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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 110)

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rurscniagci des i uriner atunuenbucnes (Abb. 3) 
seinen berühmtesten Vertreter findet, aber 
auch schon früher geläufig war, etwa im 
Breviar der Queen Mary (Abb. 2). Die zwei 
verfolgcnden Hunde werden hier wie auch 
in der ganzseitigen Miniatur der Manessäschen 
LiederhandschriftW deutlich voneinander un- 
terschieden. Im figuralen Formenvokabular, 
dem hochgezogenen Horizont und dem spar- 
sam angegebenen Baumbestand der Land- 
schaft ist die Porzellanmalerei dem Fries des 
Turiner Stundenbuches am nächsten. 
Verfolger und Verfolgte jagen durch Ranken- 
und Rollwerk, durch Laub-, Bandel- und 
Gitterwerk. Die Jagd im und durchs Ornament 
war bei den Augsburger und Nürnberger 
Kupferstechern außerordentlich beliebt. Vom 
Kupferstich grilT sie auf die Porzellandekora- 
tinn über. Sauerlandtlx wies meines Wissens 
erstmals auf das „bewohnte" Ornament 
Schmischekslq im Zusammenhang mit Meiß- 
ner Porzellan hin. Die 18 Blatt Ornamentfriese 
mit Jagdszcnen in seinem „Neuen Groteschgen 
Büchlein. Durch Johan Schmischek,  Chr. 
Weigel ex. Nr. 21" waren als Vorlagen für 
Büchsenmacher gedacht. Den Jagddarstellun- 
gen Schmischeks sehr verwandt waren die 
Theodor Bangs Z0 (1606 Meister in Nürnberg) 
und Johann Conrad Reiffs C" 1726 Nürnberg). 
Diese direkte Übernahme der Ornament- 
iagden Schmischeks stellt für Meißen bzw. 
für die Porzellandekoration überhaupt einen 
Sonderfall dar, doch läßt sich gerade anhand 
von Schmischeks Ornamentstichen (Abb. 7) 
die lange Tradition gut dokumentieren, die 
über Romanisches und Karolingisches (Abb. 6) 
in die Antike 21 zurückreicht. Dasselbe Prinzip 
wird abgehandelt, wenn Niklaus Manuel 
Deutsch Z1 Bären durch Reifen springen läßt. 
 

	        

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