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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 100)

B' liagraphie zur Kunstgeschichte des 19. 
Jahrhunderts. Publikationen der Jahn 1940 
bis 1966. zusammengestellt von Hilda Ltatz- 
moiut. mit tteteroten von K. Lankh . 
F. Novotny und tt. a. svers. studiert zur 
Kunst des neunzehnten Jahrhunderts. Bd. A, 
Forsetiurigiuiiternetimon der Fritz-Thynan- 
stittung, Arbeitskreis Kunstgeschichte. 
Prestel-Verlag 1968. 234 Seiten und 
7 Abb. 
Der Arbeitskreis ,.Kunslgeschichte" der 
Fritz-Thyssen-Stiftung hat sich die Erforschung 
der Kunst des 19. Jahrhunderts zur Aufgabe 
gestellt. Vier Bände aus den Jahren 1965-1963 
zeugen von dem intensiven Bemühen. Licht 
in das Dunkel des uns so nahen Jahrhunderts 
zu bringen. 
Der letzteischienene Band. die Bibliographie 
zur Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. 
kann als eine Fortsetzung des ersten gesehen 
werden. Ging es dort in Vorträgen und 
Diskussionen über das Thema "Historismus 
und bildende Kunst" darum. einen Standpunkt 
zu finden. van dem aus die vielfältigen 
Kunsterscheinungen des letzten Jahrhunderts 
gesehen werden können. so will der jüngste 
Band der Reihe einen Uberblick geben über 
das. was in dem Viertetiahrhundert seit 
1940 zur Erforschung jener Zeit geleistet 
wurde; zugleich gibt Hilda Lietzmann ein 
handliches Nachschlagewerk. 
Die Zahl von 4431 Titeln. die aus jenem 
Zeitraum über die Kunst des vergangenen 
Jahrhunderts festgestellt werden konnten. 
sollte nicht darüber hinwegtäuschen. wie 
wenig das Kunstschaffen dieser Zeit bisher 
interessierte: es kann kaum einen Zweifel 
dariiber geben. den eine Bibliographie zur 
Kunstgeschichte des1B. oder 17. Jahrhunderts 
quantitativ mehr zutage brächte. 
Und dieses wenige sammelt sich um Schwer- 
punkte. Ein solcher ist die französische Ma- 
lerei. von der gesagt werden kann. daß sie 
in ihrer Kontinuität überschaubar ist. auch 
wenn die "Akademie" von dieser Betrachtung 
weitestgehend ausgeschlossen blieb. In der 
Plastik dagegen konzentriert sich das In- 
teresse. wie K. Lankheit in seinem Referat 
über "Den Stand der Forschung zur Plastik 
des 19. Jahrhunderts" ausführt. auf: l-toudon. 
Schadow. Canova. Thorvaldsen. Hildebrand 
und Rodtn. Dazwischen liegt unbearbeitet 
das große Feld derjenigen Künstler. die das 
Gros der Denkmäler und der Architektur- 
plaslik des Jahrhunderts geschaffen haben: 
die Rauch-Schule. die mit die bedeutendsten 
deutschen Plclstiker hervorgebracht hat. 
Schwanthaler und die anderen Münchner. 
die ganze zeitlich sehr spätliegende öster- 
reichische Plastik. mit der einzigen Ausnahme 
von A. D. Fernkarn. zu dem von H. Auren- 
hammer eine Monographie vorliegt. Für die 
Architekturforschung gibt es einen solchen 
Schwerpunkt einzig in K. F. Schinkel. dssen 
neuere Bearbeitung auf P. O. Rave zurück- 
geht. Von dort aus gibt es zur Kenntnis der 
Schinkel-Nachfolge manche Ansätze. 
im ganzen ergibt sich das folgende Bild: 
Bearbeiter fand die Frühzeit des Jahrhunderts, 
also Klassizismus Empire. Regency. und das 
Ende des vor_i_gen Jahrhunderts mit der 
Auflösung und Uberwindurtg des Historismus. 
dem Weg zum Jugendstil. zur Moderne. 
Dazwischen ist auf weite Strecken ,.terra 
incognita" (Grote). 
