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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 105)

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aber der Mund, jetzt fast ganz geschlossen, 
sehr vereinfacht, ungleich fester, steht in 
Form und Ausdruck näher dem Holzschnitt. 
Auffällig stimmen die Wcißhöhungen, die 
den Trakturen der Zeiten besser wider- 
standen, mit der Zeichnung überein. 
Eine der Wichtigsten Neuerungen des Nürn- 
berger Bildes ist die Einführung der Hände 
mit dem Granatapfel im Zuge der Aus- 
weitung des Konzeptes. Ob die Aufnahme 
dieser „Devise" des Kaisers von ihm per- 
sönlich veranlaßt wurde? Maximilian hatte 
sich das Symbol - nach   Fugger - 
schon in jungen Jahren in Erinnerung an 
die 1492 erfolgte Eroberung von Granada 
durch Ferdinand von Aragon, dem Schwie- 
gervater seines Sohnes Philipp des Schönen, 
erwählt. Es fand später viele Deutungen. 
Die verläßlichste Erklärung, die Stabius, 
sicher mit Zustimmung Maximilians, ver- 
faßt hat, Findet sich auf der Ehrenpforte: 
„Wiewol ain Marggranaffel auswendig nit 
sonder lieblich beslicßung noch suessen 
geruch hat, so ist er doch innwendig mit 
vil edler mildigkeit und wolgemachten 
kocrnern begabt, Als auch sein kaiserlich 
majestat ir fürgesetzt hat, dergleichen ver- 
porgen schicklichkeit, mildigkeit mit der 
Zeit nacheinander teglich zu pflarmtzen und 
zu offenbaren." Auch die Naturaufnahme 
dieser Hände hat ein gutes Geschick be- 
wahrt. Das Blatt wurde erst 1932 aus pol- 
nischem Besitz über den Kunsthandel für 
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die Albertina erworben. Wie die in Augs- 
burg aufgenommene Kohlezeichnung des 
Kopfes und das Nürnberger Leinwandbild 
dürfte auch dieses Blatt aus der Sammlung 
Pirkheimcr-Imhoffstammen. Es ist makellos 
erhalten, 1519 datiert. Nach allgemeiner 
Meinung wurde diese Naturstudie nicht 
nach den Händen des Kaisers, sondern erst 
nachträglich, vielleicht erst in Nürnberg ge- 
schaffen. Auch hier ist die erste Anlage der 
Zeichnung mit dünnen Linien hingesetzt, 
die noch zu einem Großteil sichtbar sind. 
Die sehr detailreiche Ausführung, die nur 
wenig davon abweicht, zeigt den kräftigen, 
sicheren, ausdrucksstarken Strich des gro- 
ßen Zeichners. Der Apfel von erheblicher 
Größe wird von den beiden Händen fest 
umschlossen. Einerseits ruht dieser in der 
linken Hand, deren drei sichtbare Finger, 
Daumen, Mittel- und Zeigefinger, sich ganz 
an die Rundung des Apfels anschmiegen. 
Anderseits umfängt ihn die Rechte von der 
Gegenseite her: Alle vier Finger greifen 
mit stark abgebogenen Gelenken von links 
und von oben über die Kugelform, während 
das erste Daumenglied oben rechts vom 
Kelchzipfel, oberhalb des nur flüchtig an- 
gedeuteten Aufbruchs der Frucht, in starker 
Verkürzung sichtbar wird. Die einzelnen 
Finger sind in ihrer Wesensart, ihren Ge- 
lenken, den Nägeln sehr individuell charak- 
terisiert. Auch diese Zeichnung wurde in 
ihrer natürlichen Größe für das Leinwand- 
bild ausgewertet. Die gleiche Größe läßt 
auch hier an eine direkte Übertragung den- 
ken, doch hält diese Vermutung genauerem 
Zusehen nicht stand. Sehr ähnlich ist die 
linke Hand; einzelne Linien decken sich 
fast, aber auch da schon zeigen sich Unter- 
schiede: Zeige- und Mittelfinger sind mehr 
voneinander getrennt, sind dünner, schmie- 
gen sich nicht so überzeugend an die Apfel- 
form an. Der Daumen ist weniger in Drauf- 
sicht, mehr im Proßl gegeben. Stärker fällt 
die Veränderung in der rechten Hand ins 
Auge: der Daumen ist nicht mehr vor- 
handen, die Finger sind in spitzerem Winkel 
geknickt; sie packen nicht mehr individuell 
zu, sondern ordnen sich in einer gewissen 
progressiven Reihung nebeneinander, über- 
einander. Sehr auffällig ist auch das ver- 
änderte Verhältnis der beiden Hände zu- 
einander. Während in der Zeichnung die 
Spitze des .7Viltelfinger.v der linken Hand jene 
des kleinen Finger: der rechten berührte, die 
beiden Hände also sozusagen ineinander 
übergingen, einander ablösten und den 
Apfel so bis auf ein kleines Segment fast 
in seiner ganzen Rundung umschlossen, ist 
jetzt die Rechte herabgedrückt, so daß die 
Finger beider Hände jetzt zum Teil in glei- 
cher Höhc sind, die Zezlgzßlzger der beiden 
Hände mit den Spitzen sich berühren, die 
Frucht nur mehr zur Hälfte umfaßt ist, wo- 
durch die ursprünglich zentrale Konzeption 
dieses Motivs in eine mehr horizontale Folge
	        

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