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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 117)

htete kreisrunde Raum des Kuppelsaales 
7) liegt im Mittelpunkt des Palais und 
die Tiefenadise vom Eingang bis zum 
n organisch eingebunden. Die reichge- 
ckte Kuppel ist vom übrigen Raum durch 
iächtiges Gebälk abgetrennt. Die Wand 
durch kannelierte korinthische Pilaster in 
Vertikalfelder gegliedert, die in den un- 
Zonen abwechselnd Türen und Nischen, 
r oberen Zone einheitlich querrechtedtige 
felder enthalten. Die zwischen den Rie- 
astern erscheinenden Wandfelder zeigen 
ide Struktur bzw. Gliederung: die Tür- 
Jgen bzw. Wandnischen und die Relief- 
sind in einer tieferen Mauerschicht ein- 
t, wodurch eine feine Licht-Schatten- 
ing entsteht, die zur strukturellen Dif- 
;ierung der Raumschale beiträgt. Den Hin- 
ncl der Relieffelder bildet eigentlich eine 
Mauerschicht, wodurch diesen Reliefs mit 
intikisierenden Szenen in der Gesamt- 
ur des ganzen Raumes eine besondere 
ng eingeräumt wird. Die qualitätvolle 
nentik ergänzt die elegante, tempelartige 
ing dieses Raumes. 
[öhepunkt der Innenraumgestaltung wird 
stsaal des Palais (siehe Abb. 1 im fol- 
1 Aufsatz von W. Neuwirth) erreicht. Die 
:ung bildet das puritanische Vestibiil, die 
tzung der intime „Sall0n ä Pltalienne". 
bschluß und die Bekrönung ist die prunk- 
Galerie, der Festsaal Fürst Rasumofskys, 
eser großzügige Mäzen der Künste (Abb. 
ilreiche bedeutungsvolle Veranstaltungen 
)er Saal, eine charakteristische Schöpfung 
zlgisduen Architekten Montoyer auf dem 
r Boden, weist eine eigenartige innere 
struktur auf". In die ruhig gegliederte 
schale ist eine baldachinartige Bildung, 
s einer umlaufenden, dicht vor die Wand 
ten Säulenreihe und einem hohen Ge- 
aesteht, hineingesetzt. Der drei zu fünf 
1 aufweisende Saal hat eine zarte, dem 
zlsaal ähnlidie Wandgliederung und eine 
anrikisierende Dekoration. Die Propor- 
des Raumes und die mächtigen Säulen, 
Jr die Wand gestellt, erwecken den Ein- 
einer spätantiken Tempelballe. Die klas- 
Behandlung solcher Säle findet sich das 
Vlal bei Palladio, der in seinem Secondo 
zahlreiche Beispiele dieser Raumform 
corinthie") abgebildet hat. Nach ihm 
l diese Säle eine Grundrißproportion drei 
if Adisen haben, weil: „. . . la lunghezza 
ste sale sarebbe molto bella di un quadro, 
terzi della larghezza . . .17" 
lyer folgte genau diesem Beispiel sowohl 
ttersaal der Hofburg als auch im Fest- 
zs Palais Rasumofsky. 
a Frage lautet, wie kam er zu dieser 
ianisdien Auffassung, woher nahm er die 
lder zu solchen Saalgestaltungen? 
Festsäle mit mächtigen Säulenstellungen 
in Frankreich in der zweiten Hälfte des 
ahrhunderts sehr verbreitet. Hier hat 
lio _ wie das Musterbudi von Neufforge 
:t (Abb. 9) - eine Wiedergeburt erlebt, 
4 Vorentwurf zum Palais Rasumufslty. Aussdmitt. Albenina 
5 Grundnll zum Palais Rasumofslty, 150}, Auxsdmitt, Alberrma 
6 Gtundnß zum "Palais Rasumofsky, H06, Aussdmnirt, Alberuna 
7 Ku pelsaal des Palais Rasumofslty, Teilansicht 
8 Regen Adam. Kedlcxton Hall, Salon (1761-1770) 
9 De Neufforge. Entwurf zu einem Saal (1757-1776) 
 
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