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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 108)

In ihrer Gesamtheit stellen die genannten religiösen 
Gemälde wirkungsvolle Bildelemente für eine größere 
Kapelle dar, wobei in diesem Stadium die Farbe, 
ihrem innersten Wesen entsprechend, sich an- 
schickt, Symbol des Transzendenten zu werden. 
Ebenso deutlich spiegelt sich die angedeutete Ent- 
wicklung in den Gemälden ..Singende Engel" und 
"Musizierende". in den bedeutenden großen Stilleben 
„Ananas und Melonen" und „Gemüse und Früchte", 
aber auch in den Landschaften „Mondnacht in 
Rom", in der Winterlandschaft "Möltern" (im Besitz 
der Niederosterreichischen Landesregierung) sowie 
in dem hochqualifizierten Bild „Vulkanabhang mit 
Ginster auf Lavasand". Ins Dekorative variiert wur- 
den die Gemälde „Fische und Seepferdchen" und 
..Fische in Algen". Elsners Porträts sind Spachtel- 
und Pinselarbeiten, die Ähnlichkeit und eine mög- 
lichst komplexe Erfassung des lnnenlebens er- 
reichen. Die vitalen Farben und Tönungen dieser 
Werke haben den Wiener Postimpressionismus, der 
ia auf breiter Basis nichts anderes will als eine 
Intensivierung des Lichtes im Bild, mit einer eigen- 
willigen Technik durchdrungen. Jeder malerische 
lntellektualismus bleibt ausgeschaltet. 
Diese Einstellung und der Wunsch und das Streben, 
von der Natur und der Umwelt zu lernen, aber 
nur aus sich selbst zu wachsen, hat Elsner gegen 
alle von außen eindringenden Überstrahlungen,die 
auf die österreichische und Wiener Kunst seit 1945 
einwirken, immun gemacht. 
Die Bedeutung von Franz Elsner, der auch als 
Keramiker sein malerisches Formgefühl verdichtet. 
liegt nicht nur in seinem respektablen Werk, sie 
ist auch in seinem pädagogischen Wirken an der 
Wiener Akademie der bildenden Künste zu er- 
blicken. Als intensiv und rastlos schaffendes Vor- 
bild hat Elsner seinen vielen Schülern die geistig 
orientierte Malerei und ihre Manifestation in vitalen 
Farben vorgelebt. Seine reifen Jahre haben Franz 
Elsner folgerichtig in das Wiener Künstlerhaus 
geführt.
	        

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