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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 102)

Grund zu einem übertriebenen Optimismus vor- 
handen. Gemeinden und Genossenschaften, 
Bund und Kirche sind keineswegs zu jenen 
beispielhaften Bauträgern geworden, wie sie es 
kraft der institutionellen Gegebenheiten sein 
könnten, aber einige Ansätze zu einer Aufge- 
schlossenheit lassen immerhin Hoffnung schöp- 
fen. In welcher Breitenzone allerdings die 
Qualität zum Durchbruch kommt, in welchem 
Ausmaße neue Formulierungen Allgemeingültig- 
keit erlangen werden, ist abzuwarten. Den 
größten Anteil an der Gestaltung unseres 
Siedlungsraumes hat noch immer der öffent- 
liche Auftraggeber zu verantworten - und die 
für ihn beschäftigten Architekten. Gerade der 
Wohnbau war Zielscheibe heftigster Angriffe. 
Aber vielleicht ist auch hier ein Ausbreiten des 
Tauwetters zu erwarten, das sich etwa in den 
Forschungsvorhaben des Ministeriums, in Ver- 
suchsbauten der Gemeinde Wien, in der Be- 
auftragung einiger fortschrittlicher Architekten 
ankündigt. 
Architektur ist heute nicht mehr allein Sache 
der individuellen "Künstler"; um aber aktuelle 
Trends aufzuzeigen, muß doch auf die Arbeit 
einiger Architekten a wenn auch sehr unvoll- 
standig a hingewiesen werden. 
Die wirtschaftliche Situation in Österreich hat 
die Bildung von Mammutbüros nicht zuge- 
lassen, die großeren ,.Standard"-Büros haben 
nur selten qualitätvolle Impulse geliefert, wenn 
auch das bauliche Volumen beachtlich war. Die 
Ateliers Carl Appel, Georg Liopert und Johannes 
Lintl zum Beispiel zählen zu jenen charak- 
teristischen Buros, die das Baugeschehen, frei- 
lich mit sehr untersch edlicher Oualitat, weit- 
gehend bestimmen. 
Symptnmatisch ist der Bau des Büros Georg 
Lippert für den IBM-Konzern („Dianabadver- 
bauung"), zeigt sich doch hier eine Abkehr 
von der „Glassbox" mit der obligaten Vorhang- 
fassade zugunsten eines Beton-Fertigteilsystems, 
das klassizierenden Tendenzen in der ameri- 
kanischen Architektur nicht unähnlich ist, das 
aber immerhin zu einer reliefartigen, schatten- 
reichen Belebung der Fassade führt. 
Neben den kommerziell akzentuierten Büros 
versuchen einige Architekten, trotz des beacht- 
lichen Auftragsstandes, sich aus dem Routine- 
betrieb des Baugeschehens herauszuhalten, 
etwa Artur Perotti in Linz (Sozialhochschule 
Linz), Wilhelm Hubatsch in Wien (Schulbauten), 
Emmerich Donau in Wien und Leoben (Arbeits- 
unfallkrankenhaus Klagenfurt) oder Gerhard 
Garstenauer in Salzburg (Thermalhallenbad Bad- 
gestern). 
1 Karl Schwanzer, Wirtschaftslarderungsmstitut Nieder- 
osterreich, St. Polten 196Bm197O 
Karl Schwanzer, Verwaltungsgebaude BMW Mun- 
chen. Entwurf 1968 
Karl Schwanzer, Projekt fur ein City-Center am Donau- 
kanal, Wien 1968 
Roland Rainer, Einkaufszentrum Linz-Südbahnhof, 
Projekt 
Roland Rainer, Gartenstadt Puchenau bEl Linz, 
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