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Full text: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 111)

Internationaler Kunstspiegel 
KUNSTSCHÄTZE AUS DEM STAATLICHEN JÜDISCHEN MUSEUM IN PRAG 
lautete der Titel einer von der Österreichischen Kulturvereinigung mit 
Unterstutzung des Kulturamtes der Stadt Wien durchgeführten Ausstellung. 
Die von Architekt Walter Prankl eingerichtete Schau im MUSEUM FÜR 
VOLKERKUNDE konfrontierte mit 381 Exponaten, darunter auch dem hier 
abgebildeten Thoraschild mit hebräischer Inschrift aus dem Ende des 
18. Jahrhunderts (Abb. 21). 
Neue Bilder, Zeichnungen und Radierungen von ERNST FUCHS präsentierte 
die GALERIE ARIADNE in Wien. ..Cherub" nennt sich die nebenan 
veroffentlichte Zeichnung des Künstlers, die auch als Vorwurf für einen 
- mit 300 S sehr preiswert angeschriebenen - Farbsiebdruck des 
„Oberhauptes" derWiener Schule des phantastischen Realismus diente (Abb. 22). 
JOSEF PILLHOFER, von Alfred Schmeller ,.als der strengste unter den strengen 
Bildhauern" apostrophiert, stellte in der GALERIE AUF DER STUBENBASTEI 
neue Bronzcn und Zeichnungen aus - eine sehr geschlossen wirkende, stille 
Exposition von erfreulicher Qualität, die beste in dieser Galerie seit längerer 
Zeit (Abb. 23), 
G. S. GUDLAUGSSQN, in Wien lebender isländischer Maler, wurde von der 
GALERIE SEILERSTATTE, Wien I, zu einer Personalschau eingeladen. 
Gudlaugssons neue, farbenprächtige Blätter (zumeist Hochformate) erinnern 
trotz ihrer landschaftlichen Assoziierbarkeit an die Malerei eines Corneille, die 
ebenfalls stark strukturbetont ist. Eine Ausstellung unterschiedlicher 
Qualitäten, die jedoch trotzdem einige Fortschritte in der Malerei des lsländers 
erkennen ließ (Abb. 24). 
In der GALLERIA D'ARTE VENEZIA prasentierte GOTTFRIED FABIAN, der 
in Voitsberg beheimatete Maler, 44 neue Bilder. Der dazu herausgebrachte 
Katalog enthielt Texte von Hans Hartung und Giuseppe Marchiori. Als 
Beispiel dieser Schau unsere Abbildung einer Fabian-Graphik links 
(Abb. 25). 
GERHARD WEISSENBACHER und HERWIG ZENS stellten in der 
GALERIE BASILISK aus. Aus Anlaß ihrer Kollektiven erschien auch eine 
Radiermappe zum Preis von 700 S. Zwei Zeichnungen als ausgewählte 
Beispiele dieser Schau finden sich nebenstehend veröffentlicht (Abb. 26, 27). 
Grafik, Siebdrucke, Objekte in Holz und kleinere Multiples des Italieners 
MARCELLO MORANDINI waren in der NEUEN GALERIE AM JOANNEUM 
in GRAZ zu sehen (Abb. 28). 
Es der dem rumänischen Maler ION TUCULESCU (1910-1962) gewidmeten 
Sonderausstellung im WIENER KUNSTLERHAUS stammt das hier 
wiedergegebene Olbild „Clepsydra" (Abb. 29). 
Plastiken und Handzeichnungen von 1960 bis 1970 zeigte der Schwechater 
Bildhauer KARL M. SUKOPP in der GALERIE DER ERSTEN OSTER- 
REICHISCHEN SPAR-CASSE IN DER PASSAGE WIEN I, Hoher Markt 4' 
Wildpretmarkt (Abb. 30). 
PAUL ROTTERDAM, der in Cambridge, Massachusetts, USA, lebende und 
lehrende osterreichische Maler, zeigte im DE CORDOVA-MUSEUM in 
LINCOLN eine Ausstellung mit 30 Arbeiten aus dem Zeitraum von 1967 
bis heute, darunter auch - wie unser Photo eines Triptychcns mit dem Titel 
"Substanz 135" zeigt - eine großere Anzahl reliefartiger dreidimensionaler 
Arbeiten mit Environmerit-Tendenz (Abb. 31). 
ANTON KREJCAR, 1923 geborener Wiener Maler, wurde mit neuen Bildern 
von der auf Künstler aus dem Kreis der Wiener Schule spezialisierten 
GALERIE PElTHNER-LICHTENFELS vorgestellt (Abb. 32). 
Ein bibliophiler, für Sammler gleichermaßen interessanter wie 
aufschlußreicher Heftkatalog, für den Peter Jung verantwortlich zeichnete, 
erschien aus Anlaß der ..KUNSTSCHAU 70" in der KIRCHE ST. PETER 
A. D. SPERR in Wiener Neusradt. An der Exposition, in deren Rahmen auch 
Lesungen von Elfriede Gerstl, Werner Kofler, Hannes Schneider, Elfriede 
Jelinek und anderen slattfanden, nahmen folgende Maler und Graphiker teil: 
Franz Ringel Robert Zeppel-Sperl, Martha Jungwirth, Peter Pongratz, 
Kurt Kocherscheidt, Peter Jung, Peter Rataitz, Gisela Schinzel, 
Hans Prätterhofer (Abb, 33), Ernst Skricka, Drago Prelog, Günter Povaly, 
H. Helmut Kurz-Goldenstein, Gotthard Fellerer, Otto Eder. Peter Baum 
Münzbilder und Grafiken des Medailleurs HELMUT ZOBL waren vom 22. 
Mai bis 31. Juli in der ZAHNARZT-GALERIE Dr. OTHMAR E. BIERMAIERS. 
Wien 5, Margaretenstraße 77, zu sehen. 
Mit seinen Münzbildern aus dem erweiterten Zyklus „Neue Welt" zeigt 
Zobl die Möglichkeit einer zukunftsbezogenen Gestaltung des österreichi- 
schen Munzgeldes auf. In den Radierungen und Handzeichnungen wird man 
mit unregelmäßigen Schnitten durch Menschen, Mikroben und utopisch 
anmutenden Wesen konfrontiert. Mit den Schnitten will er auf die 
Zersplitterung der Menschheit hinweisen. 
Wir zeigen hier die Grafik „Geköpfter Tod sofort", 1970, 50x70 crn 
(Abb. 34) und eine Münze aus dem Zyklus „Neue Welt", Goldpragung, 
D 60mm (Abb. 35). n 
 

	        

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