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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 99)

UND INTERESSANTES AUS 
lTERNATlONALEN KUNST- 
'erken von Ernst Fuchs bringt die 
er Galerie svdaw, Frankfurt. bereils 
"Brauen Liederbuch" heraus. eine 
mii 10 Farbradierungen und einer 
lplalte des bekannien Künstlers der 
schule des phantastischen Realismus. 
lage dieser Luxusausgabe beiragi 
iplare, der Preis 2400 DM. Wem 
ilian zu ieuer erscheini, der kann 
s schan ieizi um die t-tdlfle des ge- 
Betrages seinen Bedarf an Druck- 
n Braucrs decken: seehs in Paris 
eFarbradierungeMAuflage aosiueki 
nelied salamas werden van Sydow 
Timen 1200 DM angeboten. Einzel- 
ir 240 DM. 
Osierreicher Dr. Wieland Schmied 
Kestner-GesellschaftHannaverzelgte 
'tl Rallekiiven von lasei Albers und 
o Gnoli. 
sssanien Aussiellungen warieien auch 
Münchener Galerien auf: olbilder 
iarelie von Rainer Kiiehennieisier 
iis Ende Juni bei Slangl, Brienner- 
l. zu sehen, Malereien des Kolum- 
Fernanda Bolero in der Galerie 
, neue Arbeiien van Dan Flavin in 
xntgardc-Galerlc Friedrich, Maxi- 
aße 15. 
r Aussiellung seiner beiden Zyklen 
67" und „Lied der Lieder" wurde 
ner Zeichner Ernst Degaxperi von 
iischen Gesellschafi fdr chrisiliche 
M"nchen eingeladen. Die Exposition 
mlöngst durch eine gelungene Fern- 
ng einer breileren Oiieniliehkeii 
iewardenen Graahikers fand im 
iiilelsbaeheralaiz 2 slaii, Dauer: 
IlS 29.Juni1968. 
von Krieau" lautet der Titel einer 
isenskulplur des zur Zeil in Stuttgart 
fessor tätigen Linzer Bildhauers 
loflehncr. die auf dem Geldnde der 
fit Freiburg aufgestellt wurde. Neben 
edeutenden Ankaufserfalg vermeidet 
iie Chranik des iriieriiaiiahal renam- 
Plclstikcrs jedoch noch eine weiiere 
von Rang: l-laflehner wurde zum 
zhen Mitglied an der Akademie der 
n Berlin ernannt. 
Peler Baum 
i der Mutter des Künstlers" 
sich dieses Olgemalde van Oskar 
ka. das vbr kurzem von der Osier- 
eri Galerie im Oberen Belvedcre 
n werden kanriie und im Kakaschka- 
r sidndigen Sammlung besichiigl 
kann. Das aus dem Jahr 1917 stam- 
tild (es befand sich ursprdnglich in 
Privaibesiiz und wurde bei Mari- 
, London. gekauft) zählt zu den 
irken des ösierreiehischen Expres- 
, Die weseniliche Neuerwerbung. die 
r Bereitstellung der sicherlich nichi 
i Ankaufssumme durch das Bundes- 
um für unierrichi mbglich war. isi 
zuliches. doch seltenes Beispiel rich- 
liurpblilisehen Handelns (Abb. 20). 
Peler Baum 
alobeispicl modernen, funkiidns- 
n Bauens präsentiert sich das Re- 
ianszentrum für Hirnverletzte der 
nen uniallirersicherungsansiaii in 
zidiing, Kundratstraße 37. das vor 
Manaien seinen Betrieb aufgenam- 
l. Der slernfdrmige, van Archilekl 
Peictil entworfene Bau basiert auf 
äxakt ausgearbeiieien Raurn- und 
saragramm, das vam Archiiekien 
er Zusammenarbeit mit der Arzte- 
nisarechend den medizinisch-ihera- 
en Erfordernissen der Anslall eni- 
wurde. Der auch in rein architekz 
isthetlscher Hinsicht überaus beach- 
2, auf eine möglichst enge, organi- 
rrbindung van innen und Außen 
z Bau stößt in Fachkreisen des Aus- 
ereits auf großes Interesse (Abb. 22). 
