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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 96)

Kasernen in der Mehrzahl spricht W he- 
deuten könnte, daß Sparr vorhatte, im 
unteren Teil ein weiteres Bauwerk, wahr_ 
scheinlich eine Kaserne, darzustellen. Es ist 
schade, daß er dies unterlassen hat, denn 
in diesem Fall wäre das Bild des barocken 
Belgrad, das er uns überliefert hat, voll- 
ständiger. 
Die Alexander- oder Württembergkaserne 
hat einen rechteckigen Grundriß mit Vor- 
sprüngen auf den Risaliten und in der 
Hirte (Abb. 6). Sie besaß drei Höfe, von 
denen der mittlere der größte war. lir 
besaß die Form eines Rechtecks parallel 
zum Grundriß, Während die zwei kleineren 
Höfe, gleichfalls rechteckig, ihrer Länge 
nach der Breitseite des großen Hofes 
entsprachen, jedoch viel schmäler waren. 
Dem Plan von Belgrad Nr. 15 nach zu 
schließen, war diese Kaserne das größte 
Bauwerk von Belgrad, und Sparr stellte sie 
von verschiedenen Seiten her dar, wie sie 
weithin das Stadtbild beherrscht. In dieser 
Kaserne sollten 12 Bataillone Fußtruppen 
untergebracht werden. Seit 1726 diente sie 
jedoch als Residenz für Alexander von 
Württemberg, seinen Hof und drei Ba- 
taillone seines Grenadierrcgiments 17. Diese 
Angabe aus dem Jahr 1728 spricht dafür, 
daß zu jenem Zeitpunkt die „Pirinöana" 
noch nicht bestanden hatte, deren Bau 
sonach in eine spätere Periode zu datieren 
wäre. 
Über den Baustil dieser Kaserne sind wir 
dank der Skizze von N. F. de Sparr (Abb. 7) 
wohlunterrichtet. Die Kaserne besaß ein 
Erdgeschoß und zwei Etagen. Die Etagen 
Waren durch breite Gesimse voneinander 
getrennt, die unterhalb jedes Fensters der 
Etagen einen kleinen Vorsprung bildeten. 
Oberhalb der Fenster befand sich ein 
kleines dreieckiges Tympanon. Die Fenster 
des Erdgeschosses waren von quadratischer 
Form und besaßen dekorative Einfassungen 
mit Schlußstein, ähnlich wie die Fenster 
am Palais des Prinzen Fugen in der Him- 
melpfortgasse in Wien, jedoch hinsichtlich 
der dekorativen Lösungen reicher. Ober- 
halb der vier Risalite an den Ecken der 
Kaserne befand sich je ein Giebel mit zwei 
Fenstern, die Fensterflügel von knnkaver 
Form und mit einem von drei Vasen 
gekrönten Tympanon. Die Tympanons 
wiesen dekorative Reliefs mit militärischen 
Emblemen auf. An den Schmalseiten der 
Kaserne im Süden und Norden befanden 
sich vier Älansarden, an jeder Giebelseite 
je zwei, und an der breiteren je drei Klan- 
sarden. An jeder Kasernenseite befand sich 
ein Eingangstor mit Wandelgang und 
darüberliegender Terrasse. Die Säulen des 
Wandelgangcs wie auch die Fassadenvor- 
sprünge waren in dekorativer Rustika aus- 
gefertigt, und seitlich waren die Etagen 
durch Säulen kolormfm Stils miteinander 
verbunden. Die Schornsteine besaßen die 
charakteristische gebauchte Form mit einer 
Art Abakus im oberen Teil und seitlich 
darunter liegende Öffnungen. Laut D. P0- 
povic besaß diese Kaserne 312 Fenster, die su- 
gar in die Poesiedes Landes Eingang gefun- 
den haben 18. Vor der Kaserne befand sich ein 
 
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Stadt, welche den 2x Seprelnlwer 172a nnr ßt-a-bl rlr-rr-n 
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M Vilovsky. np. rar. 22. 
 
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s N. F, LlC sprrr, Ansicht der Alexandrinisrltelt 
wnrnr-nrbr-rglrrbrn Kltwrllc, ms. Kriegsarchiv, 
s Alcxaxldrilli h: bar-r Wurtlelnberuische Kaserne 
lirhe sr- Genlchnel von Arrh. vnnrlrn Malie 
N. F. de parr 
7 Alexnlltlrlllivche Oclü! Wuruellllwenzischl: Kaserne, 
liche . ltt. (Jeztirhncr von Arch. Vojislav Marie 
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15171311 von lic ad und Unlgcbllllg. veroffentlirhl 
n. PUPOYlÖ, nr lgrrrl vor 200 Jahren. 17. 
wn. Pupovie verutfentlirllte sinnliche Pläne (lC s 
außer Plan Nr. 1a („Siege de llelgrade"), der CllC m 
Angaben uher Belgrader lLlulcn enthält. s. Scrblül 
Belgrad. Abb. 2641. Als erster veroffenrllehtc rlr 
weise Vilovsk in seiner unter w angcfuhrrcn A 
w Popo  Beitrage zur Geschichte Belgrads, 21a. 
w Popovlö, llelgrzxd vor 200 jallrell, 51 
 
 
 
	        

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