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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 113)

rägung in Bauten wie Rletvelds Schröder- 
aus und dem Barcelona-Pavillon von Mies 
an der Rohe fand. Sowohl Rietveld wie 
lies van der Rohe dürften das Palais Stoclet 
:kannt haben. Rietveltl muß ein besonderes 
itercsse an Hoffmanns Möbclentwürfen ge- 
tbt haben, und Mies van der Rohe wurde 
nmal sogar als Schüler IIoHmanns von 
lorton Shand bezeichnet, der als Architektur- 
'itiker die Zeit aus eigener Erfahrung gut 
1nntel7. Von Theo van Doesburg wissen 
ir, daß er stark von den völlig abstrakten 
eilen des KlimtrFrieses im Palais Stoclet 
seindruckt warls, und Robert Mallet-Stevens 
:wundertc den Bau in seiner Jugend, als er 
n als Verwandter der Familie mütterlicher- 
its mehr als einmal besuchte. Viele seiner 
iäteren Entwürfe erinnern an das, was er 
s junger Mann im Palais Stoclet gesehen 
IUC. 
ahlreiche andere Architekten und Künstler 
:suchten das Palais Stoclet zu verschiedenen 
eitpunkten, unter ihnen Peter Behrens, der 
aufs höchste lobtel", Max Bill, Henri 
atisse, Richard Neutra und Le Corbusicr. 
uch in den Vereinigten Staaten wurde der 
11.1 durch Publikationen bekannt, und William 
irdy hat darauf hingewiescnlll, daß einer 
:r ersten Entwürfe für das architektur- 
rschichtlich sehr bedeutsame P. S. F. S.- 
ebäude in Philadelphia eine formale Anleihe 
Hi] Palais Stoclet aufzuweisen scheint. 
s gibt einige gute Bemerkungen über das 
llais Stoclet von Ärchitekturkritikern 11, aber 
1 großen ganzen rief das Gebäude wenige 
ehliche Kommentare hervor. Teilweise mag 
es der Rescrviertheit des Architekten und 
zr Bauherrschaft zuzuschreiben sein, denen 
Lle aufdringliche Selbstpropaganda fernlag, 
m größeren Teil trugen aber die historischen 
mstände die Schuld an diesem Schweigen. 
"ach doch drei jahre nach Fertigstellung des 
nuwerks der Erste Weltkrieg aus, der das 
amatische Ende eben der Epoche brachte, 
r welche das Palais Stoclet so charakteristisch 
wesen war. Die Nachkriegsjahre brachten 
dere Interessen als die für das prunkvolle 
aus eines Kunstliebhahers. 
Charles lKt-nluc Varkinrush, nur" eine: Kllllslßfllllkifä". 
Slralieltansirlu (Älrlttrv liUY IHIIUHPHVISI. Darmstadt. 1902) 
(hurles Rrnnie Markmtnsh. "Haus eines Knnsrfrcuxidcs". 
(iuxrhulägrilnrlnxwe (Kleister .1." IHHRHÄJIHVYI. Darmstadt, w: 
lusef llolimanu. runter m Cipsschxuitr. am der 14. Aus- 
stellung rlc Sttessiuxl. XVien 1902 _ 
Palais Smclur. Üetall der Weütruisichi mit Turm 
 
 
 
Erich Mendelsohn beurteilte den Bau in einem 
Brief vom 14. März 1914 vom Gesichtspunkt 
eines jungen Architekten aus: „ . . . was groß- 
zügig daran ist, ist der neue Wille . . . Nur noch 
nicht vollendet, noch nicht das Werk, noch 
nicht Stil. Noch sind es Flächen von Innen- 
vränden und nicht Gesichter der Struktur und 
der tektonischen NotwendigkeiWll. 
Etwa zwanzig Jahre später konnte E. Persico 
schon objektiver urteilen, als er den Wert 
des StocletiHauses für seine Generation in 
einem Artikel in Camhella unter dem Titel 
besprach „'l'renl'anni dopo i! Palaggo SYWIeI". 
Seine Worte sind vor nicht allzulanger Zeit 
neu zitiert worden i bezeichnender Weise 
an einer Schlüsselstelle, nämlich am Ende des 
ersten Bandes einer zweibändigen Geschichte 
der modernen Architekturlß: „Wir sprechen 
ljnlßi. ' 
14,... Nun. ..,.,.. cirxr_'rxß u... M .1. A... 
i-.- 
III u 
und: 
einige Lektionen lernen. Erstens, daß es 
Einklang mit seiner Zeit stand . . . in r 
Beziehung seines Stils zu den vitalsten Idr 
seiner Zeit. Wenn man es mit diesem Stand: 
rnißt, so ist das Palais Stoclet ein hervorragi 
des Beispiel . . . Wird es den Architekten v 
heute gelingen, in der Kunst eine verglei 
bare Totalität des Lebens zu realisieren? II 
Versuchungen der Rhetorik zu widerstel 
und die Tradition der europäischen Archin 
tur ohne Abwege zu erhalten? Diese Frager 
lassen das Palais Stoclet als das Monumi 
einer Epoche erscheinen, die für die Kün 
ruhmvoll war." 
Rückblickend erscheint es tatsächlich so, t 
das Palais Stoclet innerlich und äußerlich r 
Höhepunkt von Hoffmanns Gesamtwcrk w 
Es blieb nach Umfang, Qualität und l 
. r .A M . . 
Ärxuai . . A Z A . ua IRA - 4:- a- :-_ r räAl  

	        

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