Peler Baum 
erit-Zentrum, Wien. Wicdner Haupt- 
and vom ZO. bis Z8. Mal eine Aus- 
der Belonglaslenster des Wiener 
ler Künstlers Florian Jakowitsch statt. 
l hohen und 75 cm breiten Streifen, 
zr Aurersiehungskirche in Nürnberg, 
ie bestimmt sind. in Abständen mon- 
rden. wu en hier zu einem Block 
m' verei igt gezeigi. Da sie den 
lnden der Kirche eine Geschlossen- 
en sollen, hat Jakowltsch die Betan- 
iir stark ausgeführt und die Farb- 
auf gedamptle Griin-. Grain, Braun- 
dtdne beschrankt. Zu einer gemein- 
Nand vereinigi - wie es alse bei 
hauslellung der Fall war - entstand 
isiiger Eindruck. da die nun drbiie 
u sehr zersaliiieri wurde. Der Fin- 
r Schlierigen französischen Dick- 
ibt sehr schöne Lichtspielc. Nach den 
des Künstlers. dcr auch Lichtbilder 
aren Kirchenfenstern ausseiner Werk- 
igie, gchi seine Entwicklung zu einer 
higeren. von ciar nguraiiven Dar- 
freien Gestaltung. 
ch hai u. a, Fensier in Wiener Neu- 
i vandas im Mantafon. in valker- 
in Scharndarf (BRD), in Heilbronn 
i Niirnberg (BRD), in Gaville (Frank- 
nd in La Matte-Chalancon (Frank- 
esialieli A. v. 
 
RESTAURIERUNGEN lN LAXENBURG 
IM HINBLICK AUF DlE AUSSTELLUNG 
iiROMANTlK UND REALISMUS IN 
ÖSTERREICH" 
Die umfangreichen Schloßanlagen van 
Laxenburg waren durch die Falgen des 
zweilen Welikrieges in ihrem Bestand schwer 
geidhrdel, im lahre 19s2 enlschlassen sich 
die Bundeslander Wien und Niederbsierreich. 
eine gemeinnuizige Schlari-Laxenburg-Be- 
iriebsgesellschaii zu grunden und mit einem 
bedeuienden Kapital fiir lnvesliiianen aus- 
zusiaiien. Mii der Bauführung wurde Dom- 
baumeisier Archiiekl Kurt Slögerer be- 
traut. 
Das eigeniliche Lusischlaß Maria Theresias, 
dei- sagenannie Blaue Hof(Abb.23). der durch 
Nicaia Pacassi wahrend und nach dem sieben- 
idhrigen Kriege fur die Kaiserin ausgebaut 
wurde. kannie bis ieizi zum graßien Teil 
wieder insland geseizl werden In den Rau- 
men, welche iiir die iunge Kaiserin Elisabeth 
um 1860 eingerichiei wurden, und im an- 
schließenden Darnesiikenlraki hndei vom 
1s,Mai bis Anfang Okiaber die Ausstellung 
..Ramaniik und Realismus in Osterreich" 
siaii. Die Aussiailung der Raume im sinne 
der Milie des varigen Jahrhunderls wird in 
guier l-larmanie zu den ca. 250 ausgesiellien 
Gemälden und Zeichnungen siehen. Die 
Wande der Raume wurden wieder mii 
Damasl besbannl und die vergaldungen der 
Siukkaiur wiederhergeslelli. 
Die Aussiellung wird durch die Sammlung 
Georg Schafer in Schweinfurl besiriiien. Den 
Ansiaß gaben zwei Ausstellungen, „Klassizis- 
mus und Ramaniik in Deiiisehland" und 
"Der fruhe Realismus in Deulsehland" im 
Germanischen Naiianalmuseum in Nurnberg. 
In diesem Rahmen wurde auch eine Anzahl 
Werke öslerreichischer Kunsller zur Schau 
gestellt (Abb. 24). Durch die lniiiallve des 
Herrn Unlversltdtsprofessars Dr. Feucht- 
muiler und des wissenschafilichen Betreuers 
der Sammlung Schaier, Dr. Konrad Kaiser. 
gelang es nun. eine umfassende Schau van 
asierreichischen bzw. in Österreich lebenden 
Malern iener Zeil zusammenzusiellen und 
fur eine Ekaesiiian in Laxenburg, das dafür 
den idealen Rahmen gibi, zu arganisieren 
(Abb. 23. 24). A. v. 
DIE WIENER SECESSION IN BRATI- 
SLAVA. CSSR 
in Anwesenheit zahlreicher tschechischer und 
österreichischer Künstler eroffnete der oster- 
reichische Konsul in Bratislava (Preiiburg) 
am 2a. April in den Aussieilungsraumen des 
Verbandes der tschechoslawakischen bilden- 
den Kunstler eine Schau, die 120 Graphiken, 
Aquarelle und verschiedene Mischtechniken 
von Mitgliedern der Wiener Secesslan zeigte. 
