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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 100)

S UND INTERESSANTES AUS 
INTERNATIONALEN KUNST- 
Ölbilder und Plastiken des bekannten 
ian Kunstlers Hom Antes waren irn 
id August in der Galerie Slangl in 
en zu sehen. 
dem Titel "Gegensätze" zeigte die 
lls in liiiunchen beheimatete Galerie 
le Loo (Sluckvillci) Werke von R, 
istein. P. Alechinsky, H. Platschek, 
ies. Asger iern, Wols. saurd, Kiiai. 
s. Jim Dine, Schumacher und anderen. 
(unstmarkt Köln findet heuer vom 
s 20. Oktober statt. An der Schau 
n unter anderen die Galerien Gunar 
ldorf). Ricke, Der Spiegel und Zwirner 
Springer (Berlin) sdwie siangi. 
is und van de Loa (München) ieii. 
ich der Ausstellung erscheint wie im 
ir ein 45x32 Zentimeter großer 
9. davon 150 Exemplare als Luxus- 
ien mit Originalqraphiken. 
September dauerte die Ausstellung van 
ito in der Kestner-Gesellschaft Han- 
Prelesser Dr. Fritz Novatny erhieii 
Jrgermeister Bruno Marek die Ehren. 
iie der Bundeshauptsladt Wien. 
1 iduieie der Titel einer neuartigen 
iusstellung in einem iiaihreriigen Unter- 
mhnhof in München-Schwabing, Die 
fand ungewöhnlich viel Interesse. 
viener Bildhauer Rudolf Kedl sieiiie 
g aus. 
so. Geburtstag ieierie der Wiener 
ekt und Hochschulprofessor Karl 
iirer. 
iri-adgii-Museuiri soll biS zum lahr 1971 
slerdam errichtet werden. 
irhen Reud, einer der bedeutendsten 
chriftsteller und Theoretiker der Mo- 
verstarb fünfundsiebzigjahrig in 
iravefYorkshire. 
irsie Preis der Biennole von Rijeka 
derri Wiener Bildhauer und Graphiker 
Hrdlicka zuerkannt. 
Fuchs. prominentes Mitglied der Wiener 
. übernahm eine Lehrstelle an der 
'slll".lt von Jerusalem. 
Neuwirth, Präsident der Wiener 
ergrupae ..Der Kreis", eriiieii den 
n Kulturpreis des Landes Nieder- 
aich fur bildende Kunst. 
Peter Baum 
ERWERBUNGEN DES MUSEUMS 
20. JAHRHUNDERTS (1) 
luseum des Z0. Jahrhunderts in Wieni 
ei seiner Eroffnung 1962 einen Bestand 
iZ Bildern und 31 Plastiken aufwies, 
2 irn Laufe der lahre seinen Besitz 
ne Anzahl von über 200 Exemplaren 
en. ln dem eben erschienenen um- 
den und rnitzclhlreichen. auch farbigen 
irgaben versehenen Katalog der sdrnrn- 
zeigt der Direktor des Hauses Werner 
xnn die Richtlinien seiner Sammlungs- 
eil 7 bedingt durch die Finanzielle 
anirung r in einem vdrwdri auf. 
iig ihni "weniger uni internationale 
ritöten als darum. die charakteristischen 
ungen darzustellen, von denen die 
unseres Jahrhunderts getragen wird". 
in diesem Sinne sind auch die Neuer- 
ingen des Museums. die in den Jahren 
iB getätigt wurden, zu verstehen, wobei 
wesentliche Beispiele nach Wien ge- 
ien sind. 
llern ist „Komposition mit Blau" (1935) 
iei Mondrian zu nennen. Ein Zeugnis 
sirengen in der von Mondrian. van 
iurg und l. J. Pieter Oud 1917 ge- 
eien Stiit-Bewegung zusammengefaßten 
nischen Kunstrichtung. Ein wichtiges 
iis der futuristischen Epoche wurde 
iiacomo Ballas „Merkur zieht vor der 
ivorbei e durch das Fernrohr gesehen" 
i erworben und die Beispiele der Kon- 
ivislen, die etwas spärlich vertreten 
um "AFChtlBktUFH (1923) von Loios 
k bereichert. Mit Max Ernsts .,Festrnahl 
Sbtter" (1948) ist eine erfreuliche Er- 
-ung der surrealistischen sdrrirniung 
erzeichnen. Auch Frantisek Muzikas 
Jptikum" (1944) isi eine Bereicherung, 
es doch iene Spielart des Surrealismus. 