Lankheit hat sich in seinem Referat aber 
nicht nur mit der quantitativen Seite der 
Forschung uber die Plastik auseinander- 
gesetzt. sondern auch einige Fragestellungen 
aufgeworfen. die bei der Beschäftigung mit 
dem 19. Jahrhundert zu bedenken sind 
(und dies nicht nur für die Plastik): die 
Qualitätsfrage. also die Verhältnisse von 
Kunst und Kultur. Handwerk und Kunst- 
handwerk, Kunst und Kunstgewerbe zu- und 
untereinander; die Säkularisierung sakraler 
Motive. der wir im 19. Jahrhundert auf 
Schritt und Tritt begegnen: das Problem der 
Reproduzierbarkeit der Kunst und die Er- 
satzstoffe: der Detailnoturalismus, der gerade 
in der Plastik nicht immer der Komik ent- 
geht. Das sind nur einige dieser Fragen. 
Die Referate von F. Novotny über ..Die 
neue Literatur zu Cezanrte" und H. G. Evers 
über "Gedanken zur Neubewertung der 
Architektur des 19. Jahrhunderts" befassen 
sich mit Einzelfragen. Novotny rezensiert 
die Cezonne-Literatur seit etwa 1950. wbh- 
rend Evers die Frage nach dem Umfang des 
Kunstgeschichtswürdigen in der Architektur 
des 19. und 20. Jahrhunderts stellt, wobei 
sich für ihn dieser Umfang als wesentlich 
weiter erweist. als die Forschung bisher 
sehen rnöchte, Doch verkennt er nicht. daß 
es unmöglich st. die neue Gesamtheit des 
Geschichtswürdlgen zu bearbeiten: dafür 
empfiehlt Evers mit gesundem Pragmatisrnus 
zuerst einmal die Sichtung der Quellen und 
des Denkmalerbcstandes im weitesten Sinne. 
Hans-Christoph Hoffmann 
Der sohiuls-ltoman von sietried Fretberg. 
"thrwerdetsehen..." 376 Seiten. Woll- 
zelten-Verlag. Wien 
Der Egon-Schiele-Roman ..lhr werdet se- 
tten  zeitgerecht zum Jahr bedeutender 
österreichischer Schiele-Würdigungen er- 
schienen, ist eine glückliche Synthese von 
Gegenstand und Gestalter, Siegfried Freiberg 
zättlt zu den wenigen Autoren der Gegen- 
wart. die nicht nur sachberuftich in enger 
Beziehung zu den bildenden Künsten stehen. 
sondern dessen Wortmagie primär "male- 
risch" genannt werden muß, Ihm steht eine 
Feder zur Verfügung. die zum zeichnerischen 
60 
BUCHBESPRECHUNGEN 
 
Umril], zum Pinselstrich. zur Aquarellfarbe 
wird. wenn sie Gestalt und Atmosphäre 
einer Malerwelt einfangt. Im Schiele-Roman 
Freibergs ist mehr vom Wiener Fin de siecle 
und der expressionistischen nung ins 
Z0, Jahrhundert eingefangen als in den 
kunstwissenscttaftlichen Analysen. Wie ein 
Seismograph schwingt zwischen den Zeilen 
dieser romanhaften SchielesBiagraphie die 
spröde Einsamkeit des Berufenen. seine 
Askese. sein Glühen und Verglühen. Der 
Sohn eines allosterreichischen Bohnvorstands 
in der Provinz. aus der Landbürgerlichkeit 
in den städtischen Kunstbetrieb geraten. 
kommt auch durch Vertrauen und Freund- 
schaff des großen Guslav Klimt nicht von 
seinem herben. einzelgängerischen weg ab. 
Er war auf sich gestellt. auf seinen Mut. auf 
die kurze Geniespanne seines Lebens. 
Siegfried Freiberg zeichnet die spannungs- 
geladenen Episoden und Stationen dieses 
Materlebens. seinen Durchbruch aus der 
Landbürgertichkeit ins Akademiestudium und 
dessen vorzeitigen Abbruch. Der Dichter 
vermag vor allem den transparent gewor- 
denen Blick des Malers hinter die Äußerlich- 
keit. sein Sehen dessen "was man nicht sieht", 
das Aufspüren einer neuen Wahrheit und 
Wirklichkeit anschaulich zu machen, er 
öffnet Dimensionen des schöpferischen Geistes. 
