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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 107)

anderseits die tcnebristische Valerei, die 
dann um 1700 unter dem Einduß VOn 
Halbax die Oberhand gewann, so bemühte 
sich Brandl später, x irend des ersten 
Jahrzehnts des 18. Jahrhunderts, beide 
Tendenzen miteinander zu vereinigen. Zu- 
nächst geschah dies noch mittels eines 
zemlich strengen Helldunkels, einer Art 
des Bildaufbaues, die dem Interesse des 
Künstlers an dramatischer Handlung ente 
sprach und in den großen durch Licht und 
Bewegung charakterisierten Altarkornpo- 
sitionen zum Ausdruck kam. Brandl dife 
ferenzierte jedoch das Helldunkel durch 
reichere Verwendung von Lichtreflexen und 
insbesondere durch Verfeinerung des far- 
bigen Aufbaues. In Übereinstimmung mit 
der zeitgenössischen Architektur und Plastik 
ging er dazu über, seine Monumental- 
gemälde mit Hilfe von kreisförmigen oder 
ovalen Bewegungszügen zu gliedern. deren 
Peter iuiiuii. nu- u-vhirhn- Josefs von Auytutu. 1721. 
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mächtigen Kurven er alle Bildeletnente und 
die gesamte Komposition unterordnete. 
Wie die Altarblätter und Bilder der ersten 
Periode von Brandls Schal-Yen. unterlagen 
auch seine Porträts einem ähnlichen Ent- 
wdcklungsprozeß. Für diese Bildgattung 
fand er allerdings bei seinen Prager Zeit- 
genossen k "ne gc ügende Anregung; we- 
der By s noch lelalba konnten ihm 
als Vorbilder dienen. Zwar kannte 
französische, italienische und niederlän- 
dische Werke, soweit sie ihm in Böhmen 
zugänglich waren, Bildnisse Rigauds und 
Largillieres, und kam später auch mit der 
Wiener Portra malerei in Berührung, be- 
sonders mit Arbeiten Stamparts. Aber im 
wesentlichen beruht doch die Eigenart 
seiner Bildniskunst auf der einheimischen 
Tradition und auf seinen persönlichen Nei- 
gungen. Das verraten Beziehun en zu 
Screta und namentlich auffallende . 
Blllhtlrlifhtf Wirkung usammenzilfassexl. ÜIC ntTene 
Landschaft und die mt gliedene Architektur, die 
um; beu gten muskulosen (lestalten und dar (ein 
ilitib iilierl Licht. die Farbenpracht t Kostüme 
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hier. daß die fv. elnde 
Handlung und der v ' Atßdru 
Ganzes bilden. Ziim t renmal iu der Baruckmalerei 
er und durchaus pt-ntu- 
wenn, die aus 
tn in tiinex kleine Land im 
Herzen Eumpu eingedrungen K ire di uui iischc 
.' lclerling der Handlung, die fl mische . mrhhiifllg- 
keit und die holläm ehe Verinnerlichung 
keiten mit Kupeck, die jedoch durch 
keine direkten Kontakte der beiden K nst- 
ler erk ' bar sind. 
Die Zeit von Brandls k nstlerischer Reife 
läßt sich im wesentlichen in zwei Haupt- 
pliasen einteilen. Da beide Hießend und 
ohne größeren Bruch ineinander übergehen, 
ist es am zweckm ßigsten, die Einteilung 
nach jenen Hauptwerken vorzunehmen, 
die genau datierbar sind und in denen die 
künstlerische Problematik, um deren Be- 
wä tigung es dem Künstler ging, sich am 
deutlichsten manifestiert. Der erste Ab- 
schnitt erstreckte sich über ungefähr zehn 
Jahre oder etwas länger. Sein Abschluß 
fiel beiläuiig in die Jahre 171li1715, als 
der Künstler sein 45. Lebensjahr erreichte. 
Die zweite Phase, die zugleich den Höhe- 
punkt der künstlerischen Entfaltung bil- 
dete, reichte bis um 1728, also bis zum 
6D. Lebensjahr. Die letzten sieben Jahre 
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