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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 116)

denn in der ersten Aufstellung der 
im neuen Haus, also 1891, waren ja 
llder, die heute in der Sekundärgalerie 
der Primärgalerie enthalten. Aber wie 
es kam gar nicht dazu. Nur der Name 
rhanden, und dieser im Leeren schwe- 
KIame lag einem eindringlich und aus- 
l genug in den Ohren, um endlich den 
gehörigen Gegenstand zu ersdiaffen. S0 
also tatsächlich 1968 mit der Einrich- 
gonnen werden, nachdem die zur Ver- 
stehenden 13 Säle, die seit 1945 nur 
s Depot gedient hatten, renoviert und 
he Leitungen für eine künstliche Be- 
ig gelegt worden waren, und nachdem 
im das wahrhaft gigantische Restaurier- 
im in Angriff genommen und in zwei 
l durchgeführt werden war. Von vorn- 
war es klar, daß man, um möglichst 
ilder zeigen zu können, didit und in 
n Reihen übereinander hängen mußte. 
sollte aber nicht der Eindruck eines 
entstehen, sondern der einer sinnvoll 
hetisch geschlossenen Ordnung. Als be- 
reits feststehendes geprägtes System der Bil- 
derhängung bot sich die Form der barodsen 
Galerie als Vorbild an: Also ganz dichte 
Hängung neben und übereinander, einheitliche 
Höhe, Ordnung nach Hauptachsen, die den 
Mittelachsen der Wände entsprechen. Um 
möglichst große Ruhe und Einheitlichkeit zu 
erzielen, wurden alle Bilder gleich gerahmt. 
Dazu kam keine neue Rahmenform zur Ver- 
wendung, sondern es wurde die große Zahl 
vorhandener und nicht mehr in Gebrauch ste- 
hender Einheitsrahmen aus der Zeit und im Stil 
Josephs II. verwendet und verschnitten. 
Zu erwarten war, daß diese Art der Hängung 
Ablehnung finden würde - heutzutage nur 
natürlich, wo man am liebsten für ein Bild 
eine ganze Wand verwenden möchte, um seine 
Wirkung nidit zu beeinträditigen. Der Ableh- 
nung war zu begegnen durch den Hinweis, daß 
es sich in erster Linie um eine Studiengalerie 
handle und daher möglichst viele Bilder sicht- 
bar gemacht werden müßten. Ganz unerwar- 
teterweise verhalf einem aber diese Zwangs- 
lage zu verschiedenen Einsichten. Die Behaup- 
tung zum Beispiel, Bilder entwerten einant 
gegenseitig, wenn sie zu eng nebeneinant 
hängen, stimmt nur, wenn es sidi um solt 
geringer Qualität handelt. Bilder von einig: 
Rang jedoch, es müssen nicht einmal solche v 
allerbestem Rang sein, setzen sidi gegen d 
Nachbarn durch. Man kann fast sagen, d 
enges Hängen ein untrüglicher Prüfstein f 
Qualität ist. Das heißt aber auch, daß nid 
wie immer behauptet wird, gerade sehr gi 
Bilder viel Luft um sich brauchen, sonde 
ganz im Gegenteil eher schwadne Bilder, t 
keine Konkurrenz vertragen. Gerade die: 
Wettstreit der Objekte gegeneinander man 
eine eng gehängte Galerie unerhört lebend 
die Neugier erregend wie befriedigend. Sie gi 
das Gefühl des Reichtums, des Uberflusses, d 
Fülle. Auch das ist befriedigend. Es ist e 
ähnlidies Gefühl, wie es Schatzkammern he 
vorgerufen haben müssen, mit ihrer Anhäufu: 
von Kostbarkeiten materieller und ideeller N 
tur. Man kann natürlich einwenden, daß hi 
der Eindrudt der Masse dominiert vor der 
jenigen des einzelnen, daß dies eigentlich na
	        

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