Freiberg bsitzt nicht nur das Vokabular 
für den Lebensumriß dieses Mitbegründers 
der Neukvnst-Gruppe. der früh auf inter- 
nationalen Ausstellungen Aufsehen erregte 
und doch zu keiner Ernte seinü Ruhmes 
mehr karn. da er noch nicht dreißig ährig 
nach Soldatendienst als Opfer des kriegs- 
verseuchten Europa an der Spanischen 
Grippe starb. Der Autor seiner Roman- 
biographie läßt vor allem in den nieder- 
ästerreichischen Schauplätzen von Schieles 
Leben. in Tulln. Klosterneuburg und Neu- 
lengbach. das Dämonium des Spiellertums 
lebendig werden. es ist. als fände man die 
Edvard-Munch-Slimmungen in Hamsuns 
Büchern aufdie Danaulandschaft übertragen. 
Freiberg ist eben mehr als Biograph. er 
verdichtet ein Malerleben zur absoluten 
Atmosohare und gewinnt ihm das Allgemein- 
gültige. das Gleichnishafte ab. Der Roman 
..lhr werdet sehen . . ." ist sensible Literatur. 
ein Bruderwerk der Künste. das mit der 
Gnade des Wortes das Geheimnis eines 
bahnbrechenden Malers erhellt. 
Ernst Wurm 
Stadtlnuxeum Linz - Kumtiattrbuctt der Stadt 
Linz 1967 (Kunst in Llnl um 1600). Hrsg. 
im Verlag Anton Schrall 8i Co.. 
Wien und München (1967). 180 Sei- 
tert. 150 z. T. farbige Abb.. brasch. 
S 150.-. 
Die vorliegende. bestens ausgestattete. auf 
schweres Kunstdruckpapier gedruckte statt- 
liche Broschüre legt schon rein äußerlich 
Zeugnis ab vom Reichtum und Selbstbewußt- 
sein der Donaustadt. deren rapides (und 
bewältigtes!) Wachstum zu einer vertieften 
und immer eingehenderen Beschäftigung mit 
der eigenen Vergangenheit geführt hat. 
Georg Wacha. der Leiter des Stadtmuseums. 
besorgte die Redaktion und zeichnet auch 
für den ersten der insgesamt zwölf Beiträge 
verantwortlich. ln Befolgung des gestellten 
Mottos schildert er in der Art eines wissen- 
schofttichen Quodlibets in kurzen. nur lose 
untereinander verbundenen Abschnitten die 
historischen. geistesgeschichtlichen und pati- 
tischert Voraussetzungen des Aufstiegs von 
Linz in der Z.Hälfle des 16.Jahrhunderts; 
u. a. geht es ihm um die Rekonstruktion der 
fast vollig zerstörten Linzer Ansicht von 1565 
im Palazzo Vecchio in Florenz und in Zu- 
sammenhang damit um die Aufzeigung des 
noch erhaltenenen Bestandes zeitgenössischer 
Bauwerke in Linz selbst. Ein eigener Ab- 
schnitt ist der landesfürstlichen Burg und hier 
wiederum der durch den Umbau vorn An- 
fang des 17.Jahrhunderts zerstörten Gan- 
golphskapelle gewidmet: Sgraffiti. Wappen- 
und Grabsteine. Zuriftatlribute. Werke der 
Malerei. der Silberschmiede- und Zinn- 
gießerkunst runden das Bild. das mit einem 
ausführlichen Hinweis auf Reformation und 
Gegenreformation. Bruderzwist und Bauern- 
krieg in ihrer Bedeutung für Linz aiisklingt. 
Die Gründlichkeit. mit der dieser 49 Seiten 
umfassende Aufsatz obgefaßt wurde. wird 
durch die mehr als 200 Anmerkungen belegt. 
die wertvoll: Hinweise auf primäre und 
Sekundäre Quellen bieten. Gertrud Höß 
schildert Entstehung. Wiederverwendung und 
Wandlungen eines Stodtansichtenzyklus des 
16.Jahrhunderts. auf dem neben anderen 
österreichischen Städten auch Linz aufscheint. 
wobei einem ausführlichen Exkurs über die 
Einführung der gregorianischen Kalender- 
reform besondere Bedeutung zukommt. Paul 
Zilpotz war der bedeutendste Hafner von 
Linz. seine Ofen m einer davon im Öster- 
reichischen Museum für angewandte Kunst 7 
sind von großer kunstgeschichtlicher Be- 
deutung; Fritz Blümel stellte eine kurze Ab- 
handlung über diesen Kunsthandwerker bei. 
