MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 93)

Ernst Hildebrand 
DIE KÄRNTNER LANDES- 
GALERIE IN DER "BURG" 
ZU KLAGENFURT 
Das Gebäude der Burg, im Zentrum der Stadt, 
stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es hat einen 
schönen Arkadenhof und beherbergt die soge- 
nannte Burgkapelle mit Fresken des bedeutendsten 
Kärntner Barockmalers, Ferdinand Fromiller. 
In diesem alten Gebäude. das zunächst als Schule 
errichtet wurde, später Sitz der Burggrafen war 
und zuletzt Ämter beherbergte. sollte nach einer 
1962 erfolgten Entscheidung der Kärntner Landes- 
regierung die Kunstsammlung des Landes unter- 
gebracht werden, Zur Verfügung stand etwa die 
Hälfte des ersten Stockes sowie auch die durch 
zwei Geschosse reichende Burgkapelie und nicht 
Zuletzt der gegen den Hof gerichtete dreiseitige 
Arkadengang. Die an sich schön proportianierten 
und zum Teil mit Stuckdecken versehenen Räume 
hatten renovierungsbedürftige Parkettboden, Ka- 
chelöfen und tiefe Fensternischen. Ich sah meine 
Aufgabe darin. aus diesen historisch betonten 
Räumen jenen neutralen und zurückhaltenden 
Rahmen zu bilden, den eine Kunstsammlung 
benötigt, und sie mit allen modernen technischen 
Hilfsmitteln auszustatten, die im Museumsbetrieb 
erforderlich sind. 
Um diese .,Neutralisierung" der Räume zu er- 
reichen. wurden die Parketten mit einem grauen 
Spannteppich belegt, die Fensternischen mit 
lnnenjalousien optisch geschlossen, die Kachelöfen 
entfernt und die Fenster, Türen und Wände weiß 
oder hellgrau gestrichen. Die historische Bedeutung 
des Baues bleibt durch die in einigen Räumen vor- 
handenen Stuckdecken und vor allem durch die 
Fromiller-Kapelle, die als Eingangs- und Durch- 
gangsraum dient, sichtbar. 
Von den technischen Einrichtungen war die ln- 
stallierung der Zentralheizung samt ihren zu- 
sätzlichen Edordernissen das schwierigste Problem. 
Zunächst schon deswegen, weil das Stemmen von 
waagrechten Leitungsschlttzen in diesem alten 
Natursteinbau äußerst bedenklich tSl. Die Heiz- 
leitungen sind daher gemeinsam mit den recht 
umfangreichen Elektroleitungen über dem Fenster- 
sturz frei geführt und mit demantierbaren Platten 
abgedeckt. Eine Folgeerscheinung der Zentral- 
heizung ist die für Kunstwerke aller Art schädliche 
Trockenheit der Luft. Nachdem eine regelrechte 
2 Kdrntner Lundesgclierie, Eingangsruurn mit kdese. 
Garderobe und Durchblick zum Wandfresko der Burg- 
kuociie 
3 Karntner lczndcsgalcrie, Ausslellungsraum Nr. 4. sei. 
Spiel tdr eine mogiichst geringe Beeinträchtigung der 
Stuckdeckc durch die Lampen 
Karnlncr Landcsgaicric, Ansicht eine; Ausstellungs- 
rüumüi. innenialousicn, Bildefcufhtmgung, Lichtband. 
Luflbefeuchlunq 
s Karntner Lnndesgalerle. Ärkcderigung mit Plakat- 
üusitcllung 
s Karntner Landcsgaierie, Ausstellungsrcum Nr, e mit 
Durchblick m die folgenden RCIUFYVE 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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