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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 101)

{WERBUNGEN DES MUbtUMb 
). JAHRHUNDERTS (2) 
m wlr bereits irn Hell 100 dir: neu- 
enen Gernatde des Museums var- 
wollen wir hier noch aufdie Obickic 
stiken hinweisen. die eine bcsondcrc 
ng verdienen. 
der schon erwahnieri Arbei! Heinz 
.S0nne des Meeres". die mii kyber- 
rri Einsalz drbeiiei, iSl aiieri die große 
Physichromie Nr 332" (1967) von 
:ruz-Diez, eine Neuerwerbung dieses 
ein gutes Beispiel. CVUZ-DiOZ, der 
ir an der Kunslakadernle Caracas 
i! ielzl in Paris lebl. bedient sich ahne 
iAillel wie unser Marc Adrian. Finn 
is sehr verwandte Arbcilsweise Finden 
i der "Alrnospherc chrarnoplasliaue 
" (1967) des Argcnliniers Luis n. TO- 
bei beiden reiieidriigen Obiekien 
Betrachler durch das Varbeischieiien 
ieur im „Bildgeschehen" und wirkl 
rnndßen an seiner Vollendung inii. 
iliche. aber rein mechanische Wcise 
beidem Werk des Deutschen Gunther 
.,Üie kleine Rustuna" (1965) dlc 
"elemenle eingesetzt Durch das Ein- 
i eines kleinen Motors werden Naqcl 
rn Leinensack zu einer standig sich 
ien Abwehrslellung erhoben sind 
1h sehr ansprechende Gestaltung hat 
ilclnder Gianrii Colombo mit scincr 
"iden Slrukiuralion" (1966) gcschafr 
ch hier lst es ein rein mechanischer 
, der die zwei zu Schleifen gebdgenen 
eiien in Bewegung seizi und ddrnii 
h ständig im Flull befindliche graphi- 
1ie schafft. Das Gebilde des Belqiers 
i, es irdgi den Ti1el „Enliie ereclile- 
(1962). ist wieder slarr und hat clwas 
iches, wCiS nach gerdusehrndßig unter- 
wird. 
zn ncuerwarbenen Plasliken isl bc- 
"Viky" (191ll13) van Olo Gute 
zu nennen. Der Kap! kdnriie rriil 
accionis „Anligrazioso" zur Seite gee 
erden Das „Pferd" von Andre Beau- 
n Geschenk des Künstlers. isi rnil 
grgben Flachen und kdniigen Ab- 
en ein schoncs Beispiel der Biz- 
ien urn eine vereinidrhung der For- 
Ein besonders werlvolles Stuck ist 
Baeckls „Atlaniis"(194O 1944). han- 
sich doch dabei um eine der ganz 
i plaslischen Arbeiien des grdiien 
chischen Kunstlers, die erhallen isl 
xe1s). A v. 
HLDHAUERSYMPOSION IN 
iBRUNN 
irner des idiires 19er idnd dds erste 
ersymposion in Niederöslerreich irn 
irh von Linddbriinn sidii, Von der 
iichl allzusehr beachiet. von den FCtCh- 
urn seiner Leisiung willen, die iencr 
sdnnien SyrTiDOSiDnS iibn si. Marga- 
durchaus ebenburhg dn dIC sniie 
werden kdnn. dnerkdnni. urn seines 
n Bestandes aber eher skcplisch und 
znd behdndeii, schien es wieder in 
enheit zu geraten. Nun isl 1968 
eine Anzahl ine und auslandischer 
er versammelt gewesen, und die 
n zeigen, ddß sbwbhi die Qudiiidi 
idieArbeiisinlensliölerfreulich waren. 
zrs die Werke der ausldndischcn 
des buigdren Kroum Dimilrov Dü- 
, des Deutschen Gerd MullcrrGaldcgg 
E5 Japaners TOkCra Ndriid haben 
NlVSCiu, WObCi der iunge Bulgare. 
skuiisiur ndeii in den Deidiis inter- 
und guiiige Durchfarrriungen zeigi. 
sgesprochene Enideckung isi, Es wdre 
iieseni Kunsller bald wicdcr cinc 
e Arbeiisrnaglichkeil zu gcbenl Der 
des llalleners Carlo cdnesii-dri riin- 
si inehr dis seiiwdrh, Die Öslerrcichcr 
t Malhlas i-iieiz, rrdnz KagrarKalIs 
Oskar i-idringer und Peter ltalowka 
n. vdn den geschaffenen Werken 
sonders die VOri Oskar iidnnger und 
(Ggrü zu nennen. iidi der bis ielzt 
ur in Eisen arbeilende kdgrd eine 
sehr glückliche Figur. dtß durchwegs 
krechie belonl, gesriidiien, so Oskar 
-r ein mehr in die ndrizdnidie greir 
sehr bewegies Werk. Mdihids Hielz 
ir als im Voriahr, Peler Holawka seYzI 
Archilekiur. 
