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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 103)

spielte. Der Titel des Stückes war sicherlich 
durch ein bereits 1821 entstandenes Ölbild 
der Gebrüder Rieperihausen „Der Traum 
RaHaels" 39 angeregt worden. Adolf Schröd- 
ter hatte die Arbeitsstube Dürers für die 
Aufführung entworfen. Zu den Träumen 
„Melancholie" und „Der heilige Hiero- 
nymus", die als Transparente erschienen, 
sprach Wilhelm von Schadow die erklären- 
den Worte. 
Nach 1828 wurden die Dürer-Feste in 
Nürnberg, Berlin und einigen anderen 
Städten zu einem jährlich wiederholten 
Brauch. Kuglers Zeitschrift „Muscum" 
schilderte im Jahre 1833 ein Dürer-Fest in 
Berlin, zu dessen Dekoration der Schinkel- 
Schüler Johann Heinrich Strack ein goti- 
sierendes Ehrenmonument mit Statuen von 
Dürer, Peter Vischer und Erwin von Stein- 
bach entwarf. Der Opernkompunist Otto 
Nicolai komponierte die Festgcsänge. Die 
Münchener Künstler veranstalteten 1840, 
im Jahr der Fertigstellung des Nürnberger 
Dürer-Denkmals, während des Karnevals 
einen Maskenzug in Kostümen altdeutscher 
 
 
Künstler, den Gottfried Keller im „Grünen 
Heinrich" ausführlich beschrieben hat. Im 
Mittelpunkt der Maskerade stand die Dar- 
stellung einer von Carel van Mandcr 
stammenden Anekdote. Ein Festlicd des 
Malers Felix von Schiller wurde von Franz 
Lachner vertont. Eine Lithographie von 
A. Seyß gibt den Maskenzug wicdcr3l; 
eine Radierung von Neureuthcr stellt die 
aufgeführte Szene dar 31; eine Skizze Neu- 
reuthers ist der Entwurf für das Dürer- 
Kostüm 33. Später um 1850 übernahm 
Wilhelm von Kaulbach Figuren des Fest- 
zuges für seine Darstellung eines Künstler- 
festes zu Ehren Ludwigs 1., die als Frcsko 
am Außenbau der Neuen Pinakothek aus- 
geführt wurde 34. 
ANMERKUNGEN 30,34 
w Poznau. Muzeum Narodowe: Aussn-Kan, Dcuxschc R0. 
mantik. Berlin 1965, S. 92, Nr. 208, Abb. S. 188. 
31 München, Slzdtlnuscum, Mailüngcr-Szmmlung, Kit. IV. 
Nr. 786. 
31 Kehre! 1934, S. B4. Tal". 41, 2. 
33 Kehxer 1934, S. S4. Tal. 43 
11 m: im Kriege zerstörte Neue Pinakothek wurde abge- 
risen. Ölenlwürfe von lhulbach zu den Fresken bdindcn 
sich in den Bayer. Staaugcmäldmzmmlungcn. Künstler- 
fest: lnv.-Nr. WAF 415. 
8 
 
 
14 jdrgm-II Valcntin Souuc. Einzug Thorvnldscxus in Kopen- 
hzgen, 1244611250. Zenmntputznlalcrci um Außcnhau 
11.-, Thorvuldscn-Mxlseums in Kopenhagen 
Wilhelm von Kaulbach, Knnlpf gcgcn dcu znnr, um 
1x50. Ölrnlwurf zu einem Wandgunäldc An der Süd- 
Fassade der Neuen Pinakorhck m München. Uaycrlvrhc 
15 
Smntsgvmäldvsanzmlnnxgcn. Uutcr drr Sthirmhtrrsthzfl 
Arhvnas (mm links) bckdmpfcxx (von links): Schinkel, 
(Tnrstcln. Thorvaldscn. Winckclnr n und (auf dem 
Pepznslß) (Xxrnclius. Ovcrbcck und v K. an drcikopfxge: 
Ungclum, den Zopf, an nn- (Jrnzißu gcfangtxl am 
 
 
 
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