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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 103)

gleitet. Gute Fahrt! Wohin? Zum dürren 
„Friedensbaum" etwa inmitten einer verkarsteten 
Mondlandschaft, in der die zarte Glaskugel des 
zerbrechlichen Glücks und die papierene Taube 
genauso unüberwindlich getrennt bleiben wie 
einst, als sich das historische Karussell in den 
Wirbeln der irdischen Luft noch drehte? 
Auf jeden Fall führt der Gesellschaftsausflug 
zur Endstation "Unwiderruflich vorbei" in die 
steinige Wüste, die vormals einladender Strand 
war und in der die sinnlos gewordene Badehütte 
einer Schneiderpuppe (zur Erinnerung an die 
menschliche Figur) als Gehäuse dient. Wohin? 
Wohin? Die „Vogelbotschaft" (auf die wir 
warten wie Noah in seiner Arche) mag durc - 
löcherte Schießbudenfiguren, die als „leid- 
geprüftes Paar" ausgesetzt sind, hoffen heißen... 
wir indessen begreifen in unserem „defekten 
lnterieur", daß „der Spiegelfisch" nicht mehr 
weit schwimmen wird. Hic haeret acqua. Es 
gibt keine Zeit, also auch keine Zeiten. , 
verspätete Uriisch" nimmt von Hochöien keine 
Notiz . . . 
Wollten wir Ludwig Schwarzer fragen, ob er 
sich für einen engagierten Künstler hält, so 
würde er (österreichisch) entschieden „Nein!" 
antworten. Da er aber an einem nervösen Tic 
leidet, würde er zwangsweise mit den Augen 
dazu zwinkern. In seinen Bildern bleibt indessen 
eindeutig dokumentiert, was wir angedeutet 
haben. Denn die Kunst dieses Malers enthält 
mehr, als er zugeben mag. 
Ludwig Schwarzer in seinem Atelier 
löudwig Schwarzer, Leidgeprüites Paar, 1964. Tempera- 
I 
Ludwig Schwarzer Der verspätete Urrisch. Tempera-Ol 
Ludwig Schwarzer. Der Spiegelfisch. Tempera-Ol 
B
	        

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