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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 105)

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sollten aber sonst überall in demselben 
Grundriß die Fenster des 1. Obergeschosses 
- wenn auch zum Teil nur hälftig als 
„Blendfenstef - eingezeichnet sein? Hätte 
man aber die beiden Räume an den Ecken 
der l-Iinterfront unbelichtet gelassen? 
Eher scheint uns die Annahme richtig zu 
sein, daß wir auch in der mittleren Zone 
der l-iinterfront die Fenster des 2. Ober- 
geschosses dargestellt finden - hier aus 
dem Grund allein durchgezeichnet, um in 
diesem Sektor einmal das veränderte System 
der halbierten Fensterachsen zu unter- 
suchen. 
Die Seilenfrorll zwischen Eckturm und hin- 
terer Fassade fällt durch das völlige Fehlen 
der Vertikalstruktur auf. Zwar sind die 
Eckfialen am Abschluß der Haupt- wie der 
Hinterfront übereck stehend angeordnet, 
dazwischen fehlen aber alle Spuren einer 
Wandgliederung. Auch zeigt diese Front 
nur drei Fenster gegenüber den fünf Fen- 
stern im l. Obergeschoß der etwa gleich 
langen Hauptfront. Vor dem Turmunter- 
bau ist überhaupt kein Fenster angeordnet. 
Die lichte Breite der Seitenfrontfenster ist 
wesentlich größer als bei den entsprechen- 
den Fenstern der l-iauptfront. Damit ändern 
sich natürlich auch die Achsenmaße. Eine 
regelmäßige Fünferteilung wäre ohnehin 
nicht möglich, weil die Dreifenstergruppe 
der Seitenfront beträchtlich aus der Mitte 
gegen die Hinterfront zu verschoben ist. 
Nach Lage der Dinge kann man also nur 
annehmen, daß diese Seitenfront zwar nicht 
verbaut war, aber auf eine Seitengasse 
führte, die keine reichere architektonische 
Gliederung verlangte. 
Da im Riß 21 R Zwischenwände einge- 
tragen sind, muß die sehr wichtige Frage 
geklärt werden, um welches Cerrhnß es sich 
bei dieser Darstellung handle. Diese Frage 
ist verhältnismäßig leicht zu klären! Man 
darf nur das System der Zwischenwände 
auf die Fenstertcilung in den verschiedenen 
Geschossen beziehen, um einige Geschosse 
mit Sicherheit auszuschließen. Da eine 
Zwischenwancl mitten in das rechte Erd- 
geschoßporlal stößt, kann zunächst das 
Erdgeschoß ausgeschieden werden. Eine 
Zwischenwand schneidet aber auch mitten 
in ein Fenster des 1. Obergeschosses, und 
dieses Symptom wiederholt sich noch bei 
einem zweiten Fenster der Seitenfront, zwei 
weitere Zwischenwände würden außerdem 
noch in die Fenstergexiaände des 1. Ober- 
geschosses einschneiden. Mit absoluter 
Sicherheit handelt es sich bei dem Riß 21 R 
also um den Grundriß des 2. Obergeschos- 
ses. lnteressant ist auch die Tatsache, daß 
die mittlere Diele hier durch zwei schmale 
Stichgängc von zwei Seiten direkt beleuch- 
tet ist. Diese Stichgänge sind ebenfalls nur 
mit der Fcnsterteilung des 2. Obergeschos- 
ses in Einklang zu bringen. In zwei Ficken 
sind hier Feuerstellen durch Viertelkreise 
angedeutet, während dahinter in den Raum- 
ecken Schornsteine zu finden sind. Eine 
dritte Feuerstelle ist an der Feuermauer zur 
Rechten zu sehen (in diesem Bereich 
scheinen einige Zwischentüren in der Zeich- 
nung vergessen zu seinl). Der Raum unter-
	        

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