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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 94)

Böhm, „Aus dem Wiener Leben", eröiT- 
netZQ, erlebte seinen Höhepunkt aber am 
28. August 1857 mit der Österreichischen 
Erstaufführung des Tannhäuser Z1; im De- 
zember 1870 wurde mit dem Abbruch dieses 
Theaters begonnen. Das nächste Theater 
war das am 1. November 1860 mit Jacques 
Offenbachs Operette „Tschin-Tschin" er- 
öffnete Kai- oder Treumanntheater des 
Carl Treumann am Franz-josefs-Kaill. 
Der architektonisch bescheidene Holzbau, 
der mit einer dreiachsigen Front mit Bogen- 
fcnstern zwischen zwei Treppentürmen 
Lösungen etwa des zehn jahre späteren 
Stadttheaters in Wien und des Theaters in 
Temesvar vorwegnahm und bis in die 
frühe Tätigkeit der „Fellner und Helmcr" 
nachwirkte, brannte am 8.f9.]uni 1863 
ab 13. Gleichfalls aus Holz war die „Arena", 
ein Tagestheater am Stadtpark in Baden 
bei Wien 24. 
Wieder war es Freiherr von Schey, der 
Fellner einen bedeutenden Auftrag ver- 
mittelte. 1867 hatte Heinrich Laube im 
Streit um die Führung im Burgtheater 
dieses Institut verlassen müssen; um ihm 
eine neue Wirkungsstätte zu schaffen, um 
aber auch ein gutes bürgerliches Theater 
zu haben, nachdem Pläne für ein neues 
Treumann-Theater 25 gescheitert waren, rief 
Schey eine Gründungsgesellschaft ins Leben, 
die an der Seilerstätte, also an der Naht- 
stelle von Alt- und Neu-Wien ein Theater 
für Heinrich Laube erbaute. Der Name 
Max Friedländer sei hier gleichfalls ge- 
nannt, denn wenn Schey der finanzielle 
Protektor des Unternehmens war, so war 
Friedländer neben Laube der geistige För- 
derer dieses gehobenen Schauspielhauses. 
 
 
Dieser Bau wurde nach dem Tod des älteren 
Fellner von Ferdinand Fellner d. voll- 
endet. Im Entwurf sicher noch vom älteren 
beeinflußt und überwacht, stellt es ein für 
seine Zeit außerordentlich fortschrittliches 
Privattheater dar, und die heute nicht mehr 
erhaltene innere Disposition war die be- 
deutendste Leistung des älteren Fellner. 
 
u 
Ferdinand Fcllner d. Ä., Niederösteneichischc Landes- 
irrcnansralt, Wien IX, Lazarcltgzsse 14. 1848. Sepia- 
zeichnung mit unlcserlichcr Signatur. um 1852 
Ferdinand Fellner d.Ä.. Das Alle Abgeordnetenhaus. 
Wim lX, Währinger Straße 2f4. 1361. Anonym. 
Bleiszifweichnung lzvierl 
Ferdinand Fellner d. K, Bürgcrversorgungansull. 
Wien IX. XVihxin cr Straße 54 (45), 1858-1860. 
Aquarell von Erich isthncr, 1929 
Ferdinand Fcllner d. Ä" Sitzungssaal im Allen Rztluus, 
Wim I. Wipplingcrstriße B. 1851-1853 
Ferdinand Fellner d. Ä., Sirzungsvaal im Alten Ab- 
gcordnetenhaus, Wim 1x, Währinger Straße 2-4. 
Getönte Lithographie von Ludwig Czcrny 
Fcrdiuand Fellncr d. Ä" Plan der neuen Bürgcrvcrsor- 
gungsanslall in Wien__lX, Währingcr 5mm 54 (45) 
Ferdinand Fcllner d. A.. Siluitionsbzuplan für ein 
jcklictlcs Sommulhcarcr am Lcrchenfdder Gürlcl. 856 
ANMERKUNGEN 20-31 sich: S. 19 
16 

	        

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