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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 101)

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Hans Fronius. Einzug in Jerusalem. wea. Feder lcvierl, 
Slauäliche Graphische Sammlung Alberlinu. Wien 
Hans Frcnius. Maske und Mädchen, 19s7. Radierung, 
Aus "Auf den Mqrmorklippen" von ErnsO Jünger. 
mil1O Radwerungen 
Hans Fronlus, Aus der Folge „Thecdarzf: „Ovnlion" 
oder „Der Brand von Byzaru". lnigesamllß Hollschnille 
Fronius hat über sechzig Buchillustrationen und 
Mappenwerke geschaffen - seit 1965 nicht weni- 
ger als elf derartige Arbeiten -, aber das van 
Texten unabhängige graphische GEuvre (freie 
Kompositionen, Landschaften) nimmt bedeutungs- 
müßig wie qualitativ mindestens den gleichen Rang 
ein wie das illustrative, Es ist richtig. daß Fronius 
und Kubin eng befreundet waren und daß beide 
Künstler sich mit den Bereichen des Abseiligen, 
des Unterbewußten und Unbewußten. also kurz 
gesagt: mit dem Dömonischen auseinandersetzten. 
jedoch sind in technischer wie stilistischer Hinsicht 
die Berührungspunkte außerordentlich gering. 
Bezeichnend ist. daß der hochbetagte Alfred Kubin 
einige Vignetten von Fronius kopierte, womit der 
Beweis geliefert ist, daß gerade Kubin das „Andere" 
an Fronius erkannte und würdigte. 
Die Auseinandersetzung von Fronius mit dem 
Dürnonischen ist von einer sehr spezifischen Art 
von Ethos getragen: es handelt sich hier nicht um 
ein nur allzuoft ins Frivole und Spekulative ab- 
gleitendes Spiel wie bei den Angehörigen der 
Wiener Schule des phantastischen Realismus; bei 
Fronius ist das Dämonische vielmehr eine Heraus- 
forderung. der der Mensch sich stellen muß und 
vor der er zu bestehen hat. Gerade dieser Zug 
ist es wohl, der dem Lebenswerk des Künstlers 
den Stempel des zeitlos Gültigen. des immer- 
während Wahren aufdrückt. 
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