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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 101)

sondern auch die ästhetische Funktion einer 
sehr überlegten und ausgewählten Deko- 
ration des Platzraumes zu erfüllen. Sie wir- 
ken darum wie gut situierte Statuetten in 
einem Innenraum. Interessant ist in diesem 
Zusammenhang die Entstehung des Maria- 
Theresien-Denkmals. Die Dimensionen des 
Platzes zwischen den beiden Hofmuseen 
standen bereits fest, als Ferstel 1867 in 
einer Denkschrift fand, daß ihm eine 
eigentliche Mitte fehle. „jede Symmetrie 
setzt eine Mitte voraus. Wie s'oll sich aber 
in dem gegebenen Falle die Mitte anders 
bilden als durch ein Bauwerk?"2 So 
schlägt er einen Verbindungsbau mit einer 
stark betonten Mitte zwischen den beiden 
Museen vor, die dadurch zu einer Art 
kommunizierender Gefäße, entsprechend 
dem Raumbedarf ihrer jeweiligen Entwick- 
lung, werden sollten. Hier zeigt sich deut- 
lich die Gleichgültigkeit dem Gegenstand 
gegenüber: Ob Bauwerk oder Denkmal ist 
bedeutungslos, interessant ist vorwiegend 
die ästhetische Funktion des Objektes im 
Raum, die dann vom Maria-Theresien- 
Denkmal erfüllt werden sollte. Über diese 
Lösung urteilt sogar der sonst so rigorose 
Camillo Sitte günstig: „Als vollkommen 
gelungenes Meisterwerk kann die Dimen- 
sionierung und Gruppierung des Kaiserin- 
Maria-Theresien-Monuments bezeichnet 
werden. Die mächtige Architektur der Hof- 
museen, die riesigen Ausmaße des Platzes, 
die freie Aufstellung des Monuments for- 
derte hier ein ganzes Können heraus. Es 
glückte alles"3. Immer bleiben die Denk- 
mäler des Hofes und der Armee die „Mitte", 
die „jede Symmetrie voraussetzt". Als Bei- 
spiel dieser dynastisch-militärischen Denk- 
mäler betrachte man etwa die Statue des 
Erzherzogs Albrecht, die Rampenbekrö- 
nung vor der Albertina ist, das TegetthoH- 
Denkmal, das ursprünglich vor der Votiv- 
kirche aufgestellt werden sollte, dann aber 
wohlweislich aus „künstlerischen Beden- 
ken" auf den Praterstern in die Achse 
zwischen Praterstraße und Verbindungs- 
linie zwischen Lusthaus und Augarten- 
palais (Straßenzug Hauptallee-Heinestraße) 
versetzt wurde4, ferner das freilich schon 
unter bürgerlichem Einfluß entstandene 
Elisabeth-Denkmal, für das i vor dem 
Durchdringen des Ohmann'schen Projek- 
tes 7 unter anderem eine Aufstellung an 
Stelle des abzutragenden Hochstrahlbrun- 
nens oder des zu demolierenden Theseus- 
tempels diskutiert wurde5. Erst 1892 
zeigte sich bei dem Am Hof aufgestellten 
Radetzky-Denkmal, vor allem aber bei 
seiner Versetzung auf den Stubenring vor 
das neue Kriegsministerium, eine gewisse 
Verlegenheit, wiewohl sich Zumbusch 
schriftlich einverstanden erklärte und nur 
verlangt hatte, „daß das Denkmal in 
unveränderter Form an ausgezeichneter 
Stelle vor dem Neubau einen freien Stand- 
platz zu erhalten hat"6. 
Nach dem Scheitern der neuabsolutistischen 
Versuche Franz Josephs, vor allem nach 
der Katastrophe von Königgrätz, tritt der 
Hof in der Errichtung von Denkmälern 
zurück und gibt diese Rolle an das Bürger- 
28 
 
s Anregung zur Errichtung einer Haydn-Figtxr aufdem ehc- s Ursprüngliche Aufstellung des Beethoven-Denkmals. 
maligen Brunnen vor der Gumpendorfer Kirvhe, von Promctheuxfigur. im Hintergrund das Akad. Gymnasium 
der aus Haydn zu Grabe getragen worden war. 6 Beethnvcnplatz. Reste der von Zumbusch hcciuflußrcxx 
4 Entwurf dcs Mozart-Denkmals Gartengestaltung, Mitte des 2D. Jahrhunderts 
ANMERKUNGEN 279 
2 Allgcmcix 1 v1-111-1111111111111111. 51111111111111111111111111111 
1111 1111 Folgu 111g1-1111111 AVA), S1g11nuu 20, 11111111-1 211:. 
1111111111111111111111111-1 444413117 1-11111 14. a. 111117. 
1 A. 1111111111. 111-1111-1111111111 K11111111111111-11111111 1141111111111111 
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nummcr 1254 vom 10. 7 1883. 
S K11111111111111 MKSM, s 11111111-1111- 11111111-111-111-111111111, 
11111111111111111111. 11111111111111111111-1 111-111111111111111111 -. 
ß 111111111 1111 s111111 w11-11 1111 111-1 r111111- uhg 11111 ASzW). 
11111111 111111111111. . 11111111-1 33- , 111111111- 111. 
1 ASrW. 1111-1111- 111 111- 111-1 11111111-1 , 1111111111- 1:, 
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H. 11111111 111111 e. v. 11m, 
5 K. Adnlncü: „DAS Schubert-Iknklvnll", 111: 101) Jahn" 
w11-111-1 Männurgcsangvcrcnx _,w11-11 1943". 
1 AVA Signatur 13, 11111111111 200, 11111111-1 111113, 1111111111111 
11111111111-1 116110 1111111 27. 4. 128a. 
 
 
    
 
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