MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 94)

Um ein Gegenüber von unten und oben. von 
Himmel und Erde. um diese Zone des Treffens 
und der Begegnung der Gegensätze scheint es 
Gruber zu gehen und schon immer gegangen zu 
sein. 
Wir sehen bereits bei den Graphiken des 1930 
in Gradenegg in Kärnten geborenen Künstlers 
dieses Merkmal. Seine Blätter sind von schwer 
dunklen Massen, von in sich wenig gegliederten 
unteren Flächen und kleineren Himmelsstreifen 
gekennzeichnet. wobei die Verzahnung. das Hoch- 
greifen und doch wieder ein im Horizontalen 
Einklammern von Bedeutung ist. Nur in wenigen 
Helldunkelvariationen von Grau wird das 
kompakte Untere variiert. Wo Gruber vom 
Flächigen in Lineares abzuweichen versucht. wird 
er schwächer. Infolge dieser Arbeitsweise wird das 
Gestaltete schemenhaft in ein diffuses Licht eines 
"Nicht-Objekts" gerückt. erhält etwas visionüres, 
erinnernd Fernes. Man muß an Platons Höhlen- 
gleichnis denken. Reflexionen des Seins sind es 
also, die sich auf diesen Blättern abzeichnen 
wollen. 
Als Vorwurf wird vom Künstler häufig das Thema 
..Pferd und Reiter" gewählt, dabei nimmt der 
Kopf des Tieres in der Krümmung eines Kreis- 
segmenies bereits jenen gewölbeöhnlichen Cha- 
rakter vorweg. den wir dann später bei Grubers 
zu Gruppen vereinigten Plastiken finden. Auf 
den Graphiken sitzen auch rabencirtige Vögel mit 
langen. gekrümmten Schnübeln dunkel und 
höckerhaft auf Grubers Erde. Sie kehren uns 
ebenso wie etwa ein Akt den Rücken und sind, 
wie alle diese Geschöpfe, vor allem bedrückende 
Masse.
	        

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