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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 112)

um-Kontinuum. Die von 1956 bis 1962 an- 
uernde Beschäftigung mit architektonischer 
'uktur, Räumlichkeit, Licht, Farbe und deren in 
romatischen Wellen ausgewogen zueinander in 
ziehung gebrachter Transparenz färbte stark auch 
f die Malerei jener Zeit und auf ihren zeitweise 
ntemplativ-sakralen Charakter ab. Die zahlreichen 
reuzkompositionen" sind eine der Folgen dieser 
iseinandersetzung mit der Glasmalerei. Die da- 
ils entwickelte und zu außerordentlichem Reich- 
n vorangetriebene Lasurtechnik, die einem 
eng bewegten, weich konturierten Gerüst ein- 
bundenen, weichtönenden Farbfelder, haben 
rin ihren Ursprung. Decleva erreichte mit diesen 
itischen und zentral geordneten Kompositionen 
rfrühen sechziger Jahre hohe Meisterschaft, aber 
sah in ihnen schließlich keinen Weg. auf dem 
weitergehen konnte (siehe dazu auch den Beitrag 
Nr. 70l1963 dieser Zeitschrift). 
ich längeren Versuchen zielt er nun auf Möglich- 
iten und Vorstellungen ab, die ihren Ausdruck 
der vergleichsweise expressiven, einen Drei- 
ing kräftiger Farben stark in den Vordergrund 
iiebenden Figuration eines Großen Triptychons 
s dem Jahr 1964 finden, dessen Seitenteile 
rlorengegangen sind. Mit ihm markierte Decleva 
I Aufgeben sowohl des Arbeitens im abstrakten 
kabular als auch in der sublimen Modulation 
n Farbe. Zwar ist schon seinen früheren Arbeiten 
r Drang nach Syrnbolfindungen eingeschrieben, 
n aber treten sie im Verein mit der Bevorzugung 
ier hauptsächlich auf Blau, Rot und Schwarz 
gestimmten, kontrastierenden Farbskala zum 
.ten Male deutlich hervor. Die Formen schließen 
1h mehr und mehr zu Figuren als Ausdrucks- 
gern zusammen, sie werden zunehmend inhalts- 
iwerer und autonomer, folgen dem Wunsch, 
ien Bildkern zu bestimmen, zu umhüllen und in 
r Bildfläche zu verkeilen. 
es ist der Punkt, an dem auf das fur Decleva 
ischeidende Natur- bzw. Landschaftserlebnis 
igewiesen werden muß, das im erwähnten Großen 
ptychon erstmals einen die spätere Arbeit mit- 
stimmenden Ausdruck gefunden hat. Declevas 
tur, aus der ihm seine Vorstellungen und Träume 
vachsen, die ihm zur Fundstätte von Wirklich- 
ten wurde, die auch in ihm selbst lebendig sind, 
die Landschaft seiner Kindheit, sind die Karst- 
'ge, Steinmauern, von Felsbrocken und Gelände- 
pen, von niedrigen, wohlduftenden Gewächsen 
rchzogenen Landschaftsstriche lstriens und der 
matinischen Küste. Es ist ein Boden, der in 
wrhunderten zur von den vielschichtigsten Zeug- 
sen geprägten Kulturlandschaft geworden ist, 
die das Wirken von Menschen mehr als anderswo 
igeschrieben wurde, wo also die Relation Mensch- 
tur immer wieder neu erlebt und erfahren werden 
in. In dieser aus Kargheit Reichtum gewinnenden, 
t Meer und Himmel enger als anderswo ver- 
ndenen, hellen und bizarren Szenerie findet sich 
clevas Morphologie in gewisser Hinsicht vor- 
geben, er brauchte sie im Grund (nach Dürers 
irt: wer sie h aus kann reißen . . .) nur wieder 
entdecken u d mit seinen Gedanken und Vor- 
llungen zu erfüllen, sich in sie zu versenken und 
künstlerischen Absichten, die ihn bis dahin 
ivegten, an diesem neuen alten Erlebnis zu 
ßssen. 
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