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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 116)

ieraltärchens von Mathias Wallbaum (um 
0) zum Vorbild haben" -, verrät den Ein- 
l der Zeichenkunst Berninis und Gaullis und 
tet auf Martino Altomonte hin. Der Typus 
Tabernakelgruppen mit Figuren auf Kugeln 
t offenbar auf italienische Vorbilder zurück, 
ein Vergleich mit einer Entwurfszeichnung 
der Werkstatt Berninis, „Triumph der 
:he"12, vermuten läßt, die, dem Thema 
i zu schließen, für ein ähnliches Projekt he- 
imt war. Schon dieser Umstand und der mit 
Stuttgarter Blättern sehr eng verwandte 
henstil sprechen für die Urheberschaft Mar- 
Altomontes, der als Schüler G. B. Gaullis 
er Tradition der Sdiule Berninis stand. Die 
iren C. Carlones sind viel geschlossener im 
riß und plastischer in der Körpergestal- 
;'3, während diese Entwürfe in ihrer äu- 
t malerischen Konzeption, die Götz im Hin- 
; auf die bildhauerische Ausführung zu be- 
geln hatte, ganz der Art M. Altomontes 
prechen. Auch von daher ist es schlecht 
rbar, daß die Entwürfe von Messenta stam- 
, wenn wir hypothetisch annehmen, dieser 
n seinem durch kein Beispiel belegten Zei- 
stil von seinem langjährigen Kompagnon 
Carlone beeinflußt gewesen". Der von 
y ausschließlich biographisch begründeten 
- und begründbaren - Zuschreibung an 
Messenta. steht die enge stilistische Verwandt- 
schaft dieser beiden Entwürfe mit Zeichnungen 
M. Altomontes entgegen, der 1722 das Haupt- 
altarblatt der Drcifaltigkeitskapelle liefertelä 
und in diesem Zusammenhang auch die Ent- 
würfe für die Tabernakelgruppen angefertigt 
haben könnte. Unter den bisher veröffentlich- 
ten Zeidmungen M. Altomontes sind die eng- 
sten Parallelen bei denen der dreißiger und 
vierziger Jahre zu finden. Die Pfingstfestdar- 
stellung ist vergleichbar mit dem Entwurf für 
das Altarblatt der „Krönung Mariens" von 
1740 in Stift Heiligenkreuz", wo die Figur 
der knienden Maria im Faltenstil und in der 
zeichnerischen Abbreviatur des Gesichtes genau 
den Apostelgestalten entspricht. Diese sind dar- 
über hinaus, besonders was die Art der Lavie- 
rung betrifft, mit denen des Entwurfes der 
„Himmelfahrt Mariens" für das H0chaltar- 
blatt der Stiftskirche in Wilhering von 1738" 
vergleichbar. Der Engel aus der „Auferstehung 
Christi", der den Teufel bekämpft, hat ein eng 
verwandtes Gegenstüdt in der Entwurfszeich- 
nung für das Seitenaltarblatt in der Neukloster- 
kirche in Wiener Neustadt von 173713: in dem 
Engel, der dem heiligen Robert die Ordens- 
regel des heiligen Benedikt überreicht. Sie ent- 
sprechen sich völlig in den flüchtigen 
tungen der Gesichtszüge, der Locken ui 
in der Flügelform. Die beiden Stuttgart 
würfe stimmen mit diesen gesicherten Z2 
gen M. Altomontes in Stil und Figurent 
art genau überein, daß an der Autorsch 
ses Künstlers kaum mehr ein Zweifel t 
kann und die frühere Zuschreibung Gt 
Francesco Messenta nicht mehr zu halten 
Diese Zeichnungen, die eine vielseitige 
lerische Betätigung M. Altomontes er 
lassen und ein aufschlußreiches Beispiel 
gegenseitige Durchdringung von Male 
Bildhauerhandwerk bieten, sind insofe 
besonderer Wichtigkeit, als sie zeigen, t 
Charakteristika, die Gertrude Aurenl" 
für den Zeichenstil M. Altomontes s: 
dreißiger Jahren herausgestellt hatm, i 
lem Umfang bereits für die zwanziger 
gelten. Angesichts dieser beiden Blätter 
schwer, die Behauptung G. Aurenhammr 
zu bejahen, daß sich in den Zcichnunger 
montes „fast keine Nachwirkungen der Z 
weise G. B. Gaullis feststellen lassen"2( 
gerade hier scheint mir auch der Einfl 
Zeichenstiles Gaullis im Werk M. Alto 
deutlich erkennbar zu seinzl.
	        

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