Besonders wesentlich ist Alois Kieslingers 
Beitrag ober Steinätzungen in obe erreich; 
die zentrale Figur ist Andreas Plemnger, d r 
 
Schöpfer des "Eferdinger Lledertisches . 
Otfried Kaslner berichtet über das Zieh- 
brunnengilter im Stift St. Florian. Justus 
Schmidt erzählt über die Berufung des be- 
rühmten Jesuitenpredigers Georg Scherer 
nach Linz. Auch einer der wichtigsten frühen 
Meister des Glcßschnitts. Caspar Lehmann. 
hat sich kurz in Linz aufgehalten und eine 
Linzerin geheiratet. Der verstorbene Erich 
Meyer-Heisig widmete ihm einen umfang- 
reichen Beitrag samt chronologischem An- 
bang. Abweichend vom Brauche der Zeit 
brachte Linz nicht weniger als fünf Stadt- 
richterschwerter hervor. und das in kaum 
mehr als einem halben Jahrhundert. Her- 
mann Baltl (Graz) versucht zu ergründen, 
aus welchen Ursachen heraus es zu dieser 
Hypertrophie kam. Der kurze Artikel von 
Lucas Wüthrich befalJt sich mit den soge- 
nannten Merianischen Ansichten von Linz. 
das Thema ist durch die Gegenüberstellung 
einer Originalzeichnung aus der Merianzeit. 
die dem Frankfurter Topographen als Vor- 
lage diente. mit einer primitiven zeitgenössi- 
schen Kopie und dem ausgeführten Stich ge- 
geben. Nun kommt wiederum Gertrud Höß 
zu Worte. die zum Problem der Linzer Stadt- 
ansichten nach Vatckenborctt und Merian 
Stellung nimmt und darlegt. wie durch Jahr- 
hunderte hindurch ohne Rücksicht auf die 
tatsächlichen Wandlungen des Stadtbildes 
immer und immer wieder einige wenige 
"Grundansichten" mehr oder minder getreu 
kopiert wurden (zuletzt 1923!). Linz war um 
1600 auch eine Erzeugungsslätte eines selte- 
nen Typs von Musikinstrumenten. nämlich 
der sogenannten Orgelktaviere. von denen 
sich zwei von Valentin Zeiß hergestellte 
Spezimina erhalten haben. John Henry van 
der Meer geht auf diese interessanten Objekte 
mit aller Ausführlichkeit ein. 
Die letzte Abhandlung stammt von zwei 
Autoren: lm August 1966 wurden in Linz- 
Küferfeld einige Natgräber gehoben. in 
denen Erschlagene aus dem Ende des Dreißig- 
jährigen Kriegs beigesetzt waren. Eines der 
Individuen hatte Lederbeulel mit zahlreichen 
Silbermünzen mit sich; Amilian Kloiber be- 
richtet über die Fundumstdrtde und beschreibt 
die Individuen und die mit ihnen beigeselzten 
Objekte. Bernhard Koch hat das Referat 
über die numismatische Seite des Fundes 
übernommen. 
Fast allen Aufsätzen sind neben Anmerkungen 
auch beschreibende Verzeichnisse beige- 
geben: der wissenschaftliche Wert des Jahr- 
buches steht jenseits aller Diskussion. 
Ernst Kötler 
t-tadeinar özelt. Stift Zwettl. 4a seilen. 
Verlag Schnell a. steiner. München- 
Zürich. 1959. 2. Auitage 
Als 30. Band der Reihe ..Große KunstfOhrer". 
