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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 118)

Aureole", Unikat einer Farbradienmg auf 
selbstgefertigtem Bütten, in das diverse Objekte 
eingebettet sind, Sutherlands Gemälde seiner 
kombinierten Pflanzen- und Steinformen und 
das lithographierte Bildnis eines deutschen Man- 
nes von Reiner Schwarz. Adolf Frohner stellt 
sich in seinem „Adam-und-Eva-Bild" selbst als 
Adam in der Dürerschen Pose dar. 
Neschs Phantasievögel, die Quadrate von Josef 
Albers, der Papst des Vic Gentils und das „AD" 
von Max Bill können nur von der Tatsache, 
daß die Künstler sie für diese Ausstellung ga- 
ben, als Dürer-Rezeptionen verstanden werden. 
Die Ausstellung zeigt, daß Albrecht Dürer auch 
im 20. Jahrhundert lebendig und gegenwärtig 
ist. Hrdlicka formulierte das Dürer-Verständ- 
nis des modernen Künstlers: „... Ich finde, 
daß Dürer in erster Linie ein Mann der In- 
formation war. .. Ich sehe in ihm nicht den 
typisch deutschen Künstler, als der er vielfach 
interpretiert wurde. Nicht Innigkeit kennzeich- 
net sein Werk, sondern Aufgeschlossenheit. . ., 
nicht dem Mystischen war er zugetan, sondern 
dem Meßbaren, das heißt, er fand aus der Be- 
obachtung zu einer Gesetzmäßigkeit, mit der 
sich das Chaos bewältigen ließ . . ." Hier wer- 
den Facetten der geistigen Grundhaltung un- 
serer Zeit angesprochen, die uns die heutige 
Vorliebe für Melancholie, Bildnisse und die 
Proportionsstudien Dürers begreifbar machen.
	        

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