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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 113)

ein grüner Drache. Er war vollkommen 
lieser monumentalen Gesellschaft zu- 
_o 
beginnt zu verstehen, wie weitgehend die 
ets cins waren mit dem Rahmen, den sie 
ir Leben geschaffen hatten. Wie im Ent- 
des Hauses war nichts dem Zufall üher- 
"l und „les Heurs 7 touiours d'un seule 
i sur la table et la cravate de M. Sroclet 
xrtissaient sur la toilette de Madame". 
batisse se manifestait incompatible avec 
ce soit de banal, de provisoire ou de 
ncre" 11. 
Bau war eine seht persönliche Kulisse 
ine Lebensweise, der eine tiefe Ehrfurcht 
:ler Schönheit und verklärenden Macht 
(unst zugrunde lag, die aber ein Mann 
zurechtgelegt hatte, der ein Realist war 
eine große Bank zu leiten und ein Bade- 
.er zu genießen, dessen hlaßstab und 
s an die römischen Thermen denken 
Besitzerstolz ist in diesem Gebäude 
i die Zurückhaltung gemildert, die ein 
tultivierrer Individualist besitzt. für den 
tische Vollkommenheit eine fast meta- 
schc Bedeutung annimmt. Aus ihr er- 
sich wohl auch der hieratische Charakter 
.ser Teile des Gebäudes, der Zeitgenossen 
ieeindruckte, daß sie Vergleiche mit 
ten und Byzanz anstellten. 
V. 
als einmal war es bei der Besprechung 
Stoclet-Entwürfe nötig, von bilateraler 
"ietrie, Axialität und ähnlichen Kom- 
onsmitteln zu sprechen, welche aus der 
schcn Tradition herstammen und ein 
1l der Monumentalität vermitteln helfen. 
innern uns an den Anfang von Hoffmanns 
iahn, als er unter dem Iiinfluß von 
Lehrern stand, die völlig in der klassischen 
tion monumentaler Komposition groß- 
rdcn waren: Karl von Hasenauer und 
Wagner. Beide Meister der 
ien Geste" in der Architektur, allerdings 
em Unterschied, daß Wagner in seinem 
cn und Schaffen darüber hinauswuchs 
so imstande war, zukunftweisende An- 
gen zu geben. Er tat dies ohne Zweifel 
rise unter dem Einfiuß von Gottfried 
er, dessen Rationalismus einen nach- 
en Eindruck hinterließ. Wenn Hol-f- 
in einer programmatischen lirklärung 
schrieb, „Ich meine, claß man vor allem 
eweiligen Zweck und das Material be- 
ichtigen sollte"l1, so ist dies wohl 
2m Umweg über Wagner - ein direktes 
von Semper. Wagner hatte ia in seinem 
Äfwierm Arrbilrklzrr die gleiche Forderung 
sprechen und damit seinen Studenten 
Grundsatz zur Verfügung gestellt, der 
ungen Hoffmann kaum unbeeindtuckt 
en haben wird. lm gleichen _]ahr, 1895, 
m das Buch erschien, errang Hoffmann 
einem Schlußprojekt an der Akademie 
(im-Preis. 
XVQICII 
Mit dem Preis unternahm er, wie Olbrich 
zwei Jahre vor ihm, eine Reise nach Süden, 
die weit über Rom hinausführte und auf der 
nicht nur Monumentalbauten der Antike und 
Renaissance studiert wurden, sondern auch 
zahlreiche Beispiele dessen, was wir heute 
„anonyme Architektur" nennen. Man fragt 
sich, ob nicht für Hoffmann diese Studien 
weißgetünchter Bauten mit einfachen kubischen 
Formen, großen ungebrochenen Wandflächen 
und unregelmäßig angeordneten Öffnungen 
eine der Anregungen waren, später drastisch 
vereinfachte Entwürfe mit frei arrangierten, 
weißen stereometrischen Formen zu schaffen - 
wie zum Beispiel beim Palais Stoclet. 
Nach seiner Rückkehr aus Italien war aller- 
dings vorerst nicht Einfachheit das große 
Anliegen, sondern im Gegenteil der dekorative 
Überschwang, der aus Belgien nach Wien 
gekommen war. 1898 begannen ja bereits die 
Secessionsausstcllungen, bei denen Hoffmann 
Gelegenheit hatte, der 
reichlich Probleme 
Integration von Kunstwerken mit Inne 
studieren. Bei Ausstellungsg 
staltungen konnte er Erfahrungen sammel 
die ihm später sehr zugute kommen mußte 
als es galt, im Palais Stoclet Architektt 
Dekoration und Kunstwerke zu einer Einhx 
zusammenzufassen. 
Kunstwerk und Raumgestaltung bis ins kleins 
Detail als eine Einheit aufzufassen war ei. 
Einstellung, die besonders von der britischi 
„Arts and CraftW-Bexivegung wieder zu Ehn 
gebracht worden war, und im Fall von jos 
Hoffmann kann kein Zweifel darüber bestehe 
daß er sehr bewußt auf britische Vorbild 
blickte. Unter ihnen standen, was geisti; 
Inspiration betrifft, Ruskin und Morris I 
erster Stelle; was praktische und forma 
Inspiration betrifft, Ashbees „Guild of Hanc 
craft" und das Werk von Charles R. Mac 
intosh, mit dem Hoßrnann Bande der Freun- 
schaft verbanden und den er in Glasgow b 
suchte 13. 
räumen zu
	        

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