Die von Walter Eckert zusammengestellte 
Exposition legie sich nichi aufelne besiimmie 
Richtung fesi. sanaern versuchie. einen 
quaiildlvallen Quersehniil aus verschiedenen 
Sireburigen zu bringen. wobei die guten jun- 
geren Krafie berechtigt zu einem breiieren 
Forum kamen. Besonders nennenswert Waren 
die ieider nichi sehr gui blacierien Graphi- 
ken. Avramidls, Hrdlicka. Sthonwald, Eisler 
und Frohner vertreten eine expressive Reali- 
tät. wobei man dem letzteren nun immer 
mehr Beachtung wird schenken miissen. 
Ringl. Pangralz und Rainer slaßen in unter- 
bewußie Schichien. während Gaebel. Tahedl 
und Kreulzberger, bei aller formalen Ver- 
schiedenheit, den umgekehrien Weg gehen. 
ßesbnders Kreutzberger bringi eine aus- 
gewogene Farbkullur mii. die in seinen in 
gedamafien Farben gehalienen Aquarellen 
zum Ausdruck karnmi. Dieselbe Wegrichtung 
hat auch Peter Bischof, seine lockeren blauen 
Farmalianen beweisen, daii er nach lange 
nicht iesigeiahren isi wie manche seiner 
Kollegen, mii denen er sich var lahren auf 
den Weg gemacht hal. van Fruhmann und 
Mikl waren plakaiive Druckgrclphlken zu 
sehen, von Karl Stark Gquachen in schonen 
Farben und fliehenden ubergangen, i-ians 
Staudacher war etwas monoton vertreten. 
.,Paesie--_ Ernst iandi stach angenehm herver. 
Die Auswahl von Paul Meiflner war weder 
neu nach besanders glueklich. Eine graiie 
Federzeichnung von Rudaii schweiger be- 
zeugte den Bildhauer. Der Raum hatte 
durchaus noch die Aufstellung einiger Klein- 
pldstiken veriragen, Vielleicht kannie rnan 
in Zukunft auch darauf Ruckslcht nehmen, 
A. V. 
EIN NEUER KIRCHENLUSTER VON 
FRANZ KAGRA 
in der Pfarrkirche St. uirieh in Wieselburg 
(N0) wurde vor kurzem ein Fiseniusier des 
bekannien Bildhauers Franz Kagra aui- 
gehängt. Die in einem Durchmesser von 
so cm angeerdneien, in kaniigen und spitzen 
Elementen endenden Farmen erinnern einer- 
seiis an eine Dornenkrone. anderseiis an 
eine mauerumschlassene und zinnengekranie 
Stadt: das himmlische Jerusalem. Die Arbeii 
wurde im Auftrag des bundesdenkmalarnies 
durchgefuhri und fugt sich gerade durch ihre 
zeilgendssische Farmgebung in den renavier- 
ien Baukorper des allen gaiisehen Kirchen- 
ieiles ein. Mit den harien, saerrigen Segmen- 
ien und ihren variierien Einsätzen schiieiii 
diese Arbeit in einem praktischen Bereich mit 
Kaaras Eisenplastiken aus den (rühcn sech- 
ziger iahren an. sie schani auch zu dem 
miiieiaiieriienen Weiierieben. das durch die 
Archiiekiui- refusiert wird, ein würdiges zeit- 
geniaiies Pendant (Abb. 21). A. v. 
Z0 
Z1 
22 
23 
Z4 
 
 
Oskar Kokaschka. Bildnis der Muiier des 
Künstlers, 1917. Neuerwerbung der 
Osierreichischen Galerie durch Muni- 
iizenz des Bundesministeriums fur unier- 
richi 
Der neue Luster der Pfarrkirche Si. ul- 
rich in Wieselburg, Nicderasterreich, 
eine besbnders gelungene Arbeii van 
Franz Kagra 
Franialansichi des neuen Rehabiliiaiiens. 
zentrums iur Hirnverieizie in Wien- 
Meidling, nach einem Entwurf van Areh. 
