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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 108)

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USA 7 ÖSTERREICH 
älliläägllONDs INTERNATIONAL AWARDS 
Wie wir bereits in der Nummer 106 
bekanntgaben, hat den voriahrigen begehrten 
Preis des modernen Schmuckdesigrts der 
Wiener Goldschmied Manfred Nisslmuller 
verliehen bekommen. Der Diamonds Inter- 
national Awards ist die nOChste Auszeichnung 
für kostbaren Diarriantschrnuck und wird 
jährlich von den De Beers Consolideted 
Mirtes. Lld. lur jene 30 Schmuckstücke 
verliehen, die sich durch besondere 
Schönheit und Originalität in der Formgebung 
und Materialverarbeitung auszeichnen. Am 
Wettbewerb können sich Schmuckgestalter 
aus aller Welt beteiligen: im Jahr 1969 
50 
wurden 1880 Entwurfs von insgesamt 
627 Designern aus 30 Ländern eingereicht. 
Die 30 Schmuckstucke der Awsrds-Collection 
gelten daher als reprasentativ fur das 
moderne internationale Schmuckdesign. Bei 
der Jurierung wurden in erster Linie Schän- 
heit, Ideenreichtum, Tragbarkeit und 
Verarbeitung des Materials gewertet. Die 
ausgezeichnete Arbeit des Österreichers 
Manfred Nisslmüller war ein aus Baguette- 
Diamanten und gleichgeformten Weißgold- 
StHbCherl pyramtdenarltg Zusarnmengelugter 
Ring, der vor allem durch Originalität und 
kühne Formgebung besticht. 
Informationen für eventuelle Beteiligungen 
bei De Beers Consolidated Mines, Ltd.. 
40 Holborn Viairluct, London. E.C. 1 n 
Berichte 
Im PALAIS THURN UND TAXIS in l 
BREGENZ stellten die beiden in 
Wien arbeitenden Künstler I 
Sabine Weiger und Kurt lngerl vorn 
20. September bis 12. Oktober 1969 i 
aus. Ihre unter dem Titel i 
„Konstruktionen" gezeigten Arbeiten i 
setzen die Linie fort, die die beiden i 
jungen Künstler schon seit einiger ' 
Zeit eingeschlagen haben, die sie I 
erstmals im Künstlerhaus Wien im 
Frühjahr 1968 zeigten und die von 
kinetischen Erlebnissen, von 
Hard Edge bis zur Op-art reichen. 
Jeder der beiden zeigte in Bregenz 
etwa 50 Bilder in einer 
Spritztechnik, die eine sehr exakte 
Ausführung gewährleistete. Während 
Kurt lngerl nur mit schwarzen und 
weißen Flächen operiert und Holz als 
Malgrund verwendet, sind die 
Arbeiten der Sabine Weiger in 
Farben gehalten und auf Metallgrund 
aufgetragen. Hatten die Formungen 
ursprünglich noch ornamentale 
Anklänge, so sind diese bei den in 
Bregenz gezeigten Objekten weitest- 
gehend aufgehoben. Ein reiner 
Konstruktivismus herrscht vor. Beide 
Künstler konnten erfreulicherweise 
Kontakte zu Schweizer und deutschen 
Interessenten knüpfen (Abb. 11, 12). 
In der GALERIE IM TAXISPALAIS in 
INNSBRUCK war die Ausstellung 
.Kunst ohne Künstler" vom 8. Juli bis 
3. August zu sehen. Sie wurde 
vorher von der Galerie nächst 
St. Stephan in Wien gezeigt, und wir 
berichteten im Heft Nr. 106 daruber. 
Besonders zu vermerken ist, daß die 
Schau, sie sollte ursprünglich bis 
10. August zugänglich sein, auf 
Anordnung „höchster Stellen" 
vorzeitig geschlossen werden mußte! 
Im BAUZENTRUM AM RENNWEG 
stellte Paul Flora vom 11. Juli bis 
zum 17. August 111 Zeichnungen 
aus. Große Beachtung fand eine 
neue Serie: Arbeiten über die 
Freiheitskämpfe 1809. Andere 
Blätter behandelten das Thema 
Höfling und Hofstaat, wieder andere 
zeigten Figurenkompositionen in der 
Landschaft. 
Von der STÄDTISCHEN GALERIE 
LIENZ wäre als besonders nennens- 
wert ebenfalls eine Personal- 
ausstellung von Paul Flora zu nennen, 
die im vergangenen Herbst stattfand 
und sich in ähnlichem Rahmen wie 
die lnnsbrucker Schau hielt. 
In Niederösterreich hat sich im 
vergangenen Jahr eine Gruppe 
aktivistischer junger Menschen um 
die neue interessante Zeitschrift 
,das pult", die jeden zweiten Monat 
erscheint und die Literatur, Kunst 
und Kritik bringt, zusammengefunden. 
