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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 95)

3 AdoIfFrohner, Svehende Figur, 1966, Graphi! auf Papier. 
125 X 8B cm 
Das heißt. daß es heute mehr denn je der das 
eigene Denken und Tun bereichernden Beob- 
1chtung dessen bedarf. was in der Welt nicht nurauf 
iem Gebiet der bildenden Künste vor sich geht. 
Jaß es darum geht, der immer wieder neu ent- 
tehenden und sich verändernden Wirklichkeit 
MQCh und aufnahmebereit zu begegnen. Da 
Irohner ein Künstler ist. der eine solche Begegnung 
zewußl sucht. konnte er auch zu dem hinfmden, 
was er zunächst lastend und unruhig einzufangen 
mternahm. 
Xloch 1961 begegnete uns Adolf Frohner als ein 
Äufarbeiier dessen, was die Konfrontation mit der 
Nlatur seit Cezanne einer einschneidenden Ver- 
inderung unterzog. Sehr bald danach aber schlug 
zr einen völlig anderen Weg ein. der nicht primär 
xuf die Produktion von "Kunst" abzielte, sondern 
hm dazu diente. neues Terrain zu erforschen. neue 
Grundlagen für eine als notwendig erkannte neue 
Ausdrucksform zu erlangen. Er versuchte sich in 
großformatigen. der Aktionsmalerei verwandten 
und ihr Maß aus der Körperbewegung ziehenden 
Bildwerdungen. die schließlich in der Arbeit mit 
Materialien, in Material-"Plastiken" mündeten. die 
er gemeinsam mit Otto Muehl ausstellte. Seitdem 
hat sich in ihm ein Sinn für den Einbezug der eine 
andere Dimension einführenden, vorgefundenen. 
meist Abfallplützen entslammenden und zum 
Bestandteil von „Bildern" und "Plastiken" werden- 
den bildnerischen Werte entwickelt, die an die 
Stelle gebräuchlicher Materialien traten oder sich 
mit ihnen verschwisterten. ich spreche von ,.Wer- 
ten". weil dieser einer neuen Aufgabe zugeführte 
Abfall in Frohners Arbeiten tatsächlich zu einer 
dominanten und wichtigen, sein bisheriges Schaffen 
bezeichnenden Komponente wurde, deren Ein- 
führung sich nie in bloßen Applikationen oder 
merkwürdigen, überraschenden Einlügungen er- 
schöpfte. 
In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden. 
wie wichtig es für Frohner war. daß er sich eine 
gewisse Zeitspanne hindurch mit der Verformungs- 
möglichkeit von Matratzenhaar beschäftigte, das 
für ihn den Ausgangspunkt für eine Ar! Grund- 
Iagenforschung bildete. der er sehr viel zu ver- 
danken hat. Die verforrnte und beliebig zu festi- 
gende Struktur dieses Materials, das er zu der für 
ihn typischen Mischform von plastischer und 
malerischer. einer dritten Dimension entgegen- 
strebenden Form verarbeitete, wirkte sich vor 
allem auch auf seine Art des Zeichnens aus. Er 
entdeckte schließlich die Möglichkeit, durch den 
Abklatsch von in Farbe getränkten Materialien 
dieser Art im Bereich der Lithographie neue Er- 
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