einer sehr schon und kidr gesiallelen 
in Aussiellungsraurn der Handelskam- 
iderasferreichsinWien. HerrcnqassMÜ. 
die Künstler und Qmigc ihrcr Freunde 
ulpluren und crdbiiikeri. Besonders 
'l den Sieinen die Gero MullerzGaldr 
nennen. ebenso die kleinere. wicdcr 
"iarlige Arbeii Kugrds, die zu den 
Arbeilen des Treriens gehbri. Der 
' (all! hier rnil syrnbolhatlen. aber 
en Formen eher db. Der euindre 
e sehr slrenge rgrni in crdnii ge- 
n, Die Arbeit des Turken ErOl Dcncl: 
inieressdnier Versuch. Mii ihrri kgrn. 
r auch gleich zu den Graphiken, denn 
seine beiden B)aiter verralen eine 
Strlchtührung und Qudiiidi. Besonders 
ien sind auch die Blatler vbn MGXi- 
Melcher und rerdindnd Siransky 
andsnahe LcindschaHcn niii viel AliTtor 
wisiiii isi nur eines der Aquarelle 
-n, HOWOIkG nur dds kbrnbdki. sidrk 
-ie ßidii. cdrid cdnesirdri versagl 
'11 graphischen Bereich. Dds beste 
che BlaH, und darni! die bcs1e Arbeii 
inieressanten Schau, isi aber sicher 
auarelllerie Tuschzeichnung Kraurn 
iv Darriianovs, die verschiedene Stein- 
onen zelgi und die auch sehr bald 
aufer Fand (Abb.17,1B). Alois Vogel 
UllU HUKM 
Arn 9 November 1969 wurde Oiid Hurrri 
70 lahrc all, ein Kunsiler, dessen Name der 
ins und dusidn ischen Fachwell selbstver- 
slandlieh isl ats der des großen Mannes auf 
dem Gebiet der kunsllerlschen Seririiige- 
siatlunq. der aber dcrn breiteren Publikum 
VBYhUllHiSYVYOÜIQ wcnig geidung isi, Obwohl 
es inii vitlcn seiner werke sldndig konfron- 
iieri wird. Ailerdings sind die zdhiibsen ln- 
SchrificnrTaleln oder grbßen Auisshriiien 
nn brieniiiriidn Gdbduddn und Denkrnalern. 
die iiurrn iii der iur ihn Charaklerislischen 
eiegdni und kidr geiuiirien Gliederung enir 
wdrien iidi. nur ein BruChleil seines viel- 
seiiiden sshdfiens Seine wirkiieh riichl rnerir 
zu zahlenden handgeschriebenen Diblbi-ne 
und Urkunden gingen und gehen in die 
ganze Weil, ebenso seine bisher 120 Buch- 
dussidiiungr-n iur 34 veridge. Ddzu kornrrien 
noch ungdzdhiid Eniwurie iur EXlibfiS. 
Briefs iind zniiungskddie, Plakale, Meiatlr 
biiehsiiiben u. d; die wahl wesenilichslen 
Zeugnisse von OllO Hurins kunsilerischern 
Ssiidrien aber sind se1ne handgeschriebenen 
Buchcr, seine persanlich gesigiieien srhriii- 
bidiier dui Pergarvient und Pdbier und, dis 
bisherige krbnund seines Werkes. dds Gids- 
(enster in der Eligluskapelle des Wicncr 
Slephaiisdomes (1964), das schon deshalb 
großle Beachlung verdienl, weil hier ein 
Kirchenfensler ledlgllch inil Schrili geslallel 
und ddbei grdßzugig und neudriig kom- 
DOniCrl wurde. Dds isi Ubcrhaupl ein kri- 
ieriuni iur Hurms Werk: obwohl er sich 
cincs SO diien. Qrrldülorisr und formgebunr 
denen Mediums wie der SchriÜ als künslr 
lcrls(hcn Ausdrucksrniiicls bedient, isi er 
nienidis sbindndi oder grir dniiduieri Seine 
Schritiblatler, in denen er Werke der wen. 
