner hingewiesen werden soll. so auch aus 
dem Grunde. weil ein Blick auf die österreichische 
Graphik der zwanziger Jahre seine Eigenkraft 
besonders deutlich erkennen lüßt: Nachdem die 
Graphik, von der Secession einzigartig erneuert, 
schließlich im Bereich des Kunstgewerblichen 
endete, konnten nur große Persönlichkeiten wie 
Klimt, Schiele. Kokaschka. Kubin. Laske und 
Hanak wieder zum wesentlich Graphischen var- 
stoßen, was Kubin so schildert: „Die echten Feder- 
zeichner sind lmprovisaloren. Scheinbar flüchtiger. 
rücken sie in Wirklichkeit dem Leben doch weit 
näher als die Maler. Das Leben erscheint uns nun 
einmal fließend, plötzlich ankommend und ver- 
dömmernd. Wer es anders auffaßt, dem wird 
auch die beste Federzeichnung nicht viel be- 
deuten". Neben den sensiblen, weichfließenden 
Bleistiftzeichnungen eines Klirnt, der herben ex- 
pressiven Schritt eines Schiele. dem malerischen 
lrnpetus der Zeichnungen Kokoschkas ist Kubin 
der Abenteurer der graphischen Künste. ,.Kubin 
hat die größte und im Schwarzweiß stärkste, 
phantasiereichste, groteskeste. elnflußreichste und 
am meisten österreichische Potenz . . . seine Zeich- 
nungen sind keine Erbauungsobjekte. Aber er 
hat in ihnen unsere Ängste, Zweifel und Hoff- 
nungen Gestalt annehmen und immer wieder auch 
ein sehr liebenswertes Element in sie einfließen 
lassen, das sie häufig davor bewahrt, Ausdruck 
eines bloß pessimistischen Weltbildes zu werden. 
Das ist nicht zuletzt das Österreichische an ihm"'. 
Ihm ist in manchem der Graphiker und Maler 
Oskar Laske verwandt, der ähnlich apokalyp- 
tische und dämonische Visionen heraufbeschwor, 
der aber auch durch humorvoll-skurrile und 
  
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