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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 103)

H 
H. ca. 80 cm 
Gerhavdt Moswitzer, zwei Eisenskulpturen. Linke 
Plastik Nr. 411965, H. 77 cm. Rechte Plastik Nr. 5] 
1558, H. 55 cm 
sich der Künstler, bevor er an die Ausführung 
geht, eine genaue Zeichnung an. Die Bleche 
werden zugeschnitten, warm gebogen und 
verschweißt, ie nach Bedarf. Dieser Vorgang 
gibt natürlich der vollendeten Figur ein ge- 
wisses technisches Gepräge. An und für sich 
haben Moswitzers Plastiken aber kein technische 
funktionelles Programm. Wenn sie, besonders 
diese großen Figurationen, auf den ersten Blick 
an Raketen erinnern und daher gerne mit diesen 
in Beziehung gebracht werden, so haben sie 
doch hauptsächlich nur das nach oben Weisende 
mit den Weltraumgeschossen gemeinsam. 
Das Gesagte wird durch eine Anzahl kleinerer 
Objekte - zwischen 50 und 80 cm - bezeugt, 
die zeitlich neben den großen entstanden sind 
und die gerade in der letzten Schaffenszeit des 
Künstlers eine intensive Weiterbildung erlebten. 
Wieder finden wir die kronenartigen Abschlüsse, 
die deutlich abgesetzten Kopfpartien und die 
auf der Erde aufgestützten Leiber. Alles das 
aber wird strukturiert, in zeichenhaften Formen, 
linearen Aufbauten und strengen Maßen, alles 
das aber wird wieder, wie in der Periode der 
Häuschen, in Kraftballungen zu konzentrieren 
versucht, um sich hier als Neues mit jenem 
Dynamischen der hochstrebenden Objekte zu 
vereinigen. Ein besonderes Element ist nun mit 
den signalähnlichen Pfeilern zu verzeichnen, die 
dem Hochstrebenden ein optisches Gegen- 
gewicht als Zug nach unten geben. 
Es ist erfreulich, beobachten zu können, daß 
der Künstler mit einmaliger Zähigkeit und 
Geradlinigkeit, ohne Konzessionen an den 
Kommerz, unter härtesten materiellen Bedin- 
gungen seiner Gestaltungsweise treu blieb und, 
soweit man es absehen kann, sich auch weiterhin 
seinem einmal geprägten Kanon entsprechend 
entwickelt.
	        

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