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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 107)

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Vagabundenleben aus, in dessen Verlauf 
es Zeiten gab, da es dem hervorragenden 
Künstler und fesselnden Gesellschafter ge- 
lang, die Gunst des Adels zu erringen, die 
aber oft mit Jahren der Unsicherheit 
wechselten, bis es zuletzt in Not und 
Elend endete. 
In Brandls Revoltieren, das von einem 
starken schöpferischen Temperament ge- 
tragen wurde, kam auf überzeugende Weise 
das allgemeine Unbehagen über die Ab- 
hängigkeit der Künstler von den über- 
wiegend handwcrklich orientierten Zunften 
zum Ausdruck. Diesem Übelstand wollten 
Künstler, die in ihrer Einstellung mit 
Brandl übereinstimmten, der Architekt 
F. M. Kanka, der Maler M. W. Halbax und 
der Bildhauer F. Preiss (1709), mit der 
Gründung einer Kunstakademie in Prag 
begegnen. 
Brandls Werk wird auch durch das Be- 
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streben charakterisiert, die künstlerische 
Betätigung von der allzu passiven Ab- 
hängigkeit gegenüber den Auftraggebern 
zu lösen. Eine von derartigen Bindungen 
freiere Kunst sollte die Möglichkeit bieten, 
sich intensiver mit den Verflechtungen und 
Problemen des menschlichen Schicksals 
auseinanderzusetzen. An den Höhepunkten 
seines Schaffens trat bei Brand}, im Gegen- 
satz zu vielen seiner Zeitgenossen, die sich 
mehr um eHektvolle Farbakkorde und 
Formensprache bemühten, immer stärker 
ein Grundzug menschlichen Mitfühlens 
und Verstehens zutage. Das äußerte sich 
in einer überraschenden Beruhigung oder 
lyrischen Verträumtheit, die von tiefem 
Erleben zeugen. Dieser Maler einer le- 
bendigen und sinnlichen Farbigkeit, der 
mit Vorliebe vollklingende, warme Töne 
wählte und schöne Körperformen liebte, 
war nie bloß ein gewandter Dekorateur 
und schlagfertige: Apologct. Vielmehr gir 
es ihm, dem Vollblutmaler, darum, d 
Wirklichkeit zu erfassen. Seinem ung 
stümen Temperament entsprach die L: 
denschaftlichkcit des malerischen Vortrag 
dessen beredte Sprache noch heute vr 
den verborgenen inneren Nöten des Me 
schen zeugt. 
Brandls künstlerisches Wachstum gir 
offenbar rasch vor sich, aber frühe Bewei 
seines künstlerischen Fortschrittes sind u 
nicht erhalten geblieben. Aus den achtzig 
Jahren ist uns kein Werk bekannt, dOl 
können den neunziger Jahren auf Grui 
von Belegen vier Bilder mit Sicherheit u: 
drei mit Wahrscheinlichkeit zugeordn 
werden. 
Wenn in den neunziger Jahren im We 
Brandls zwei verschiedene Auffassungen ' 
Worte kamen, einerseits die lichte farbig
	        

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