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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 95)

anstaltete die Galerie im Griechenbeisl 
eine Ausstellung englischer Malerei der 
Gegenwart. Die aufschlußreiche Ex- 
position umfalite Werke von 14 Künst- 
lern der jüngeren Generation, von 
denen einige auch als Graphiker in 
Erscheinung treten. Sie konnte als 
knapper, in einzelnen Phasen durchaus 
repräsentativer Querschnitt durch das 
Schaffen jener Jahrgänge angesehen 
werden. die das Bild der zeitgenössi- 
schen englischen Kunst in vorderster 
Linie mitbestimmen. (Dies bezieht sich 
freilich nicht immer auch auf die 
Qualität.) 
Die englische Malerei und Graphik 
weist seit rund fünf Jahren starke 
Parallelen zur Kunstentwicklung in den 
USA auf. Neben Hard Edge und Geo- 
metrischer Abstraktion entdeckt man 
hier wie dort Varianten der Pop-Art 
und einer mehr oder minder neuen 
Gegenständlichkelt, eines mitunter frap- 
pierenden, harten Realismus, der aller- 
dings gelegentlich auch humoristische 
Züge aufweist. 
Was ein Brian Fielding. Alan Green, 
David l-lockney, Tess laray. Stanley 
Peskett und Marc Vaux 7 um nur 
einige Namen zu nennen - im Grie- 
chenbeisl zu Preisen zwischen 720.7 
und 21.000.7 Schilling an den öster- 
reichischen Sammler bringen wollten. 
verdiente insgesamt Aufmerksamkeit 
und kritisches Interesse (Abb. 477). 
GALERIE STUBENBASTEI 
Egon Haug 
Die im Zeitraum von 1954 bis heute 
entstandenen Ölbilder und Aquarelle 
Egon Haugs nehmen - in ähnlicher 
Weise wie manches andere (Euvre 
abstrakter Malerei 7 innerhalb der 
Wiener Kunstszene eine typische Außen- 
seiterposition ein. Dafur ist freilich nicht 
nur die beinahe generelle Abneigung 
des Österreichers gegenüber dem aus- 
schlaggebend, was man in der üblichen 
Terminologie als abstrakte Kunst be- 
zeichnet, sondern gewill auch die 
verhaltene. reine. den Geist heraus- 
fordernde Malart. der sich Haug be- 
dient. Die weder modischen noch sonst 
irgendwie opportunistischen Bilder des 
1923 in der Slowakei geborenen 
Künstlers belegen eine folgerichtige 
Entwicklung. die vom deutschen Ex- 
MUSEUMSWOCHE IN DER 
BUNDESREPUBLIK 
Veranstaltet vom Deutschen Nationalkomitee 
der ICOM und des Deutschen Museumsbun- 
des fand im Oktober 1967 in Deutschland die 
il. Internationale Musourriskizmpizgns statt. 
„zu wenige Bürger unseres Landes messen 
dem Museum die Bedeutung zu. dio itim 
unserer Meinung nach dis sommiung kul- 
tureller Güter und ois ori der Bildung und 
Erziehung für die rriodrrno Gesellschaft 
zukommt. Immer noch ist .rnusccil' ein 
Synonym rur .verstaub!' und .altmadisch"'. 
tiioii es in dem Rundschreiben des Deutschen 
Nationolkamitees der icoM. ouroti die 
Musclirrtswoche, die vom 30. September bis 
a. Oktober veranstaltet wurde, sollte (lUFClt 
konzentrierte Aktionen unter dem Motto 
.,lm Musdum spiegelt sirti dio Welt" die 
Aufmerksamkeit der ortontiistikoii ctuf das 
Museum und seine Arbeit gelenkt werden. 
SCHWEDISCHE KUNST DES 
20. JAHRHUNDERTS 
Eine neue schwedische Wanderaus- 
stellung für die Bundesrepublik Deutsch- 
land 
Eine vom Göteborger Kunstmuseum zusam- 
mengestellte Ausstellung "Schwedische Kunst 
des 20. Jahrhunderts". dlE im August und 
September d.J. im Wilhclm-Lchrnbruck- 
Museum der Stadt Duisburg gezeigt wurde. 
um sodann verschiedene Städte in der 
52 
pressionismus (Rohlfs, Nolde) maß- 
gebende lmpulse bezog, um später 7 
davon ausgehend und darauf auf- 
bauend 7 zu immer konsequenterer 
Abstraktion im Sinne wesensgemäßer 
Verdichtung und größerer Intensität zu 
gelangen. Eine Einzelausstellung Egon 
Haugs in der Galerie auf der Stuben- 
bastei gab anhand von 20 Bildern und 
Aquarellen darüber sehr genau Auf- 
schlaft. 
