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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 99)

ANMERKUNGEN 53 - 82 
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Munlmeus 8, 14-15: Mavtux 1, 29-31: Lums 4, 38-39. 
Vgl. z. B. fol. 8! des jetzt in New York, Picr . Motgan 
Libr., M. 780 befindlichen, Gir St. Peter in Sa zburg her- 
gestellten Pcriltopenbuches des Custos Perhtolt: Petrus 
und johannes am Grabe des Auferslandenen. Hiezu 
G. Sußnvzenski, Die Kegensbur r Buchmalerei des X. und 
XI. Jahrhunderts, Leipzig 190 . s. 15x und Abb. 76. 
Mama 1. 29. 
A. Boetkler, lltonographisdu: Studien zu den Wunder- 
szenen in der ottonischeo Malerei der Rcichenau, in: 
Abhandlungen der B: eriscben Akademie der Wissen- 
schaften, N. F. 52 (1961„ S. 81'. und Abb. 2, 5, 6 und 7. 
Vgl. die abbreviicrten Randminiaturen in dem aus dem 
9.]h. stammenden Codex der Sacra Parallel: des Johannes 
Damscenus in Paris, Bibl. Nal., gr. 923. G. Millzl. Re- 
cherches sur Piecnographie dc Vevangile, 2.Au1l. Paris 
1960, p. 599 und Fig. 621 und 622. 
Genzsis 17, 4-5; Rum. 4. 17-18. 
I. Sandllrimer. Die Herodes-Partien irn lateinischen litur- 
gischen Drama und in den französischen Mysterien, 
Halle 1912, S. 13311.; K. Yuung, The Drama cf the 
Medicval Church II, Oxford 1933, p. 172-196. 
K. Weilznlann, lllustrations in Roll and Codex, Prince- 
ton 1947, _ 134. 
G. Canlts. 11mm: et la Peinture Romam: d: Gemnnie. 
Apports de l'Art Grcc postironoclaste ä Venlnminure et 
ä. 1a fresque oltoniennes et ronianes de Germanic dans 
11-5 themcs de majesti- et des Evangiles, Paris 1966. p. 2711.; 
hier die von ihrem Autor - Swarzenski - später selbst 
aufgegebene und heute kaum mehr haltbare These, daß 
das Perikopenbuch des Custtvs Perhtolt ein Werk der 
Regensburger Werkstatt sei. Über den Stilwandel in der 
zweiten 1mm des 10. Jhdu zu graphischer Abstraktion. 
welche sich schon in byzantinischen Handschriften. wie 
dem Evangeliar aus Trapezunt (Leningrad, Olfenll. BibL, 
gr. 21), ankündigt und beim Menologium Basilius 11. 
(Vaticana, 9.161s, um 935) voll ausgebildet vorliegt, 
vergl. V. Lnzarev. Storia della pittura bizantina, Torino 
1967. p. 139111 
P. Toesm, L2 pittura c la miniatura nella Lombardia dai 
piü antichi monumenti alla rneta del Quattrocento (Neu- 
auflage der Ausgabe von 1912), Torino was, p. 21111,; 
G. de Fmnrovirh, Arte earolingin ed ottoniana in Lom- 
bardia, in: Rörn. ]ahrb. f. Kunstgesch. 6 (1942144), 
p. 115- 255; 14., Problani dclla pittura e della scultura 
preromanica, in: Settimane di Studio del Centro italiann 
di studi dcll'alto medioevo ll, Spoleto 1955 355-519; 
O. Dzmur, Salzburg. Venedig und Aguileja Festschrift 
Karl M. Swoboda zum 28. Januar 19 9, Wien-Wiesbaden 
1959, S. 75-82; H. Brmk. Die romanische Wandmalerei 
in der Schweiz, Bem 1963, S. 6911.: G. Hrusin-P. L. Zo- 
vatro, Monurnenti romani e cristiani di lulia Concordia, 
Pordenone 1960. p. 144-155. 
H. Fizhlrnnu, Neues zum Problem der italienischen 
„Riescnbibeln" in: MittciLd. Instituts f. Österr. Geschichts- 
forschung LVlll (1950), S. 50- 67. 
G. Surarzenski, a. a. O., S. 6311. 
Ebenda, S. 13511. 
Ebenda, . 15611". 
Für beide Evangeliare sowie zu Custos Perhtolt: P. Buberl, 
Über einig: Werke der Salzburger Buchmalerei des 
XI. Jahrhunderts, in: Kunstgesch. Jahrb. d. K. K. Zentral- 
Komrnission I (1907), S. 295.; G. Swarzeniki. Die Salz- 
burger Malerei von den ersten Anfängen bis zur Blütezeit 
des romanischen Stils, Textband, Leipzi 1913, S. 48H. 