man mit ,.weichen Stil" bezeichnen 
e. Ein in seinen Farben und in der 
ttelbarkeit der Pinselschrift besonders 
ißendes Bild ist das große Aquarell 
sdrn Francis (1956). womit iene heute 
zu Unrecht von manchen deklassier- 
ideiie freier Gestaltung dokumentiert 
llit dem „RaurnkonzepW (1957) von 
Fontana wird die Suche nach neuem 
'lQl und einer Applikatur ernüchternder 
ichkeiten dokumentiert. Eine wesent- 
Erweiterung arlistischer Erfassung ist 
inbeziehung der Bewegung und damit 
iineniidngend einer zeitlichen Kom- 
ite, Ein auch im ästhetischen behei- 
es Werk dieser Rieiiiurig isi die neuer- 
ene ,.Sonne des Meeres" (1967) von 
zMack (Aldhjeiz). v 
.KE VON TONl GREGORITSCH 
Karntner Landesgalerie, kiageniuri. 
gasse s, ersucht Besitzer von Bildern 
Vlalers Tdni Gregoritsch (ises-iszz) 
ks Anlage eines Werksverzeichnisses 
liesbezügliche Miiieilungen. 
äflnq L... au, rund) 
BILDTEXTE 7714 
Piet Mondrian. 
(1935) 
Giacomo Balla, Merkur zieht vor der 
Sonne vorbei e durch das Fernrohr 
gesehen (1914) 
Max Ernst. Festmahl der Götter (1948) 
Sam Frclncls. Blau und Gelb (1956) 
Lucia Fontana, Raumkonzept (1957) 
Komposition mit Blau 
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14 
 
PICASSO- 
AUSSTELLUNG 
Heinz Mclck, Sonne des Meeres, Nr, 5 
(1967). Sechs Neuerwerbungen des Mu- 
seums des 20. lahrhunderts in Wien 
Flugblatt „Entartete Kunst", kam zur 
Verteilung in der ersten großen Deut- 
schen Kunslausstellung im Haus der 
Deutschen Kunst 
Aufruf der Liga gegen Entartete Kunst 
anlofllich der Picasso-Ausstellung 1968 
in Wien 
KRAKAUER MONSTERBIENNALE 
DER GRAPHIK 
In der Stadt Krakau in Polen ist die Zweite 
internationale Biennaie der Graphik zu 
sehen. 46 Länder (mehr als bei der Biennale 
von Venedig) mit 406 Künstlern und ins- 
gesamt1000 Blättern geben Sl(h dort Rendez- 
vous: Länder, Künstler und Werke aus der 
astlichen. der westlichen und auch der so- 
genannten dritten Welt. Von Nordamerika, 
Australien und Argentinien über die beiden 
Deutschland und England und Frankreich 
bis zur Sdwieiunidn: von Istanbul und Ungarn 
bis Hongkong und Arabien reicht die Liste. 
Osterreich ist mit einer starken Mannschaft 
beteiligt. Nicht weniger als zehn Künstler, 
zum grollten Teil aus Wien, zeigen Proben 
ihres Könnens. Darunter Adolf Frahneri 
Arnulf Rainer. Rudolf Schönwald und Alfred 
Hrdlickcl. dessen großartiges Blatt rnil dem 
Titel "Johann Joachim Winckelrnanns schau- 
riges Ende" von dem Direktor eines der 
drei Museen moderner Kunst angekauft 
wurde, die es in Polen gibt 
Hrdlicka. der sich international schon mehr- 
mals rnii Ruhrn bedeckte. ist ein nguraiiver 
Kunstler. einer. dem es um große zeit- 
genbsslsche Themen gehi. und figuralive 
Kunst hat, wenn man dieser aierindie glauben 
darf, heute ganz offensichtlich die Uberhand 
in der Welt. Vor allem irn Wesien, wahrend 
irn Osten e das rnuß nian paradoxerweise 
sagen arn ehesten rideh die Ruckzugs- 
gebiete der Abstrakten liegen. 
Ein Kunstler aus der Deutschen Demokrati- 
schen Republik, lngo Kirchner. erhielt einen 
der beiden Grollen Preise - und seine Blatter 
sind abstrakt Ein sehr sensibles Zusammen- 
spiel von wenigen Ziffern und Buchstaben 
auf farbig fein getonten und seiidn kOmpO- 
nierten Flachen kennzeichnet sie, die zur 
Kategorie .,Theme Iibre". "Freies Thema", 
geharen, wie es in der Ausschreibung heißt. 