Die Farbskala. der sich der Künstler 
heute in mannigfactien Abstufungen und 
subtilen bis kräftig groben Mischungen 
bedient. ist ebenso breit wie die Emp- 
findungs- und Assozlationsntöglichkeiten 
itn Betrachter, der von diesen Arbeiten 
sehr unrritttelbar angesprochen wird. 
Was sich grundsätzlich und unabhängig 
von individuellen Verschiebungen und 
Akzenten von so verschiedenartigen 
CEuvres wie denen von Emil Schumacher 
(den t-laug sehr schätzt), Sam Francis, 
Antonio Tapies und Marc Tobey sagen 
läßt (diese Liste kann beliebig erweitert 
werden und zielt nicht auf äußerliche 
Vergleiche ab), gilt auch von den 
Bildern Egon Haugs: sie sind in dem 
Maße "richtig", als sie für den Künst- 
ler 7 und damit auch für das Publi- 
kum 7 innerer Notwendigkeit ent- 
sprechen. Kunst ist für beide - für 
den Maler und Betrachter 7 zu aller- 
erst Erkenntnis. Provokation des Neuen 
und Provokation durch das Neue. 
Ein zweiter Punkt ist die Frage der 
künstlerischen Umsetzung, der Qualität. 
Es geht hier um die vielzitierte Adäquanz 
von Form und Inhalt (was immer man 
auch unter Inhalt versteht). um eine 
Untersuchung und kritische Analyse der 
einzelnen Bildelernente und Faktoren. 
wie Farbe, Struktur. formale Spannung. 
Rhythmus sowie sämtlicher daraus re- 
sultierender, auch über das Materielle 
hinausgehender Relationen. Die herben, 
doch einer intensiven, mitunter fast 
monochramen Farbigkeit gehorchen- 
den, großzügigen und sehr freien Bilder 
Haugs besitzen 7 ohne deswegen 
Unterschiedlichkeiten in Abrede stellen 
zu wollen 7 jene Qualität und ver- 
raten jene Einstellung. die man als 
verbindlich bezeichnen kann. Malerei. 
die diesen Kriterien entspricht, sollte 
unserer Aufmerksamkeit gewif} sein 
(Abb. 8). 
Peter Baum 
Deutschen Bundesrepublik anzulaufen. wiii 
wichtige Aspekte der ichwediiCheh Kunst 
ssit 1900 aufzeigen. 
Den Auttokt der Ausstellung IJlldErt Werke 
dreter Pioniord des Moderntsrvius: Carl 
Fredrick t-lill, Ernst Josephson und August 
Strindberg. Die spätere Entwicklung wird 
durch den Gauguin-Schüler Agueli und den 
Cezcinne-Bewunderer Kdri lsaksson be- 
leuchtet. 
Isaac Grunewald, sigrid Hjerten-Grünewald 
und Nils von Dardel bilden jene Gruppe 
junger Kunstior. die in Schweden dem 
Expressionismus zurn Siege verhalf. 
Außerdem begegnet rrion in der Ausstellung 
auch schwedischen Hauptwerken der Naiven 
und de abstrakten Expressionismus (Her- 
warth Walden, .,Sturm". Gosta Adridn. 
Nilsson). 
Der Ende der zwanziger Jahre und in den 
dreißiger Jahren an der schwedischen West- 
kiisio entwickelte Farbexpressionismus lyrisch- 
rorrioiiiissiior Progung (Sandels, Kylberg, 
Schtöler) und auch der in der heimischen 
Volkskunst verwurzelte Primitivismus (Bror 
Hjorth) sind ebenso vertreten, 
Das Hauptgewicht der Ausstellung aber liegt 
auf der atleren Kunst, und dte rneisten Ex- 
ponate entstammen dem Göteborger Kunst- 
museum, doch haben durti das National- 
museurn. dos Moderne Museum und das 
Nordische Museum in Stockholm sowie die 
Museen in Malmb und Norrkdpirig rnoii- 
geblichen Anteil dm Gelingen der Aus- 
Stellung. 
Auswahl und Konzeption tdgori in den Han- 
den des Direktors des Goteborgcr Kunst- 
rnuseums, Herrn Prof. Dr. Alfred Weslholrn. 
