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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 110)

eramtes, des Stadterweiterungsfonds sowie 
Architekten und Baumeister Ferstel, För- 
, Löhr, Niernse, Salzmann, Schebeck, 
midt und Schwendenwein. 
Form der Prüfung war die übliche: 
JIISChC Vorprüfung und Kontrolle der 
lständigkeit der Entwürfe. Bei der Be- 
tung wurden zuerst die Grundrisse begut- 
"et, danach erst die Architektur. Das 
fahren war anonym. die nicht angekauften 
iekte gingen an die Verfasser zurück, ohne 
ihre Namen bekannt geworden wären. 
lurch fehlen sichere Angaben über den 
nehmerkreis. Indes gibt es eine Liste der 
maßlichen Verfasser, und so ergibt sich 
den Wettbewerb das folgende, durch 
Fungsergebnisse ergänzte Bild: 
„3k49", eine schriftliche Eingabe ohne 
Pläne. 
7 Offerte eines englischen Fabrikanten 
von Beleuchtungskörpern. 
„Honor et fldelitas", von C. Barry aus 
London. Der gelobte Entwurf war dem 
Covent Garden Theater in London ähn- 
lich und wurde mit 500 f. ausgezeichnet. 
„Das Edelste des Menschen ist der Geist", 
von einem unbekannten Verfasser aus 
Wien, ausgezeichnet mit 300 f. 
„Fortschritt", aus Wien oder Temesvar, 
möglicherweise von Bauunternehmer Rei- 
ber, unbedeutend. 
„Frisch dran", vermutlich von Architekt 
Eduard Titz aus Berlin; ein Gutachter 
betont die sichtbare Erfahrung im Thea- 
terbau, ein anderer schlägt das Projekt 
für den 3. Preis vor; es war ausgezeichnet 
mit 500 f. 
„Quot homines tot defentiac", von Carl 
Helft aus Wien, ein trotz der sehr hohen 
Zahl von Treppen (35) zweckmäßiger 
Entwurf, der seinem Verfasser 500 f. 
eintrug. 
„Im Schaffen ruht der Lohn der Kunst". 
von Prof. Carl Rösner. Der Entwurf 
erhielt keine gute Kritik. 
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„L", von Linsemayr o. ä., aus dem Büro 
Schwenderiwein in Wien. Der Entwurf 
wurde als geistreich aber unbrauchbar 
bezeichnet; dennoch mit 300 f. ausge- 
zeichnet. 
„Franz joseph", eine Nachahmung des 
Dresdener Hoftheaters von Semper, ohne 
dessen Vorzüge, von einem unbekannten 
Verfasser aus Berlin. 
„Immer strebe zum Ganzen und kannst 
Du selber kein Ganzes werden, als dienen- 
des Glied schließ an ein Ganzes Dich 
an", vermutlich von Langhans d. aus 
Berlin. Auch dieser Verfasser hält sich 
an das Dresdener Vorbild, überbaut je- 
doch bei fast 100m Breite das ganze 
Terrain ohne Hof. 
rt 
„- Diese drei Entwürfe wur- 
„Meyerbeer" den nicht besprochen, da 
„Es lebe der sie so schlecht gewesen 
Kaiser" sein sollen, daß man eine 
nähere Betrachtung für 
überflüssig hielt. 
„Polyhymnia", von Ferdinand Kirschner 
aus Wien, der auch ein Gutachten ver- 
faßt hat; angekauft, dadurch erhalten und 
a. a. O. besprochen. 
„Erfahrung macht klug", von einem un- 
bedeutenden, unbekannten Verfasser aus 
Wien. 
„Was Blumen unserem Garten sind, sind 
Künste unserem Leben", wie Nr. 16. 
„Rudolf und Gisela", könnte von Ferd. 
Fellner d. Ä. sein; wurde von Theater- 
direktor Treumann abgegeben und verrät 
Erfahrung im Theaterwesen. Das Projekt 
verwendet vom Berliner Schauspielhaus 
die Freitreppe mit Unterfahrt und nutzt 
die Tiefe des Stadtgrabens; es wurde 
500 f. wert erachtet. 
„7", eine unbrauchbare Arbeit aus Paris. 
„Ein jeder schafft nach seiner Kraft", aus 
Wien, War unbrauchbar. 
„Providentiae memor", von Ernst Giese 
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Wettbewerb für das k.k. Hofoperngcbäudc um Ring 
2. Projekt von Eduard van der Nüll und August von Sicards 
hurg, Wien. Vorderansicht der Hauptfront 
und Bernhard Schreiber aus Dresden 
erhielt den dritten Preis, ist angekauft 
erhalten und a. a. O. besprochen. 
„Apollo", von v. Ri(e)g(e)l aus Wien 
Das Projekt wurde zwar als verfehlt be- 
zeichnet, doch wurde die praktische Aus- 
nutzung des Stadtgrabens hervorgehoben 
„Für die Kunst, durch die Kunst", vor 
Schaller aus Wien. 
„Feuersicher", auch aus Wien und eben- 
falls als unbrauchbar befunden. 
„Mozart", von Dictz aus Wien (möglicher- 
weise auch Carl Tietz), wurde wie Nr. 12 
bewertet. 
„Fidelio" und 
„Diis placeat" wurden als unbrauchbar 
ausgeschieden. 
„Tonkunst", stammt wohl von einerr 
Ingenieur der Nordbahn, wobei Hofmann 
in Frage käme. Der praktischen Arbeit 
fehlte die architektonische Durchdringung. 
„Fais ce que dois, advienne que pourra", 
von Van der Nüll und von Sicardsburg. 
Als mit dem ersten Preis ausgezeichneter 
Entwurf erhalten und a. a. O. besprochen. 
„Doppeladler auf rotem Feld", von Carl 
Hasenauer, erhielt den zweiten Preis und 
ist a. a. O. besprochen. 
„Ora ct labora" und 
„Non pulchrum nisi bonum nisi verum" 
waren unbrauchbar. 
„ATZ" (1666), von Funke  aus Han- 
nover. Der Verfasser verwies alle Neben- 
räume in Keller und Boden, um die 
Hauptgeschosse für eine großartige Fest- 
architcktur frei zu halten, wofür der Ver- 
fasser 500 f. erhielt. 
„Geierkopf in ovalem Schild", könnte 
von I-Icctor Horeau aus London gewesen 
sein. 
„Wünsche immer, erwarte nichts", von 
Carl Guido Ehrig in Leipzig. Der Ent- 
wurf wurde um der qualitätvollen Fassa- 
den Willen angekauft und wird a. a. O. 
besprochen. 
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