Gusiav Peichl 
Schlot! Laxenburg, der Blaue Hof", 
in dem die Aussiellung ,. amaniik und 
Realismus in Osierreieii" stattfindet 
Ferdinand Gearg Waldmiiller, Bildnis 
des lahann Feldmiiller. des sahnes des 
Schirimeisiers Maihias Feldmuller. mii 
seinen Kindern. 1931i. Ol auf Leinwand, 
1295x1005 cm. Eez.: Waldmuller 1334, 
Aus der Sammlung Gearg Schdfer, 
Sehweiniuri, die derzeii als Aussiellung 
niiamaniik und Realismus in Osterreich" 
im SchloÜ Laxenburg siailrindei 
 
HERBERT MÜLLER STELLT IN 
STAINACH AUS 
lsi es berechiigi, die sagenannie Praiiinz heuie 
aus einer allgemeinen Kunstenlwicktung aus- 
zuschließen? Oder erhält sie nicht gerade aus 
ihr schöpferische Antriebe. die den in städti- 
schen Zentren durch Technik und Mechani- 
sierung rarcierien Kratten ergänzend an die 
Seite treten? Die Ausstellung Herbert Müllers 
in Stainach scheint eine beachtenswerte Ant- 
wari zu geben. 
Nichis von Forrnspiel. Aiiiiasung, Experi- 
menien, nichts aber auch van krambfhafiem 
Festhalten an einer Tradition um ihrer selbst 
willen: eindringliche Lebendigkeii in Farbe 
und Form. in Pinselsirich und Federzug! 
immer geht es ahne die Schrlttmacherdienstc 
von Managern. Gerade in der Bescheidenheit 
brinei sich der weg ins bleibende Die Naiur, 
die Dinge, der Mensch sind fur Herbert 
Miiller unclntaslbare Warte geblieben. er 
suchi sie weder zu umgehen nach zu ver- 
schlelern, schon gar nicht zu verzerren oder 
in ihrer Substanz unkennilich zu machen. 
Seine Bilder sind Kompositionen, bei denen 
die Farben die Kontraste in der Natur Stei- 
gern, seine graphischen Blattar Raum- 
suggesiianen durch die Differenzierung:- 
iviöglichkciten der Schwarz-Weiß-Methodc, 
So enlsiehen hier wie dort Werke, mii denen 
der Betrachter durch eine Faszinationskraft 
verbunden wird. die ihr versiandnis ieichl 
machl. Aber es geht gar nichi um "Verständ- 
lichkeit". es geht bei Herbert Mulicr - und 
es wird Weiterhin bei aller wahren Kunst 
gehen - um das .,Erlebnis". 
Mii rund 40 Ausstellungsstücken gibl der 
siainacher Kunstler, der langsi in ganz 
Österreich anerkannt isi (Werke vaii ihm 
in Wien und Graz) einen Querschnitt durch 
sein Schaffen. Eine gemalie Landschaft (und 
er malt deren viele in verschiedenen Lun- 
dern: Italien. Frankreich, Deutschland, 
Türkei, immer wieder aber in der Wahl- 
heimat Obersteiermark, im osterreichischen 
Alpenvorland) isi nie ein seelenzusiand, sieis 
aber ein inneres Parirai. ein Bild mii weseni- 
licher Aussage. Die gegenständliche Farm 
wird nicht verlassen, nirgends iedach isi sie 
eine Fessel fur die Phantasie oder der Zwang 
zu architektonischen oder vegetativem Sehen. 
Es sind keine Traume. sondern van starker 
Ordnungskraft in Farbe und Rhythmus be- 
siirrimle handfeste Darstellungen. deren Reiz 
gerade darin liegt, dafi Sie uber die ihnen 
geseizien Grenzen hinausreichen und so ein 
graiieres und weiieres eiid geben als „nur" 
das Dargesieliie. Die "Haugsdorfer Land- 
Schaft" eiwa zeigi nichi bloß die wagenden 
Getreidefeider in sommerlicher Stimmung. 
vielmehr die ganze eigenariige Atrriasphare 
der hügeligen Ebene. Bei der „lstrianlschen 
Landschaft" ist nicht bloß die rote Erde 
farbig bestimmend, das Gehöft im Hinter- 
grund und das Licht des südlichen Himmels 
lassen das nahe Meer fühlen, In den „Enns- 
auen" bestimmen kalte Farben das flachig 
gebaute Bild, die Büume Wirken wie Leber 
Wesen. Ein "Kinderkopf" im Profil zeigt 
nicht bloß das Porträt, Sondern macht das 
Kindhafle schlechthin deutlich. Jede der ge- 
zeigten Arbeiten von Herbert Müller steht 
für eine ganze Gruppe ahnlicher Werke, ihre 
Gegensötziichkeit verrat die Fülle seiner 
Erlebnisrriagliciikeilen. ln den lelzien Jahren 
hat sieh der Künstler viel mii der Monatypie 
befalll: in dem Bestreben, die reizvolle Zu- 
iaiiswirkung in geeigneten Themen bewurii 
auszuwerten und damit wieder den Zufall 
auszusehalien. Norbert Langer 

	        

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