einer Schriftenfolge. die der Verlag im Laufe 
der Jahre herausgebracht hat und die sich 
zu Recht einer großen Beliebtheit bei den 
reisenden Kunstbetrachtern erfreut. liegt die 
Veröffentlichung über das Stift Zwettl im 
Waldviertel nun in der 2. Auflage vor. Nach 
einer kurzen Einleitung über den Zister- 
zienserorden wird die Gschichte des Klosters 
gerafft und zusammenfassend geschildert. Es 
folgt der in die zwei Abschnitte ..Das Bau- 
schaffen bis zu Beginn der Barockzeit" und 
..Das Bauschaffen in der Barockzeit" ge- 
gliederte Teil, der ganz auf die Kunstdenk- 
mäler des Stiftes bezogen ist, dabei sich aber 
immer wieder bemüht. dem Leser. von der 
Funktion des Ordenslebens her. die Ge- 
staltungen zu erklären. ln einer allgemein- 
verständlichen Sprache werden die einzelnen 
Bauabschnitte und besonderen Merkmale 
in den verschiedenen Anlagen erortert. auf 
Besonderheiten aufmerksam gemacht und 
mit den Zeitläuften konfrontiert. Auch der 
Einrichtungen und der Kleinkunst wird ge- 
dacht. Einige Grundrisse und Lagepläne 
sowie sehr zahlreiche Abbildungen ergänzen 
das Wort und geben dem Besucher des 
stittes auch später. wenn er zu l-lause die 
Broschüre in Ruhe durchliest. manchen 
wertvollen Anhaltspunkt fürseine Erinnerung. 
Für den. der sich mit dem Stift und seinen 
Kunstschätzen intensiver beschäftigen will. 
ist ein kleiner (leider allzukleiner) Literatur- 
hinweis am Ende des Bändchens beigegeben. 
Alots voget 
Innsbruck '67 m Eine Dokumentation der 
XVIIl. österreichischen Jugendkulturwoche. 
Sigbert Mohn Verlag. 1967.136 Seiten 
Nach dem erfreulich kurz gehaltenen Teil 
der an die Veranstaltungen der Jugend- 
kulturwoche gebundenen Texte folgen Bel- 
spiele der eingesandten Arbeiten. Gekonntes 
und Beherrschtes steht neben Versuch und 
Auftakt. Von Horst Lothar Renner sind zwei 
Arbeiten aufgenommen. Für titlüt-lsentexte" 
bekam er den Prosa-Preis. Es handelt sich 
um einen Bericht ohne Anfang und Ende. 
einer in hümmerndem Rhythmus abge- 
haspeltert Erzählung. die sieben Seiten füllt. 
Sieben Seiten ohne Punkte. ohne Absatz. 
mit unzähligen Beislrichen, mit JarldVschen 
Anklängen und alles in Kleinschreibung. 
Es ist ein Durchexerzieren der sprachlichen 
Möglichkeiten. wie es auch lnge Dapunt in 
ihrem "Schattenspiel" vorlegt: nur scheint 
uns gerade bei ihrer Arbeit. durch die Kürze. 
das konsequente Fallen aller Satzzeichen und 
dem planmäßigen Wechsel auch durch die 
"Drei Wörter mit K" letzten Endes mehr 
an Aussage gegeben. Neränderungen". die 
mit dem Hürspielpreis ausgezeichnete Arbeit 
Renners. ist ein kurzes Zweipersonenstück 
voller Anktange. Erinnerurtgsmontagen und 
settr gut gesetzter ossoziativer Bilder. Sehr 
begrüßerlswert. welch großer Raum dem 
Zuhörer zum eigenen Mitspiel gelassen wird! 
Rudolf Weilhartner bekam für 10 Genesis- 
meditationen si er berechtigt den Lyrik- 
Preis. Eliot w e in disem Zusammenhang 
zu nennen. Wir glauben von weilharlner 
nach viel erwarten zu dürfen, Der Dramen- 
Preis ging an Hans Heinrich Forma 
Linzer. der sich bereits einen Namen l 
hat. seine .,Elagenvögel" zeigen. di 
diesem Fach ganz zu Hause ist. Wi 
die Lyrik von G. F. Jonke. Sibylli 
Peter Paul Wiplinger und Oswald l 
zu nennen. Von Hermann Gail tta 
schon Besseres gelesen. Bert Berki 
bringt. wenn auch zu wenig ve 
eine harte, realistische Sprache. ln ät 
Bereich bewegt sich Peter Slavik. d 
weicher. dafür aber auch lyrischer 
den Prosaarbeilen wollen wir bi 
"Der Sonne entgegen" von Monikc 
und "Persephone" von Michael 
nennen. Namen. die man sich merkt 
Barbara Frischmuths Variationen ü 
Thema sind im Aufbau zwar nic 
doch gut rettektiert. Sowohl Berndt 
als auch Günther Rtezky greifen zur 
rung von Ausnahmesituationen, d 
Kräfte überfordern. 