A. Mnlijdele, Eine neue Handschrift der Salzburger Bet- 
taldgrup . in: Jzhrb. d. Kuusthist. Institutes d. Zentral- 
komm. . Denkmalptl. IX (1915), BeibL, Sp. 5-18. 
Vgl. P. Bulzevl, Die romanischen Wandmalereien im 
Kloster Nonnberg in Salzburg und ihre Beziehungen zur 
Salzburger Buchtnalerei und zur byzantinischen Kunst, 
in: Kunsthist. Jahrb. der k. k. Zentral-Kommission 111 
(1909). S. 25H". 
H. jantznn, Ottonische Kunst, Munchen1947r passim. Zur 
Problematik des „ommischcn" Stilbegriäs und seiner 
zeitlicher: Abgrenzung: F. Mürherich, Ottonian art: cha- 
nging aspocts, in: Romanßque and gothic art (Aus of 
the twentieth intern. congress 01' the history nr m), 
Prineeton 1963, p. 27-39: P. Blech u. H. Schnitzler. Die 
ottgnische Kölner Malerschule, Bd. I, Düsseldorf 1967, 
5. . 
MG. SS. X1, 39. W. Ohmmgr, Die Byzanzreise des Erz- 
bischof: Gebhard von Salzburg und das päpstliche Sehisma 
im Jahre 1062. in dem Sammelband des Autors Abend- 
land und Byzanz, Darmstadt 1963, S. 3421-1". 
A. Caldxhmidl. Die Elfenbeinxkulpturcn aus der Zeit der 
karolingischcn und sächsischen Herrscher. 2. Bd.. Berlin 
191.5, Nr. 94. 148-153 und 5.101". 
 
 
 
Alpengebiete, und schließlich die Lambach 
regional am nächsten stehende Produktion 
des ILJahrhunderts in Regensburg und 
Salzburg. 
Die intensive Verschmelzung des spät- 
ottonischen Zeitstils der Lambacher Male- 
reien mit byzantinischen Stilelementen ist 
unverkennbar. Vorbildfunktion hat hier 
weniger die makedonische Renaissance mit 
ihrem antikischen Figurenrepertoire sowie 
den vorwiegend malerischen und koloristi- 
schen Qualitäten als vielmehr der im 
10. Jahrhundert einsetzende neuc lineare 
Stil in seinen hauptstädtischen und provin- 
ziellen Varianten. Mittelbyzantinischer Ein- 
Huß ist wirksam in verschiedenen Figuren- 
und Bildtypen, in der besonderen In- 
karnatbehandlung und in einem unruhigen 
Luminarismus". Diese ältere Phase unter- 
scheidet sich deutlich von der in einer 
„zweiten Welle" byzantinisch beeinHußten 
Salzburger Produktion des 12. Jahrhun- 
derts, da ihr die von einem stärkeren Gefühl 
für Körperhaftigkeit bestimmte Verarbei- 
tung des Formen- und Bewegungsreich- 
tums der komnenischen Periode noch fehlt. 
Weiters gibt es hier auch nicht die geo- 
metrische Tektonik der z. B. durch die 
Fresken in der Stiftskirche am Nonnberg 
in Salzburg vertretenen hochromanischen 
Stilstufe. Die Lambacher Figuren wirken 
auch bei teilweise gedrungenen Proportio- 
nen durch ihre Körperparzellierung sil- 
houettenhaft und Hächig, in der Pondera- 
tion labil und schwebend, also mehr der 
ottonischen Tradition des 11. Jahrhunderts 
verpflichtet. 
Ein Zentrum der abendländischen Vcr- 
arbeitung östlicher Einflüsse war Italien, 
für den Alpenraum bedeutsam vor allem 
Venetien und die Lombardei". Bemerkens- 
wert ist in diesem Zusammenhang, daß der 
Auftraggeber des Lambacher Zyklus, Bi- 
schof Adalbero, zumindest zweimal in 
Italien war und päpstlich orientiert gewesen 
ist. Es lassen sich u. a. einige Werke der 
Monumcntalkunst zum Stilverglcich heran- 
ziehen: die Mosaiken des inneren Haupt- 
portals von S. Marco in Venedig (Ende 
11. Jahrhundert), die Fresken im Baptiste- 
rium von Concordia (Ende 11. bis Anfang 
12. Jahrhundert) in Venetien, in S.Pietro 
sopra Civate (Ende 11. Jahrhundert) in 
der Lombardei und schließlich die in 
Sant'Ambrogio in Negrentino (um 1100) 
im Tessin. Vorher liegen das als Angel- 
punkt der Datierungen im oberitalienischen 
Raum um 1007 fixierte S. Vincenzo in 
Galliano bei Cantü in der Lombardei und 
die Apsismalerei im Dom von Aquileja 
(2. Viertel 11. Jahrhundert); sie weisen 
nocltmehr Analogien mit der hochottoni- 
schen Stilstufe der Reichenau auf als mit 
Lambach. 
