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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 92)

Hilde Uccuslc-Wilßchko, MurkV, 1966. Federzeichnung 
Hiida Uccusic-Wiilscluko, Schloßpark Oberpullendcrf. 
1965. Aquarell. Im Besitz der Burgenlündischen Lan- 
desregierung 
In den sechs Studienjahren, die nun folgen an 
diesen Instituten, setzen zwei Sammerkurse bei 
Oskar Kokoschka in Salzburg jeweils eine Zäsur, 
Hier wird. was klares Rechendenken verfestigt 
haben könnte, malerisch aufgelockert, hier wird 
jenes Erbe angerufen, das sie erfüllt, eine meta- 
physische Welt. das Gebiet ihrer Kunst. 
Vielleicht ist sich Hilda Uccusic bewußt geworden, 
daß die bildende Kunst in den Händen einer Frau 
Gefährdungen ausgesetzt is1. die vom Wesen her- 
kommen. in jenem Herrschen der Gefühlskompo- 
nente. die sich mehr im Malerischen als im Zeich- 
nerischen offenbaren will, mehr im Zerfließen als 
im Verfestigen. Sie war sich sicher sehr bald 
bewußt, daß diese frauliche Wesenheit auf das 
notwendige Maß zurückgeführt werden muß und 
daß dieses eigentlich nur die künstlerische Hand- 
habung der Druckgraphiken ihr geben kann. wo 
über einen langen Arbeitsprozeß alles Beilüutige 
und Spontane ausgeschaltet wird, wo aber auch 
der Erlebniswert lange in sich bewahrt werden 
muß. Um sich mit diesen Disziplinen auseinander- 
zusetzen. hat sie 1963 an dem Arbeitskreis nö. Holz- 
schneider teilgenommen und seither immer wieder 
auf diese herbe Technik zurückgegriffen. Dieser 
Weg wurde schon bei Professor R. Chr. Ändersen 
angebahnt, wa die junge Künstlerin angeleitet 
wurde, das visuelle Erlebnis, das Objekt der 
Darstellung sozusagen, in ein Koordinatensystem 
einzubauen und dadurch dem malerischen Flut] 
einen festen Bildbau entgegenzusetzen. Von dort 
her nimmt sie auch die Farbskala mit aufden Weg. 
die sich aber zusehends wandelt und persönlich 
wird. Aus einer tonigen Malerei, dem Miteinander- 
klingen der Werte, mit vielen farbigen Grauwerten, 
wird diese heller und farbiger, kontrastvolier in 
den späteren Arbeiten, wo auch nun die Festigkeit 
des Bildbaues einer lockeren malerischen Hand- 
schrift Platz macht. Dieses Werk bleibt immer im 
Gegenständlichen. sie hält sich an eine persönlich 
erfühlte Umwelt. Freilich gerät sie bei der Arbeit 
auch bis an die Grenze, wo nur mehr Sigel für 
Formen, formale Anrufe für Erlebtes stehen. Farbig 
sind diese Blätter mit einer reichen Spannung ge- 
malt. Daneben hült sie sich an ein festes Natur- 
studium. Ob sie nun ihr kleines Söhnchen zeichnet 
oder die Gliederung einer Straße mit klärenden 
Strichen niederschreibt oder Malerisches und 
Graphisches in den vielen Aktzeichnungen ver- 
mischt. Daß bei den Aquarellen, die vielfach vor 
dem Objekt gemalt werden, ein malerisches Tempee 
rarnent sie weit von dem Objektiven wegtrögt und 
das Ergebnis von dem Standpunkt einer Natur- 
abschrift zu einer „neuen reicheren Natur" zu- 
sornmenwöchst, ist das Beglückende an diesem 
Werk. Sind bei diesen Aquarellen die vielen Weiß- 
stellen des Papieres ein Kompositionselement, um 
das Blatt mit Spannung zu erfüllen. so wird auch 
dieser Neigung im Ölbild nachgegangen. wo dann 
das Stlbrige des Malgrundes dem Bilde einen 
luftigen Ton gibt, aber auch dazu beiträgt. das 
Dargestellte zu entwirklichen. 
Seit dem Abschluß ihrer Studien hal Hilda Uccusic 
in zwei Kaliektivausstellungen einen Überblick 
über ihren bisherigen Weg gegeben. Sie war an 
den Ausstellungen der „Gruppe 64 NO." beteiligt, 
im Inland und im Ausland. Ihre Arbeiten sind in 
Staatsbesitz. „Alber1itta", Kupferstichkabinett, in 
Besitz des Burgenlandes und Niederösterreichs 
übergegangen, Bundesministerium für Unterricht: 
Stadt Vllleft. Stadt Regensburg sind weitere Besitzer. 
Hilda Uccusic, die jetzt als Kunsterzieherin in 
Oberpullendorf lebt, hat in der Berührung mit 
dieser Landschaft reiche Erlebnisse gewonnen. die 
in den letzten Arbeiten den Niederschlag gefunden 
haben. 
AR 
 
 
BILDTEXTE zu Beiürug S. 49 p 
QMM mm JM-IN -l 
Mavosi Rum (Indien). Die Tochler des Gulsbcsiilers. 
Tonerde 
Bogusluv Zivkovic (Jugoslawien), Huustor. Holz 
Jozef Kel-ok (Tschechoslowakei). Knusperhexe. Drahl 
Zygrnunl Skrelowicz (Polen). Aus dem Zyklus Anseh- 
will. Hol! 
Tivodar Cscnlvdry (Urlgdrn), Malender Junglmg. o! 
Germuin Vundersieen ( rcrlkreich), Der wunderbare 
Kater. O! 
Anna Lickovd (Tschechoslowakei), Gänse. o: 
Edmund Monsiel (Polen), Gon Vmer. Bleisiiflzeichnung 
lsrae' Lilwak (Vereinigve Sicnlerl), Busch. Ol
	        

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