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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 96)

 
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Tor Karls v1. (Knisermr) aus ( 
Belgrad. Ösxliche Seite, m6 
T." mm v1. (Kaisenor) aus c 
Belgrad. WCSCÜCHC Seite. 113a 
r Niedercn Festung 
r Nicdcrcn Festung 
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der Bexlzvlnlalyfnubllle 1'011 7723 als „Neu 
erbautes Wachthaus und Sralung" Er- 
wähnung getan. Das erste Gebäude hatte 
drei Zimmer, das zweite einen Stall. Das 
erste ist Wahrscheinlich jenes mit dem 
Mittelrisalit; was die Fassade des zweiten 
betrifft, liegen keinerlei Angaben vor. Die 
Grundform des Stalles als erdgeschtissigcr 
Bau wäre auf Grund gewisser Entwürfe 
für Ställe von Fischer von Erlach vorstell- 
barlü. 
Am längsten erhalten blieben die Kasernen 
in der Unteren Festung, sie bestanden bis 
zum Jahre 1919. Über eine derselben 
liegen dank Ansichtskarten aus der Zeit 
der Balkankriege Angaben vor (Abb. 10 
bis 12). Sie war von rechteckigem Grund- 
riß, besaß einen großen Hof und befand 
sich unmittelbar neben dem Tor Karls Vl. 
Sie bestand aus Erdgeschoß und einer 
Etage. An der Schmalseite hatte sie ie 10, 
an der Breitseite je 25 Fenster. Der Haupt- 
eingang an der Südseite besaß Rechteck- 
form, während alle Eingangsture aus dem 
Hof einen halbkreisförmigen Oberteil auf- 
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wiesen. Im Frdgeschoß befand sich an der 
Schmalseite ein Gang, der seitlich an Stelle 
von Arkaden große, halbkreisförmige Ölf- 
nungen aufwies und in der hlitte recht- 
eckige mit einem sanften Bogen im oberen 
Teil. Die Etagen waren durch sehr ein- 
fache, zweiglietlrige Gesimse abgeteilt; noch 
einfacher war das Kranzgesims. Dieses 
Gebäude wies keinerlei besondere Ver- 
zierungen oder Dekorationen auf. Einzig 
die aus dem Innenhof führenden Eingangs? 
torc mit ihrem bogenförmigen Oberteil 
erinnerten an eine Verbindung zum Barock. 
Vielleicht entsprach es gerade dieser Ein- 
fachheit wegen den Türken, so daß sie es 
nicht zerstörten, sondern im Gegenteil zu 
denselben Zwecken weiterverwendeten. 
Die Kaserne ist auf einzelnen Skizzen 
Sparrs festgehalten, und ihr „Leben" war 
ein ziemlich langes: über 150 Jahre. Sie 
diente den Österreichern, den Türken, dem 
Älilitär Karadjnrdjcs und schließlich nach 
1867 auch dem Heer des Fürsten Nlihailo, 
während zur Zeit der Balkanktiege darin 
Gefangene untergebracht wurden. Bei dem 
 
19V 
1a 20; 
Bombardement von Belgrad im Jahre 1915 
wurde sie ebenso wie die meisten Kasernen 
in der Unteren Festung zerstört, doch 
blieben alle diese Kasernen länger erhalten 
als die Barockgebäude von Belgrad. 
Über ein weiteres Gebäude aus der Epoche 
1717-1739 bestehen detaillierte Angaben, 
deren Studium sich Architekt Dobroslav 
Pavlovie unterzog. Es handelt sich hier 
um das ehemalige Kaffeehaus „Zum Schwar- 
zen Adler" (Abb. 13) in der Dusanova- 
Straße39. Es besaß einen Grundriß in Gal- 
genform, und seine einfache Fassade um- 
faßtc Erdgeschoß und ein Stockwerk mit 
9 Fenstern in der Etage und 4 Fenstern 
und 5 Türen im Erdgeschoß. Dem ver- 
wendeten Baumaterial wie auch der inneren 
Anordnung nach läßt sich dieses Bauwerk 
weder in die türkische Architektur noch 
in die Bauten aus der Zeit Milos Obrenovies 
einreihen. An der Hofseite besaß es im 
Stockwerk einen Wandelgang, aus dem 
man in die Zimmer gelangte. Die Säulen 
und Ornamente der Balustraden waren aus 
Holz. Das Emblem des schwarzen Adlers
	        

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