lileraliir „uniselzP. gleichsam zum Tönen 
bringi, zeigen nichl nur den unverwechselr 
bdren Strich des die Feder absalul beherrr 
sehenden. Graahikers. sondern darüber 
hindus eine so spannungsrelche kdinbgsi- 
iion, ddii das Anschauen rdinsier Genui! 
und auch dem vollig ungcschulicn Betrachter 
die sinnidiiigd Beziehung zwischen Form und 
)nhali, zwischen Schrill und Gesihriebenein 
klar ersichitich wird 
Es lsi ein besonderer Glücksfall, daß Hurm, 
der an der Wiener Technischen Hochschule 
sein Arshiiekiursiudiurn inii dein Diplome 
Ingenieur und der1926 erfalglen Promotion 
zuin Ddkigr iechn. abgeschlossen hdiie. 
um dlcsc Zcii mii Rudolf Larisch zusammen- 
lrahderihrifurdic WICLGFlSClWSHIEHOHFiIC7 
„ornamenicilä Scririii inieressierie und bald 
ganl (ur sie gewann. Ein Glucksfall. weil 
di-idiirsii Cinc drnindnid Begabung einem 
niir wenig erschlossenen Gcbici zugeiuhri 
wurde, wo sie sieh in unglaublicher VlSlr 
seiiigkeii eniiaiien konnte Ein Glücksfall, 
weil Oiio Hurm dadurch auch der studieren- 
den Jugend dis Lehrer gegeben wurde. seii 
1925127 unierriehiei er kunsllerische Schriti 
außer an der Technischen Hochschule, wo 
er sich 1929 (ur diesen Gegenstand habilir 
Iicrlc. an noch e1lichen anderen Wiener 
Lenrdnsidiii-n. besbnders dber. dnrdngs dis 
Milarbcilar, dann als Nachfolger Larischs. 
an der Akademie der bildenden Kunsie in 
Wien, wa er heule noch als Vorstand des 
lnsliluis fur Ornarnenlale Schrift und Heraldik 
wirki und ndiieniiirh noch lange wirken 
wird in Olla Hurm iriii die SO selten de 
wordcnc Dubiiziidi in Erscheinung. ddii 
einer ein htrvarragender kunsiier und ein 
heriidrrdgender Lehrer zugieirh ist. iedern, 
der Hurms Vorlesungen oder einem seiner 
Elnzclvorirage beiwahnle, wird seine Fdnig- 
keli der lebendigen Rede, die des geschrie- 
benen Mdniiskiibis nicht bedarf, seine glönr 
zende Worlbeherrschung, seine große Sach- 
kenntnis und nicht zulcizt seine künstlerische 
Bedeutung unvergessen bleiben 
Daß Oita Hurm, dcr Trager des Grand Frix 
(Ekbdsiiidn universelle ei inierndiidndie, 
Paris 1937) lind anderer Auszeichnungen, 
der SiCh dn 101 inierndiibndien Ausslellungen 
beteiligte und dessen wissenschafiliche Publir 
kallanen hier nur am Rande erwähni werden 
können. so wenig "Reklame" für sich machi, 
iiegi in der natürlichen ZufUCkhülWHg 
eines Mannes bcgrundcl, der alles Marki- 
schreierischc ablehnt; der zwar das Aufr 
lrelcn in der Oneniiiehkeii sbuveran be- 
hcrrschl, es dbbr nichl sbnderiirh iiebi. 5b 
slelii ei- dush seine Kunsl nienndis in den 
Diensi biiliger Werbung. sondern isi immer 
bestrebt. nur gehallvolle TEXlC zu gesldilen. 
Der 70. Geburtstag Olia Hurrns isi blaß ein 
üuBererAnlaß,ihrndieGlückwunsche und den 
Ddiik seiner Scnulcr. Freunde und Anhänger 
auszusprechen. Er wdre dher dush ein Anidß 
(ur CVHP unserer orfcnilichenSarnrnlungen,sich 
dieses einzigdriiqeri CEuvres rechtzeiiig zu ver- 
sichern(Abb 19) Erikd SchcDelrnann-Grewe 
KUNST IN NIEDERÖSTERREICH 
lrn Kunsilcrhaus Krems zeigie vom 12. bis 
27. Oktober was Frdnz Vinzenz Dressler 
in einer urnidngreirhen sshdu Bilder in 01-. 
Ternpcra-_ hGuDßGChliCh aber in Kunslharz- 
Icchnlk. 5a Tilel gaben einen Einblick in verr 
schicdene ssndriensberidden des Kijnsllers. 
