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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 110)

ledaille war bis in das 20. Jahrhundert sowohl 
I wie auch ihrer Bestimmung nach in ein 
Thema gefügt. Sie wurde ihrem Zwecke 
in erster Linie zu politischen, dynastischen 
persönlichen Anlässen geprägt. Auch das 
ische spielte eine bedeutende Rolle. Das 
ahrhundert ging in seiner „Medaillenfreund- 
it" aber noch weiter, denn zu allen nur 
raren Gelegenheiten und Anlässen wurden 
illen geprägt. Das bedeutete in der Folge eine 
iche Abwertung dieser Kunstgattung. 
20. Jahrhundert brachte eine Teilung der 
Jngen innerhalb der Medaillenkunst: Die eine 
Jng verfolgte den im 19. Jahrhundert einge- 
jenen Weg weiter; die andere machte sich 
ler Tradition los und versuchte eine künst- 
l unabhängige Linie zu finden. Dabei wurde 
rogramm des Medaillenschaffens grundlegend 
iert. Die Themen entfernen sich immer mehr 
Trivial-Alltäglichen; formal rückt die moderne 
rlle näher an die Plastik heran. 
Gruppe von jungen Medailleuren, hervor- 
rgen aus der Meisterschule für Medailleur- 
der Akademie der bildenden Künste in Wien, 
it 1956 unter der Leitung von Prof. Ferdinand 
steht. hat den Typus einer modernen öster- 
achen Medaille geschaffen. Dieser Kreis ist 
ch, der in seiner Entwicklung durch Zuzug 
' neuer junger Kräfte stetig voranschreitet. 
ertreter dieser Gruppe, die oft als „Schule 
bezeichnet wird, ist der Medailleur Helmut 
1941 in Schwarzach-St. Veit im Lande 
irg geboren, besuchte er zunächst die Kunst- 
beschule in Steyr (Blümelhuber), wo er sich 
andwerkliche Können des Stahlschnittes an- 
e. Nach Abschluß seiner Ausbildung in 
ging Helmut Zobl nach Wien an die Akademie 
ldenden Künste, an der er die Meisterschule 
rof. Welz 1965 mit dem Diplom abschloß. 
hre 1967 erhielt er an dieser Schule selbst 
Lehrauftrag. 
hSt standen im Vordergrund von Zobls 
en - bedingt durch sein Studium - als 
themen Stilleben, Porträts und Landschaften. 
r v im Gegensatz zu seiner späteren Ent- 
ing a hier durchaus dem Gegenständlichen 
iden. Die Weiterentwicklung seiner künst- 
en Persönlichkeit brachte die Suche nach 
m speziellen Themen und damit auch die 
einer individuellen Formenwelt mit sich. Er 
:h von dem, was während seiner Studienzeit 
1st noch Vorbild und Ausgangspunkt war, 
immt nun eine gänzlich eigenständige Ent- 
ing. 
rten religiöse Themen in den Vordergrund 
Schaffens. Besonders Themen aus der 
lypse beschäftigen Helmut Zobl in starkem 
Durch Anregungen aus diesem Studium 
ndelt sich die Gestaltung der Medaille in 
gesamten Erscheinungsform. Die nunmehr 
:kte Phantasie drängt danach, in neuer Bild- 
ung verwirklich zu werden. 
er Medaille „Mutter und Kind", die der 
er im Jahre 1966 schuf, tritt in seinem 
en eine Wendung ein. Diese wirkt sich be- 
's auf seine Charakterisierung und Beur- 
i des Menschen aus. Diese Wandlung, die 
2 Zeit persönlicher Not fällt, betrifft vor allem 
lid der Stellung von Mann und Frau in der 
Zobl wendet sich immer mehr vom Gegen- 
chen ab. Seine Darstellung soll die Phantasie 
rtrachters anregen, innere Erlebnisse wenden 
ach außen und bestimmen die Form. Dieser 
. frei von Symbolen, liegt eine Mystifizierung 
iestalteten fern (Landschaft, 1968). Die 
hliche Figur tritt jedoch immer wieder 
at dem jeweiligen Stadium der künstlerischen 
:klung in Erscheinung (Liegender, 1968). 
rlS zuletzt entstandenem Zyklus „Neue Welt" 
1969) soll sowohl die Kompliziertheit wie 
lie Einfachheit der Welt in eine der Medaille 
sehenden Form umgesetzt werden. Die 
ssivität der techn-"chen Umwelt und die 
aufhörlichen dynamischen Entwicklung soll- 
r Gleichklang mit der geistigen Haltung des 
hen bleiben. Der Mensch neigt nicht mehr 
unkelheit und Undurchsichtigkeit, er neigt 
hr zur Klarheit und Transparenz. 
Helmut Zobl, Skizze zu einer Medaille aus dem Zyklus „Neue 
Welt", 1959 
Helmut Zebl, Medaille aus dem Zyklus „Neue Welt", 1969. 
Silber geprägt, n es mm, Av. 

	        

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