In den Räumen des Kulturamtes der 
Stadt St. Pölten organisierte 
..das pult" nun unter der Leitung 
Adam Jankowskis eine Ausstellung 
unter dem Titel NEUE MALEREI, 
die vom 25. September bis 5. Ok- 
tober 1969 zu sehen war. Diese 
Schau bot einen Einblick in 
verschiedene neue Tendenzen der _ 
österreichischen Malerei. Schöpfer l 
der minimal-art, der arithmetischen  
und der synthetischen Abstraktion 
sowie der kybernetischen Kunst ' 
waren mit Beispielen ihres Schaffens 
vertreten, wobei einige Namen 
schon im österreichischen 
Kulturleben einen bedeutenden 
Klang haben. Es stellten aus: 
Artner, Jankowski, Kovachich, 
Rolett, Nadia, Painitz, Schwarzenberg 
und Stiegler. Die Ausstellung soll 
nun auf Grund der eingegangenen 
Einladungen in Feldkirch, Bregenz. 
Linz, Graz und Villach gezeigt 
werden (Abb. 13-15). Amis Vogel 1 
21. Österreichische Jugend- 
kulturwoche, Innsbruck, 
26. April bis 3. Mai 1970 
Die 21. Österreichische Jugend- 
kulturwoche, die vom 26. April b 
3. Mai 1970 in Innsbruck stattfir 
wird, soll sich vorwiegend mit di 
Thema „Architektur" unter Ein- 
beziehung der Nachbardiszipline 
beschäftigen. Auf Einladung der 
Veranstalter hat dazu der Wiener 
Architekt Günther Feuerstein ein 
Konzept ausgearbeitet, das unter 
dem Arbeitstitel „ . . . aber Emma 
ist das noch Architektur" 
(Architektur - ganz klein a und 
sehr groß) eine Reihe von 
Möglichkeiten aufzeigt. 
Feuerstein geht dabei von scheir 
baren Grundwahrheiten aus: 
Immer mehr Häuser bauen wir. 
Unsere Architektur ist eine endlc 
Addition nahezu gleicher Volumi 
Die Menschen haben die gleiche 
Häuser, weil sie die gleichen 
Bedürfnisse haben. Aber 7 habe 
sie die? lst es nicht so, daß Arch 
tektur nicht mehr interessiert? 
Wird Architektur nicht in steigen 
Ausmaß durch verschiedenste 
Phänomene ersetzt? Was ist heu 
möglich, um dem Menschen net 
Bereiche der Wahrnehmung, des 
Bewußtseins, der Freiheit, der 
Existenz zu geben bzw. wiederzi 
geben? 
„Gebaute" Architektur ist nur ein 
der Medien, wenn auch noch 
immer ein sehr wesentliches. 
Auf der Suche nach Lösungen 
müßte man aber auch die anders 
Medien heranziehen: Wort, Bild. 
Aktion, Mixed Media. Sie liefern 
Unterlagen zur Behandlung eine 
ganzen Katalogs wichtiger 
Fragen. 
Günther Feuersteins Konzept wt 
nun in diesen Tagen an zahlreicl 
Personen im In- und Ausland 
versandt, die gleichzeitig gefragt 
wurden, ob eine Veranstaltung ii 
Art des vorgelegten Konzepts 
überhaupt sinnvoll sei, was 
vergessen wurde und welche 
Anderungen berücksichtigt werd 
sollten. Dieselbe Frage wird mit 
dieser Veröffentlichung an alle 
engagierten jungen Leute in 
Osterreich gerichtet; wer sich 
interessiert, möge das Jugendku 
wochenkonzept beim Kulturring 
Tirol, 6020 Innsbruck, Bürgerstrz 
10, kostenlos anfordern. Jede 
Mitarbeit wird dankbar angenorr 
ebenso Beiträge in jeder Form, c 
für die Bewältigung der gestellte 
Themen von Interesse sein 
können. 
Die ersten eingegangenen 
Anregungen wurden im Rahmer 
einer Veranstaltung diskutiert, 
die am Freitag, den 5. Dezember 
im Hotel „Weißes Kreuz" in lnns 
stattfand. Dort wurde über die 
Vorschläge zur Programmgestalt 
referiert und diskutiert und mit 
allen Anwesenden das Programr 
21. OSTERREICHISCHEN 
JUGENDKULTURWOCHE 
festgelegt. Damit sollte auf 
demokratischer Basis die Einfluß 
nahme auf das Programm durch 
alle interessierten Personen 
garantiert sein. 
BILDTEXTE 11-15 
11 Kurt lngerl, Interferenzen, 1969. L 
108 X 75 cm 
12 Sabine Weiger, Konstruktionen, 
Lack, je 100x100 cm (Abb. 11, 
der Ausstellung der beiden Kürts 
Palais Thurn und Taxis in Bregenz 
13 Hermann Painitz, Drei Druckgra 
Mitte: 50x65 Crn, links und re 
40x54 cm. Gummischnittdruc 
Karton 
14 Gertraud Artrter, Variation Nr. 6, 
Lack auf Holz, 130x170 cm 
15 Adam Jankovski, Synoptische Ko 
tion", 19GB. Kasein auf Papier, 4B) 
(Abb. 13-15 aus der Ausstellung 
Malerei" im Kulturamt der Stadt St.
	        

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