Eine kurze Bibliographie irn Anha 
über die Autoren Auskunft. Einige s 
Druck- und andere Fehler haben sic 
eingeschlichen und wären leicht 
meiden gewesen. Dali von Riezkv i 
burlsiohr unbekannt ist. ist kaum  g 
ot 
Gisela Scheffler. Hans Klacker. B 
tungen zum Schnitzaltar der Pachar 
Südtirol. SchIern-Schrlften 248. lnn 
1967. 188 Selten. XXXII Bild 
brosch. 
Diese Schrift ist aus einer Münchener 
tation hervorgegangen und setzt s 
dem Werke eines jener für das clusg 
Mittelalter so typischen Altarbauuntert 
auseinander. die nicht nur als eigens 
Künstler tatig waren. sondern aut 
große Werkstatt mit streng aufg 
Arbeitsgebieten betrieben. 1481 wird 
zum ersten Male namentlich genar 
1498 schweigen die Urkunden 0b 
Urkundlich gesicherte und datierte 
sind der ehemalige Hochallar von Sl 
hard in Passeier und der ehemalige 
allar der Pfarrkirche zu Kaltern, Da: 
men eine Reihe von Arbeiten. die die 
auf Grund slilkritischer Uberlegunge 
Klocker mit Sicherheit zuzuschreiben 
Lage ist. nämlich der Flügelaltar 
Franziskanerkirche zu Bozen. der Tt 
Altar. der Hochaltar der St. Stephar 
zu Pinzon und der Barbaraaltar aus! 
Eine Reihe van Einzelwerken m 
ftguren - aus zerstörten Altären et 
das Gesamtbild des Lebenswerkes 
fruchtbaren Künstlers. Werkstatt: 
schließen sich an. Der Zusamm 
zwischen Eigenhdndigem und der wi 
produktiort wird in einem eigenen A 
erläutert: die Autorin kommt zum 
dafJ die Arbeitsteilung eine Frage des 
der Dargestellten und ihrer Stellt 
Gesamtgefüge des Schnitzaltares wa 
führlich wird die künstlerische H 
Klockers abgehandelt. wobei die Bezie 
von Hans Moltscher bis zum Meist 
Tafeln eines Stephanusoltars in t 
reichen. Kein Wunder. daft auch dt 
hältnis Klockers zu Michael Facher I 
sichtigt war. Klocker ist eingesponner 
koordinotennetz, das von den Regiar 
Südtlrols gegeben ist - vom Vint 
vom Raum Sterzing-Meran. von 
und dem Eisacktal. von Bozen bis zum 
tal. Exkurse, von denen der wichligs 
Rekonstruktion des Sterzinger Altai 
Thema hat. beschließen die mit Ge 
haftigkeit und großem Wissen ab 
Publikation. deren Bild durch einen t 
Urkundenleil abgerundet erscheint. 
Summa summarum: Eine Zusammen 
des jetzigen Standes der Forschung, t 
durch Ergebnisse eines besonders sorgt 
Schauens und Anolysierens. 
Ernst 
Robert Fleischer, Antike Bronzestatuet 
Carnuntum. Röm. Forschungen in Nö.. 
Graz-Köln 1966. 58 Seilen. 94 
brosctt. 
Die Schrift besteht im wesentlichen au 
kurzen. vorwiegend für Laien bestl 
Einführung in Thematik und Probl 
dieser bescheidenen Kunstwerke a. 
ersten drei Jahrhunderten unserer Al 
einem sehr ausfuhrltchen Katalog. i 
die Objekte nach sämtlichen nur e 
lichen Gesichtspunkten beschrieben 
Alle Gegenstände sind abgebildet. die 
werden dem naiven Reiz der Kleirtkuns 
gerecht. 
Ernst 
EINGELANGTE BÜCHER 
Michael und Renate t-lerll. Laokoon - 
druck des Schmerzes durch zwei Jahrtat 
64 Seiten mit drei mehrfarbigen und 
farbigen Abb. Leinen. 1968. Verlag 
Thiemig KG. München. DM 12.80 
Franz Eppel. Die Eisenwurzen. Land zv 
Enns und Erlauf in Eisenerz. 246 Seitet 
72 Bildtafeln auf Kurtstdruckpapier. Bal 
Einband. 1968. Verlag St. Peter, Sol 
194.-
	        

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