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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 107)

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Zechyr, Viel Konstruktionen, 1969. Slaatliche Graphi- 
sche Sammlun Albertina, Wien 
Zschyv, Archixe lonisches Skizzenblatt, 1967MB 
Zechyv, Zeichnung, 1968 
Zechyr, Zeichnung, 1969 
 
nannten durchwegs um Doppelbegabungen, um 
Künstler, die als Maler ebenso wichtig waren 
wie als Graphiker. Ähnliches gilt auch vom 
Zeitabschnitt nach 1945, wo gerade unter den 
Vertretern der Wiener Schule des phantastischen 
Realismus ein ausgeprägter, ja dominierender 
Hang zur Zeichnung besteht. Der Anteil soge- 
nannter „Nur-Zeichner", wie es etwa der so früh 
verstorbene Kurt Absclon war, ist allerdings da 
wie dort sehr gering. Othmar Zecher, dessen 
zeichnerischem (Euvre diese Abhandlung gilt, 
zählt zu ihnen. 
Zechyr (so sein seit wenigen Jahren verwendetes 
Pseudonym) gehört der Generation der heute 
Dreißigjährigen an, die nicht nur in Österreich 
der inzwischen als Professoren etablierten 
Avantgarde von gestern den Wind aus den 
Segeln nahmen. Der in Wien lebende Linzer 
(Jahrgang 1938) bildete sich im wesentlichen 
als Autodidakt heran. Durch den deutschen Ex- 
pressionismus erhielt er anfangs starke Impulse, 
die vor allem in bewegten Kohlezeichnungen 
festzustellen sind. Mit dem Forcieren der 
Tusche- oder Sepiaiederzeichnung um 1966167 
fand Zechyr dann in immer wesentlicherem 
Maße zu sich selbst. Die beinahe ausschließ- 
liche Konzentration auf das reine Schwarzweiß, 
aber auch eine eng abgesteckte Thematik waren 
in Anbetracht des außergewöhnlichen Talentes 
von Zechyr die - von ihm weitestgehend 
intuitiv erfaßte - Garantie für eine echte, auto- 
nome Weiterentwicklung. 
Seine Vorliebe für architektonische Aspekte und 
Strukturen, für bauliche Zusammenhänge wurde 
immer mehr zu einem architektonischen Be- 
kenntnis, das Utopien als Realität versteht und 
damit den Weg ebnete für eine bis heute an- 
haltende inspirierte künstlerische Etappe. Der 
anfangs noch mitbestimmende reale Anstoß und 
Anlaß, wie er zum Beispiel bei einem Blatt wie 
dern „Zugsunglück bei Prinzersdorf" (1967) eine 
Rolle spielte, erweist sich in späteren Arbeiten 
nur noch bedingt als wesentlich. Zechyr stützt 
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