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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 99)

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Tafeltnalerei (Klosterneuburg) aus konser- 
vatorischcn Gründen von vornherein aus- 
geschaltet Werden mußtcn. Die außer- 
gewöhnliche Qualität der gewählten (und 
von den Leihgebern gewährten) Kunst- 
werke macht den Österreichischen Beitrag 
aber doch wieder sehr gewichtig. 
Den stärksten Eindruck hinterläßt in der 
Ausstellung von den österreichischen Leih- 
gaben vielleicht das große Glasfenster aus 
dem Chor der Heiligenkreuzer Stiftskirche 
aus der Zeit des beginnenden 14. jahr- 
hunderts - zwei Prophetenscheiben über- 
einander mit den zugehörigen dekorativen 
Randscheiben -, nicht nur weil dies das 
an sich bedeutendste Werk der frühen Glas- 
malerei in Österreich ist, sondern weil es 
im Rahmen der Ausstellung ausgezeichnet 
placiert ist und in seiner ganzen Pracht zur 
Geltung kommt. Die Gewährung dieser 
wertvollen Leihgabe war dadurch möglich, 
weil sich die Chorfenster seit einiger Zeit 
in Restaurierung befinden, die übrigens der 
bisher mehr geahnten als gekannten Quali- 
tät der Scheiben (Dr. Frodl-Kraft) sehr 
förderlich sein wird. 
Nicht ganz so glücklich ist leider die Auf- 
stellung unserer großen Holzskulpturen. Es 
handelt sich um das große Astkreuz aus der 
Dominikanerkirche in Friesach (Kärnten), 
um die feingliedrige Rirterfigur des hl. Flo- 
rian aus St. Florian und die Madonna von 
Sonntagberg aus der Gotik-Sammlung der 
Österreichischen Galerie. Das Friesacher 
Astkreuz, dessen Herkunft aus Salzburg 
durch sehr enge künstlerische Verwandt- 
schaft mit dem ebenso gewaltigen Kreuz 
der Benediktinerinnen auf dem Nonnberg 
und die territoriale Zugehörigkeit des 
Friesacher Klosters zu Salzburg in gleicher 
Weise nahegelegt wird, kann seine über- 
ragende expressive Potenz, die aus einem 
seltsam reinen Zusammenhang von herber 
monumentaler Größe, von grandios be- 
wältigter kühncr Bewegtheit des Körpers 
und einem überaus sensiblen, nervösen 
Formen- und Linienspicl der Oberfläche 
resultiert, neben anderen Beispielen dieser 
Art trotz ungünstiger Beleuchtung unter 
Beweis stellen. Der sehr höfische hl. Florian 
in seiner strengen Säulenhaftigkeit, mit sei- 
nen senkrechten Faltenkannelüren, kann bei 
schwachem diffusem Obcrlicht nur äußerst 
beschränkt zurGeltung kommen. Die „Sonn- 
tagbergerin" läßt von ihrer reichen Drei- 
dimensionalität in der Ecke, in der sie steht, 
nur wenig vermuten. Leider verliert auch 
das sehr zarte „Fragment einer Kreuz- 
abnahme" aus dem Wiener Diözesan- 
museum in dem Halbdunkel des Souterrain- 
raumes ein wenig von seiner Wirkung, 
bekanntlich einer der schönsten Reste eines 
1334 gestifteten Fronleichnamsaltares im 
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