MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 118)

d L. Schachel 
ENSEMBLE 
JUGENDSTILS. 
REIHENHAUSSIEDLUNG 
ISEPP HUBATSCH 
RUNN AM GEBIRGE, 
DERÖSTERREICH 
milnäidl! a" Rexhenhaussiedlung von Sepp Hubatsdi. 
kKCim-GGSSE, Brunn am CrblrgelNÜ 
Die Reihenhaussiedlung des Architekten Sepp 
Hubatsch in der Franz-Kcim-Gasse in der nie- 
derösterreichischen Gemeinde Brunn am Ge- 
birge ist eine geschlossene Zeile im Stile der 
Wiener Secession. Da die Hauptbemiihungen 
der Architekten damals vorwiegend dem frei- 
stehenden Einfamilienhaus galten, wobei jedes 
der Häuser möglichst die Individualitäten des 
Bauherrn und seines Architekten auszudrücken 
hatte, haben wir es hier mit dem eher seltenen 
Fall von zehn zusammenhängenden Häusern 
fernab der Großstadt zu tun. 
Josef Hubatsch (1873 in Schäßburg geboren, 
gestorben 1935 in Wien) war von 1896 bis 
1900 Sdiüler Otto Wagners gewesen, ohne 
sich als solcher jedoch besonders hervorzutun. 
1902 machte er sich selbständig und erwarb zu- 
sammen mit seiner aus Brunn am Gebirge 
stammenden Frau das Grundstück an der 
Franz-Keim-Gasse. Die Parzellierung wurde 
in zwei Abschnitten vorgenommen: 1902 für 
die Häuser 4 bis 8 und 1905 für die Häuser 
10 bis 22. Als erstes selbständiges Bauwerk 
Hubatschs entstand nun 1902lO3 die Dreihäu- 
sergruppe 4-8. 1906 folgten die Häuser 10 
und 12, Haus 14 im Jahr 1908. Gleidazeitig 
verkaufte Hubatsch die ersten drei Häuser, 
während Haus 12 sofort, Haus 10 jedoch erst 
1911 verkauft wurde und Haus 14 bis 1932 
im Besitze Hubatschs verblieb. Die Häuser 1 
bis 22 wurden 1912 erbaut und bis auf da 
Haus 16, welches noch von der Witwe Ht 
batschs bis 1936 bewohnt wurde, bald verkauf 
Die Häuser blieben dann längere Zeit ix 
Besitz der Erstkäufer, bis Wiederverkäufe zuer: 
Mitte der zwanziger Jahre, meist jedoch erst i 
den fünfziger Jahren zu erneutem Besitzweel 
sel führten. 
Die Fassaden der Häuser sind, abgesehen vo 
einigen eher geringfügigen Veränderungen, i 
gutem Zustand. Da der Architekt Hubatsch i 
diesem Falle auch sein eigener Bauherr wa 
kommt dieser Siedlung der Charakter des Mt 
stergültigen auch im Hinblick auf die vo 
Hubatsch vertretene Bauauffassung zu. Di 
allesamt im Grunde sehr ähnlichen Häust 
sind in ihrem viergeschossigen Inneren nicl 
besonders interessant. lhr Reiz liegt ausschlief 
lieh in der Dekoration der Fassaden und i 
der Ensemblewirkung. 
Infolge der abschnittsweisen Entstehung d: 
Häuserzeile läßt sich ein gewisser Wandel i 
der Auffassung gut erkennen. 
Der erste Bauabschnitt, die Dreihäusergrupj: 
von 1902103, ist trotz individueller Dekorit 
rung der einzelnen Fassaden eine einheitlich g: 
staltete Gruppe. Sie zeigt das formale Vokabt 
lar der Wiener Sccession mit aller „malerischen 
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