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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 115)

 
ir die das Wart „Liebe" nicht zu groß ist. 
an, die nach den Grundgesetzen suchen, 
natürlicherweise vielseitig. Ausgebildet als 
ihauer, schuf Schwarzenberger Steine, die 
tflSO schön in die niederösterreichische Land- 
twa von Lindobrunn einpassen (Abb. 8) wie 
einaufschichtungen in die karge Natur von 
os auf Kreta (Abb. 2). Gerne würde er 
auf dem Lande als im Bereich unserer städti- 
lmwelt umraumgestoltend wirken. Daneben 
ihm aber auch darum, die Schönheiten und 
iten unserer Umgebung neu zu sehen und 
u lehren. Dazu dient ihm der Film, in dem 
thodoxe Motive mit einer neuen Kamerafüh- 
id einen höchst eigenwilligen Schnitt zeigt, 
tie in unerwarteter Weise immer wieder 
e oder auch unbeachtete Dinge ihre formale 
iit und Klarheit der Struktur erkennen lassen, 
l menschliche Betätigung, gleichsam in einen 
{ahmen gestellt, entweder fragwürdig wird 
ren tiefen inneren Zusammenhang mit dem 
offenbart. 
:enberger ist ein sehr bewußter Künstler. 
ll sich selbst und seine Ziele und hat sie 
im besten formuliert in einer Sprache, die 
ebenso klar und konzentriert ist wie seine Werke: 
„Ich möchte Plastik, Malerei, Architektur und in 
einem gewissen Sinn auch Film sich gegenseitig 
zueinander-konstruieren lassen. Das bedeutet, daß 
eine Plastik nicht nur Plastik ist, sondern auch Male- 
rei und Architektur, beziehungsweise weder noch, 
iedoch ganz einfach eine Formation ist, die im 
Einklang mit Plastik, Malerei und Architektur steht. 
Mit dem Verlust ihrer eindeutigen Gattungszugehö- 
rigkeit demonstrieren die Kunstwerke eine umfas- 
sende Sicht zum allgemein Visuellen, die ia durch 
die Gleichwertigkeit der geistig-schöpferischen Kri- 
terien innerhalb des Visuellen vorgegeben ist. Ein 
Konzept hat in allen visuellen Bereichen zu bestehen, 
um seiner ursprünglichen Wesenhattigkeit gerecht 
zu werden: Gegenseitige und allgemeine Durch- 
dringung. Das ist gleichbedeutend mit intuitivem 
Maß - als visuelle Funktion -; diese Funktion muß 
als Missianhatt verstanden werden, im Sinne von 
Bewußtseinserweiterung - um Maß-Bewußtsein. So 
werden Umweltwerte erfaßbar und machen ein be- 
wußtes Verhältnis zur Umwelt möglich (ieder wird 
von ieder Umgebung beeinflußt und man selbst muß 
sich in die Umgebung einbeziehen], um im weiteren 
ein lebbares Maß zu erstellen - aus objektiver Not- 
wendigkeit und subiektivem Bedürfnis, funktioneller 
Absicht und schöpferischer Willkür, Ordnung und 
Spontaneität, Regel und Ausnahme. 
Kunst kann nie etwas hervorbringen, das nicht in 
irgendeiner Form bereits in Erscheinung getreten 
wäre. Nur Zusammenhänge können neu sein. Im 
Wissen um diese Maß-Funktion ist das Erkennen- 
Glauben von Notwendigkeiten der Anlaß zu eigener 
Aktivität, der Anlaß, neue Zusammenhänge zu bil- 
den. Eine visuelle Kunst in diesem Sinne ist eine 
Kunst gegen ihre Zeit. Unsere allgemeine Umwelt 
ist von nahezu iedem von uns aus verschiedenen 
Motiven wissentlich verfälscht und irritiert uns rück- 
wirkend beim Erkennen van all dem, was uns Halt 
geben könnte. Man kann den Menschen nicht von 
außen verbessern oder retten. Daher muß die Arbeit, 
die wirkliche Arbeit zuerst in Deinem (meinem) 
Selbst getan werden. Jede Veränderung muß in 
Dir (mir) anfangen. Allein wahrhafte Menschen 
(Umwelt) können auf andere etwas Schönes über- 
tragen. Eigentliche Schönheit ist die Erscheinungs- 
form der Einheit, der Durchdringung des Innen und 
Außen. Die sogenannte Aussage eines visuellen 
Kunstwerkes ist seine Existenz, und seine Existenz 
ist eine visuelle Existenz." 

	        

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