Van den irunen Arbcilcn isi besonders )enes 
siiiie Ldndsshdiisbiid inii deni Kahn zu nen- 
ncn, Die werke. die Ende der 50er Jahre 
enisignddn sind, idiien dann db. Das Grbs 
der gmciglen Objekte sind Arbeiien der 
csoei- Jahre, die eine dem cegensidndiiehen 
enlruckte Art zeigen. Hier ieiii sich nun dds 
Gtivrc Drcsslers, isine Reihe VON Kampa- 
siiidnen weisi ruhigere. verhallene rdrb. 
gebungen dui und erinneri sdwbhi H11 Tieren- 
duibdii dis diieii iin linearen aeiuge dn die 
Meisier der Dariauschule. wdbei idndsehdii- 
iieiie Eririnerungsclcmenle duiireien. Die 
BILDTEXTE 13 '19 
13 Herbert Baeck1, Allantis,194O 44 (dei- 
zeii noch Leiiigdbe rdin Baeckl, Ankdiii 
irn Jahr was) 
14 Andre sedudin. 
Kunsllers) 
15 oid auiireund. Viky. 1912m (Abb. 12 
bis 15 Neuerwerbungen des Museurns 
des 20, idhriiunderis, vvidn) 
16 Franz Vinzenz Drcsslcr, Komposition, 
196a. kunsiiidrz. 90x93 (rTi (dus dei- 
Ausstellung des Kimsllers irn Kunsller- 
haus Krerris. NO.) 
17 Frdnz kdgrd (Osterreich), sieinbidsiik 
dui dem SYFYiDOSiOh Linddbrunn was 
1B Krdum Dirnilrov Damianav (Bulgarien), 
sieingidsiik dur deni SYVHDOSiOH Llndar 
b-unn 1968 
19 Olla Hurrn, Entwur1 Kir die Fenster der 
Eligiuskapelle in Sl. Sleahan, Wien 
Pferd (Gesehen k des 
zweiie Reihe neigi eher zur sßamdncn 
Akiidn, zuin freien Pinselschwunq und zur 
krdiiigen Fdrbe. Zeigen die Biider der ersien 
Reihe igsi durchwegs ausgeglichene Lcislun- 
gen, SO finden wir in der zwcilen Piidse 
ötlers Eriekie, besonders bei den Rationen. 
die weder den Formaten noch dem Aufbau 
enlsprechen. Anderseits resuiiisren dann aber 
dusii wieder besonders gelungene Bilder, wie 
eiwd das "KOrWDOSIllOn lndustrie" (Nr. 5B) 
beiiielle. aus diesem kühnen Elnsa1z. 
Mir einer Ausstellung van Grqphlkefi und 
Kleinalastiken eraffneie der Landesverband 
der NÖ Kunsivei-eine dm 27 Seplernber 
seine neue ständige Galerie in Luxemburg. 
Die drei iniirnen Rduine eignen SlCl! gi-rnde 
iur kleine Fdrrndie. und sdrnii wdi- es ein 
guies Arrdngerneni, daü der Verbund nur 
eine Auswahl seiner Milglieder und dush 
diese nur inii ieweiis hachsleris zwei EXDO- 
ndien vorsiellle. 
 
ijiiiliäi"  
55912331 
S. 
Es 
i ciioigir 
F14 [E5 k: 
iliL 
 
Zii erwdhnnn isi neben einem guten Siii- 
leben von Sirawsky und einem sehr schonen 
duftiqen Paslcllbild Franz ErnNs der aus- 
gezeichnete Hbizscriniii Ernesline RGNGr 
Pcicrs. lnlcrcssanl isi auch. daß krupbauer, 
der gerddi- hcucr GJl mehreren Gemeine 
schaftsaiisswllungcn schwachere Arbeiten 
zi-igie. hier rnii einern sehr dich1en B1ailver- 
lrctcn wdr. Auch EViCh sieiningers Holz- 
szhnili uberragte bei weiiern die mEiSleH 
Arbcilcn, ebenso das (reilich einer anderen 
Richlung nnguhdrende iiiissige Aquarell 
Ammanns, Von den Plasliken ist nur die 
kleine Liegende, eine ßrdnze ign Knesl, 
lind die Kubensetzung von Schagerl disku- 
label, Daß Arbcileri wie yene im Eingangs- 
rdiiin uberiidupi duigeiidngi wurden, isi 
diierdings nichl vGrZOihliCh. Die Aussieiiung 
wdr bis zurn 27 okidbei- gednnei. 
(Abb 16) A. V. 
53
	        

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