156 Werke von 27 Künstlern Zeigt did Kol- 
lektion, die in Verbindung mit dem Deutschen 
Kunstrot gezeigt wird. 
 
c-sosn i. J i.is,iis . 
NEUES UND INTERESSANTES AUS 
DER INTERNATIONALEN KUNST- 
WELT 
Die dem Verein progressiver deutscher 
Kunsthändler angehörige Galerie Tha- 
mas. München. zeigte im Oktober 
"Atemobjekte" von Günther Weseler. 
Die vom Österreicher Wieland Schmied 
geleitete Kenner-Gesellschaft Hannover 
veranstaltete eine umfassende Auguste- 
Herbin-Ausstellung. 
Gemeinsam mit der Wiener Galerie 
Autodidakt zeigte die Albert Dorne 
Gallery Amsterdam eine Ausstellung 
von 37 Bildern der drei österreichischen 
Nalven Siegfried Kratochwil. Franz 
Spielbichler und Otto Tham. Das von 
der Famous Artists Schools und der 
Albert Dorne Gallery gegründete Mu- 
seum europüischer naiver Malerei hat 
von jedem der drei ausstellenden öster- 
reichischen Künstler zwei Bilder er- 
worben. 
Der Wiener Bildhauer Rudolf Kedl und 
der Kärntner Maler Glselbert Hoke 
zeigten ihre neuesten Werke in der 
Galerie Prisma in Kopenhagen. 
Der Wiener Curt Cotirad Loew erhielt 
vom Kroatischen Künstlerverband die 
Einladung zu einer Ausstellung in der 
Zagreber Galerie ,.Uluh" (2,715. Ok- 
tober). 
Eine aufschlußreiche Exposition unter 
dem programmatischen Titel "Ratio- 
nale Ästhetik intuitives Empfinden" 
stellte die Galerie Heide Hildebrand, 
Klagenfurt. für das diesjährige Euro- 
päische Forum Alpbcich zusammen. Die 
verdienstvolle, neuesten Tendenzen in 
der bildenden Kunst der Gegenwart 
gewidmete Ausstellung konfrontierte 
u. a. mit Arbeiten von Marc Adrian, 
Bonies. Bruno Demattio, Herbert Distel, 
Kumiko lmanaka. Ferdinand Kriwet 
(Sehtexte), Helga Philipp, Ect Sommer, 
Motonao Takasaki und Herman de 
Vries. Peter Baum 
NEUE EDITIONEN 
In der von Kristian Sotrtffer betreuten 
Schroll-Presse erschienen in den letzten 
Monaten druckgraphische Blätter von 
Arnulf Rainer, Ernst Steiner, Adolf 
Frohner, Erich Brauer, Fred Nowak, 
Morio Decleva, Hans Krenn, Rudolf 
Hradil. Hans Fronius und Rudolf 
Schönwald. Die Preise der in Auf- 
lagen von zumeist 80 Exemplaren 
herausgegebenen, handsignierten und 
numerierten Blätter liegen zwischen 
390,7 und 520.7 Schilling (Abb. 9, 10). 
In der Galerie auf der Stubenbastei 
erschien die EDITION 67. Dieses 
Graphikabonnement (Preis S 900.7 
für sechs auf Bütten gedruckte Graphi- 
ken in Auflagen von 50 Exemplaren) 
umfaßt heuer Arbeiten von Hans 
Staudacher. Günther Kraus. Ludwig 
Merwart. Feri Zotter, Arnulf Rainer 
und Johannes Wanke (Abb. 11. 12). 
Von derselben Galerie wurden auch 
zwei preisgünstige Mappenwerke her- 
ausgebracht. Walter Prankl zeichnete 
12 Metallographien zum Thema .,Otto 
Wagner 7 seine Verkehrsbauten und 
der Wiener Naschmarkt" (Auflage der 
mit einem umfangreichen Textteil aus- 
gestatteten Mappe: 100 Exemplare: 
Preis S 360.-). der Linzer Graphiker 
Anton Watzl beschäftigte sich in 5 Ra- 
dierungen mit dem Thema .,Zwerge- 
VariationenausdemSalzburgei-Zwergl- 
garten". Zu diesem Werk (Auflage nur 
30 Stück; Preis S 360.7) verfaßte 
Prof Dr. Justus Schmidt den einfüh- 
renden Text (Abb, 13). Peter Baum
	        

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