Der in Paris lebende Argentlnier Antonio 
segui hingegen wurde als Trdger des ardisen 
Preises zum Thema ..Der Mensch und die 
zeitgenössische Welt" auserwahli. Der Kunst- 
ler betrachtet die Laster und Schwachen 
seiner Zeitgenossen mll ardzie und Ironie. 
Pop-Art hat bei ihm Esprit bekommen und 
schreckt auch durchaus nicht vor Seiten- 
blicken auf Hitler und den Reichsadler zu- 
ruck. Antonio Berni, seguis Landsrndnn. 
zeigi gerne Gegensätze. Wohlgeformle und 
sehr mangelhaft bekleidete silberne Mädchen 
in Prögedrucktechnik werden mit Boxern 
nach dein karnpi oder inii abgerackerten 
Frauen, die der Zeiturigsdruck wiedergibt. 
konfrontiert. 
Zwei Preise gingen an England, das. wie 
die Japaner. eine besonders schöne Kollek- 
tion beigestellt hatte, Colin Lancely, den die 
Marlborough-Gallery in London vertritt, isi 
einer der wichtigsten Graphiker dieser Schau. 
Das so oft ins Ruhrselige und Melodramatische 
hinubergespielte Maschinenthema wird bei 
ihm mit einer tänzerischen Frohlichkeit und 
Anmut behandelt. Die Maschine ist des 
Menschen Freund, sein heiterer Diener, und 
so weit sie es noch nicht sein sollte, kann sie 
es immer noch werden, scheint der Kunsller 
zu rneinen, 
Grllphlker. die alles konnen, was iinrner sie 
sich vornehmen. sind die JUQOSlGWEH. Sti- 
listisch und thematisch verfügen sie über ein 
graues Register. Die Pdien kommen ihnen 
nahe. Die Masse ist das Thema von Andrze; 
Pietsch, Der radfahrende Ahasverus von 
Mieczvslaw Vileiman erleidet seine Tragodien. 
Ins Abstrakt-Expressionislische reichen die 
Blatter von Witold Skulicz. Aus Westdeutsch- 
land kam unter anderen Horst Antes ange- 
rückt. Die Tschechen sandten eine gute, 
ganz und gar „avclnlqardistische" Truppe, 
Surrealismus ist dort immer noch Trumpf. 
Phantastische und thematisch bestimmte Kunst 
gibt es auch bei den Skondinaviern. 
Durch die iiaiiener eigentlich ersi erfahrt 
man, dal} neben Pop-Art auch Op-Ari EXI- 
stiert. Spanien schickt einen Volks-Picasso 
namens lose Ortega und den farblich unge- 
rnein noblen GFCIDHIKSF iuan Piiuein, der 
niii den oegensianden seiner metaphysischen 
Stilleberi. meist einer Frucht, einem t-lorizont. 
einer Wand, ungemein sparsam verfahrt. 
Dali nguraiive Kunst nicht modern sein rriuß. 
sondern von gestern, vom 19. Jahrhundert und 
verstaubt sein kann, das beweisen einmal 
mehr die Russen Aut dieser Biennole einer 
neuen Gegenstandlichkeit sind sie der 
dunkelste, der schwachste Punkt. 
Johann Muschik 
URTEILEN AUCH SIE SELBST 
Anlößlich der Picasso-Ausstellung in Wien 
entfaltete die ,.Ligd gegen Entartete Kunst" 
eine rege Tötigkeil, Wir stellen eine Publi- 
kallon dieser Vereinigung einer anderen 
aus den Tagen des „ioooiahrigen Reiches" 
gegenüber, Seht ciirii das dni Urteil selbst! 
Wall! wriiir 
,.Dds Ganze dieni der zersidrung unserer 
Kultur", schreibt diese Liga. Wir haben die 
zersidrung erlebt: Sie begann mit den 
Bucherverbrennungen. mit der Piunderung 
der Museen und der Verfolgung nicht- 
arischer, aber auch arischer Kunstler und 
tuhrte zwangsweise zu Theresienstadt, Au- 
schwitz und ahnlichen Kulturstatten. 
wl-lelfen sie rnii". sehreihi die „Liga gegen 
Entartete Kunst" (Abb. 13. 14) 
Alois Vogel 
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