MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 105)

Internationaler Künstlerclub - 
Gotthard Muhr 
Erstmals mit einer Ausstellung von i 
Ölbildern stellte sich Gotthard Muhr l 
im Internationalen Künstlerclub im 
Palais Palffy in Wien vor. Die Schau 
des 1939 geborenen Schwanen- 
städters, der zur allgemeinen Uber- 
raschung der Kunstöffentlichkeit be- 
reits 1966 mit dem Staatspreis für 
Graphik ausgezeichnet wurde, um- 
faßte rund 20 Exponate. Die in dunklen 
Mischtönen und Farbabstulungen ge- 
haltenen, meist mittelgroßen, pastos 
gemalten Bilder stellen zweifellos 
einen kompakten, wenn auch quali- 
tativ keineswegs gleichwertigen Ab- 
schnitt im beständig wachsenden 
Guvre des Künstlers dar. Muhr 
macht es sich dabei nicht leicht, 
sondern sucht die kontinuierliche 
Auseinandersetzung im Handwerk- 
lichen und Geistigen. Die Thematik 
seiner Olmalerei reicht dabei ähnlich 
wie in der beherrschten Druckgraphik 
von stillebenartigen Darstellungen 
bis zu hintergründigen Deutungen in 
Form anonymer Porträts. In einem 
der stärksten Bilder der Schau. der 
1968 entstandenen „Dreiköpfigen 
Jury" erweist sich Muhrs kritisches 
Engagement in einer von seiner 
grundsätzlichen Auffassung her Goya 
nicht unähnlichen Formulierung. 
Muhrs „Wiener Bacchus" erinnert 
hingegen an faunartige Selbstdar- 
stellungen Picassos. Schreckenerre- l 
gende Gesichter von Gnomen und . 
Fratzen kaum definierbarer Zwitter- 
wesan, ein kraftvoll gemalter „Mann 
mit Steckenpferd" oder das "Denkmal , 
des Cerberus" lassen alle etwas von W 
jener für Muhrs Bildwelt typischen 
schlummernden Aggressivität erken- i 
nen, die jeden Moment zur latenten i 
Gefahr werden kann und das Ab- 
gründige, Schattenseitige im Men- 
schen charakterisiert. Autobiographi- i 
sche Züge sind dabei keineswegs von i 
der Hand zu weisen. 
Europahaus - 7. Internationale 
Graphikausstellung 
Die Internationale Graphikausstellung 
des Europahauses Wien fand heuer 
bereits zum siebenten Male statt (Abb. 
10, 11). An dem damit verbundenen 
Wettbewerb hatten sich Künstler aus 
12 Staaten mit rund 500 graphischen ' 
Arbeiten beteiligt. Eine 5-Mann-Jury 
zeichnete 2 Osterreicher, Adolf Froh- 
ner und Helmut Krumpel, ex aequo 
mit dem ersten Preis aus. Den dritten 
Preis erhielt der Japaner Matsutani 
Takesada für eine Schwarzweiß- 
radierung mittleren Formats. Darüber 
hinaus kaufte die Graphische Samm- 
lung Albertina, unter deren Patronanz 
die Veranstaltung stand, Blätter von 
Bischof, Decleva und Eduard Ovacek, 
einem 1933 geborenen tschechischen 
Druckgraphiker, an. 
Hinsichtlich ihrer Durchschnitts- 
qualität geriet die diesjährige Veran- 
staltung gegenüber einigen früheren 
ins Hintertreffen. Die Gründe dafür 
liegen s bei Anerkennung aller 
Schwierigkeiten 7 in erster Linie in 
organisatorischen Mängeln, die im 
Interesse der wertvollen Veranstal- 
tungsreihe raschest behoben__gehören. 
So fehlen bei dieser in Osterreich 
singulär dastehenden Exposition 
nicht nur immer wieder bedeutende 
Nationen (heuer sind es neben den 
nordischen Ländern vorallem Deutsch- 
land und Frankreich), sondern es 
scheint auch die Auswahl selbst zu 
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BILDTEXTE 7-15 
Rudolf Henehrrer, Konstruklmn, 
Roland Goeschl, Slehende 
Gerhard! Muswnzer, Turm (A 
bis s Ausstellung des Bundes 
stenums fur urrrerrrem, KunsU 
rungsankäufe, in der Zweig: 
der Ersten österreichischen 
Gasse in Wlen-Srmmering) 
Helmut Kvumnel. Aus der Meer 
Menschenblldev. Radrerung 
Aeuerrrrre, was 
Adolf Frohner, Jwei". Radierul 
Aquauma,1968 (Abb. 10, 11 er 
1 Internationalen Grapmkausstl 
des Eumpahausas m wrerr) 
Bavtram Castekl, Arkzische N 
cholie, 1968. Oi 
Eduard Hanggr, Balance, n 
(Abb 17,13 aus der Ausstellur 
Kunsllergvuppe Schlnß Parz i 
eelerre Slubenbaste.) 
Peplno Wretevnrk rn seiner Au 
lung Im Wrenev Kunsllerhaus 
Fmz Pllcl, Tovso (Abb. 14, 1' 
der Aussreuurrg der beiden Ku 
um Franzosischen Saal des V 
Kunsllevhauses) 
14 

	        

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