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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 99)

Thaddäus in der Altstädter Vinoritenkirche 
St. Jakob (bei dem die endgültige Ent- 
scheidung über die Frage der Autorschaft 
erst eine Restaurierung abwarten muß) 19. 
In derselben Kirche befindet sich auch dic 
fragliche, ziemlich ausdruckslose hl. Wal- 
purga, bei der aber durch eine gut be- 
gründete Urkunde Liskas Urheberschaft 
nachgewiesen ist. Liskas letzter Auftrag 
für Prag sind einige Bilder für die Prag- 
Neustäclter Ursulinerinnenkirche, vor allem 
die monumentale Apotheose der hLUt- 
sula und der Martertod ihrer Gefährtinncn 
(1710). Nach 1707, als Liska zurück nach 
Leubus übersiedelte, entstanden einige klei- 
nerc Altarbilder für die Zistcrzienserkirche 
in Kamenz (Kamenec Zqbkowicki), die 
jedoch bis auf ein einziges die Kirchen! 
verwüstunz des zweiten Weltkrieges nicht 
derc Liska nahestehende Bilder in schlesi- 
schen Kirchen, zum Beispiel die hl. Hed- 
wig und die Adorarion der drei Könige in 
dcr Zisterzienserkirche in Wartha (Barde 
Slaskie}, sollten noch einer speziellen Unter- 
suchung unterworfen Werden. 
Verhältnismäßig selten treten bei Liska 
historische Themen auf. Wahrscheinlich 
aus der Duxer Waldstein-Sammlung kam 
in die Dresdner Galerie das Bild Achilles 
übergibt Cäsar den Kopf des Pompeius 
(seit 1861 verschwunden) Zl. Aus der Kol- 
lektion der Grafen von Wrtby (zuletzt im 
Schloß Kfimice) stammt das exklusive 
Thema Kaiser Caracalla mordet seinen 
Bruder Geta im Schoße seiner Mutter, das 
in lebendigen und schrillen Farben geschil- 
dert wird (um oder vor 1700; Staatsschloß 
Kozel) 11. 
(1689) in Zusammenhang gebracht wurden, 
sind zwei groben Übermalungen zum Opfer 
gefallen, so daß nicht einmal das Kompoa 
sitionsscherna festere Anhaltspunkte bietet. 
Einigermaßen besser erhalten sind die drei 
Freskolünetren mit StrAugustinus-Szenen 
in einer Seitenkapclle derselben Kirche, 
von denen eine die Komposition des be- 
rühmten Gemäldes mit dem Heiligen am 
Meeresufer von Giovanni Lanfranco (Rom, 
S. Agostino, durch graphische Reproduk- 
tionen verbreitet) übernahm 13. Zu den 
verlorengegangenen Wandmalereien Liskas 
gehören auch seine Fresken in der St.- 
Niklas-Kirche in der Altstadt (später durch 
Dienzenhofers Neubau ersetzt), die wohl 
noch aus den neunziger Jahren stammen 
(1693 hM Liska die Hauptaltarbilder ge- 
liefert; die Altäre in den mit seinen Fresken
	        

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