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Full text: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 103)

)is Vogel 
ERHARDT MOSWITZER - 
GURATIONEN IN EISEN 
Gerhard! Moswnzer, Relief, 1962. Eisen, SOX1ÜO Cm 
Gerhard! Muswilzer Korug, 1962. ElSßrl, H. 38cm 
Gerhard! Moswltler, Der Elamge, 1962. Elserlplasuk 
Nr. 7, H. 4B cm 
Gerhard! Moswnzer, Hauserm, 1962. Eisen, H. 20cm 
Gerhard! Moswllzer, Saulengluppe, 1963. Eisen. 
zwischen ZZDX 3,40 m 
an früh begann der 1940 in Maria Lanka- 
in der Steiermark geborene Künstler 
erialbilder zusammenzubauen. Er verwendete 
ne, Holz und Eisen in reliefartigen Anord- 
gen, wandte sich aber dann bald der 
taltung der freien, dreidimensionalen Figur 
wobei er auf den Werkstoff Eisen griff. 
ist kein Zufall. Moswitzer erlernte, bevor er 
1959 bis 1961 die Kunstgewerbeschule in 
z besuchte, das Schlosserhandwerk und 
daher mit der Arbeitstechnik, die das Eisen 
ngte. vollauf vertraut. Eines seiner ersten 
ke, mit dem er Aufmerksamkeit erregte. war 
Relief mit einem Ausmaß von 100x80 cm, 
verschieden geformte Blechelemente frei 
einer Grundplatte geschweißt zeigt. Hier 
anz deutlich zu sehen, daß derjunge Künstler 
de? menschlichen Figur ausging. Die in 
hmischer Anordnung gruppierten Teile lassen 
lich Köpfe, Arme und Hände erkennen, die 
rtilisierten Formationen nebeneinander zu 
rflächenhaften Füllung der zu bewältigenden 
l montiert wurden. Schon bei Betrachtung 
Einzelheiten werden wir Merkmale gewahr, 
denen wir auch später in den größeren und weiter 
ausgebauten Objekten wieder begegnen; so etwa 
dem geschlossenen Kopf, der einer architektoni- 
schen Einheit gleicht, oder dem zinnenbekrönten 
Abschluß, den wir dann später bei Moswitzers 
großen Figuren sehr häufig wiederfinden und 
der ihn oft zur Namensgebung „König" be- 
stimmte. 
Um 1962 können wir eine ernstliche Wandlung 
im Werk des Künstlers feststellen. Er geht ganz 
zur Freiplastik über, bei der er auch später 
hauptsächlich bleibt, und als weiteres wesent- 
liches Merkmal: Er verwendet starkes Material. 
Es handelt sich bei dieser etwa zwei bis drei 
Jahre dauernden Phase fast ausschließlich um 
„Kopfdarstellungen", wobei wir den Begriff 
Kopf nicht zu eng und direkt nehmen dürfen. 
Sicher ist allen diesen Plastiken die Struktur 
des menschlichen Schädels inne, sicher er- 
innert dieses und jenes Detail, Schweißungen, 
Löcher oder Lappen an gewisse Organe des 
Menschen, auch an Kopfbedeckungen oder 
Schmuck, doch geht es dem Künstler vor 
allem um eine Konzentration der Kräfte. Wir 
merken eine zunehmende Verdichtung. Die 
Verwendung von Altmaterial, Schrotteisen, gibt 
den Figuren hinwieder etwas Skurriles, ja, im 
gewissen Sinne sogar Exotisches. Viele erinnern 
stark an Fetische oder an afrikanische Neger- 
plastiken. Versucht man dann aber einen Ver- 
gleich zu ziehen, könnte man nur die Tanz- 
masken der ldscho (ldjo) an der Guineaküste 
und die großartigen Schnitzereien der Dogon 
vorn Oberlauf des Niger als entfernt ähnliche 
Objekte nennen. Bei näherer Betrachtung werden 
wir nämlich bald gewahr, daß diese „Köpfe" 
ein ganz anderes Herkommen haben. Erstens 
sind sie vorn Material her geprägt, und zweitens 
haben sie zum grundsätzlichen Unterschied zu 
den genannten afrikanischen Arbeiten eine 
ausgesprochen fröhliche Note. Oft sprüht die 
Schalkhaftigkeit des Künstlers geradezu in 
Details. Ein Merkmal, das sich durch das 
ganze Werk Moswitzers zieht und auch noch 
hintergründig in den strengen Plastiken der 
letzten Zeit mitwirkt: eine gelassene Heiter- 
keit! 
Knapp nach der Periode der „Thronenden", wie
	        

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