Da aber diese Werke selbst keine homogene 
Stilgruppe bilden und der überlieferte Be- 
stand an Monumentalmalerei zu schüttet 
ist, können keine entwicklungsgeschichtlich 
präzisen Verbindungslinien gezogen wer- 
den. Jedenfalls läßt sich Lambach trotz 
mancher stilistischen Affinitäten dem Italo- 
byzantinismus nicht nahtlos und exklusive 
einfügen. Dies gilt auch hinsichtlich einer 
Gruppe oberitalienischer Riesenbibeln der 
zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, welche 
als Exportgut der Reformkreise schon 
knapp vor Beginn des Investiturstreites in 
das Gebiet nördlich der Alpen gekommen 
sind und sich gerade in Oberösterreich im 
Cod. XI, 1 der Stiftsbibliothek von St. Flo- 
rian und in den Eferdinger Fragmenten73 
als eindrucksvolle Exemplare erhalten 
haben. 
Es ist vor allem zu berücksichtigen, daß 
der süddeutsche Kunstraum selbst in der 
Miniaturenmalerei von Regensburg und 
Salzburg durch das ganze 11. Jahrhundert 
eine starke byzantinische Komponente auf- 
zuweisen hat. Hervorzuheben ist die Fili- 
ation vom Hauptmeister des Sakramentars 
Heinrichs II. (München, Staatsbibl. Clm. 
4456), für den Kaiser zwischen 1002 und 
1014 in Regensburg hergestellt74, über den 
Miniator I des Salzburger Perikopen- 
buches (München, Staatsbibl. Clm. 15713), 
Mitte l1.Jahrhundert75, zur sogenannten 
Custos-PerhtoltaGruppez Perikopenbuch in 
New York, Pierp. Morgan-Libr. 780 (früher 
Salzburg, Stiftsbibliothek v. S. Peter, Cod. 
VI, 55) 76 und die Evangeliare in Admont, 
StiftsbibL, Cod. 511 sowie in Graz, Uni- 
vcrsitätsbibliothek M. 805 77, schließlich das 
derzeit verschollene Perikopenbuch des 
Prager Piaristenkollegiums 73, alle vier Wohl 
Werke des Salzburger Skriptoriums und 
in das letzte Drittel des 11.Jahrhunderts 
datierbar. Besonders die Salzburger Hand- 
schriften weisen im Figurenstil, in der 
Neigung zur architektonischen Symmetrie 
und zum Hieratischen, Verwandtschaft mit 
Lambach auf. 
Der weitaus größere Reichtum in der 
Szenerie und überhaupt in der Erfindung 
sowie die hohe Qualität der Fresken ge- 
statten es jedoch nicht, Lambach aus dieser 
Handschriftengruppe einfach abzuleiten. 
Vielmehr ist umgekehrt die Frage ange- 
bracht, 0b nicht Monumentaimaleteien 
dieses Ranges auf die Miniaturenkunst der 
Zeit eingewirkt haben und schulbildend 
gewesen sind"). Wcitcrs ist zu bedenken, 
daß das 10. und 11. Jahrhundert die großen 
Saecula der Reichsherrschaft und der otto- 
nischen Stilperiodcßß waren und daß Lam- 
bach als Werk der zweiten Hälfte des 
11. Jahrhunderts noch überwiegend in der 
Formentradition der Spätphase dieses sich 
mit der Chronologie des Herrscherhauses 
nicht deckenden Stils steht. 
Die so intensive Verschmelzung mit byzan- 
tinischen Qualitäten ist sicherlich durch 
die direkten Kontakte, welche Kirchen- 
fürsten des Alpeniandes nicht nur zu Italien, 
sondern auch zur Metropole am Bosporus 
hatten, gefördert worden. Eine auch künst- 
lerische Produktion betreffende Verbindung 
mit Byzanz ist gerade bei Gebhard von 
Salzburgßl, unter dessen Episkopat die 
Custos-Perhtolt-Gruppe noch entstanden 
sein könnte, überliefert. Im Zusammenhange 
mit Adalbero selbst ist auch eine Gruppe 
fränkischer Elfenbeine aus dem späten 
11. Jahrhundert 32 zu erwähnen, welche auf- 
fallend stark byzantinisch beeinflußt ist. 
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