MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 119)

Siulio Montenero 
DER MALER 
-IERBERT STEJSKAL- 
DOLARITÄT UND 
ABSTRAKTION 
Schräg schlägt eine Springflut farbigen Lichtes gegen 
iie Leinwand, ein vielfaches Leuchten der Farbflö- 
:hen entzündend. Diese „stenografia coloristica" 
vird durch weiße geometrische Ausschnitte gebro- 
:hen. Einzeln oder zu rechten Winkeln zusammen- 
;efügt, graben sie kontrastierende Balken in die 
(askade der aufgelösten Pinselstriche. 
Das Licht in seiner vollen Bedeutsamkeit lernte Her- 
uert Steiskal erst in der elementaren Kraft der 
.andschaft Kalabriens kennen. Dort begriff er, wie 
ein derartig heftiger Ansturm der Lichtintensitüten 
ils Gegengewicht das Schwarz, die totale Dunkel- 
ieit der Dinge, erfordert. 
Das Schwarz ist, wie Steiskal sagt, das Absolute, 
ind neben diesem „Absaluten" haben wir uns un- 
zrhört lebendige und unserer persönlichen Existenz 
adäquate Farben vorzustellen. 
n seinem schwarzen Bildobiekt ist wiederum iene 
Dialektik sichtbar zwischen dem lrrationalen - vor- 
getragen durch stürmische, die rauhe Obe flöche 
uufwühlende Wellen - und der Ratio, definiert in 
ylatten und glänzenden Vierecken. 
Es ist dies eine Denkweise, die man - versucht man 
sie in üblichen Begriffen zu definieren - intellektua- 
istisch und anspruchsvoll nennen könnte. 
lor den Werken Steiskals verspürt man iedoch so- 
ort den Bann iener unmittelbaren und leidenschaft- 
ichen Beziehung zur mediterranen Natur, die nur 
iie Nordlünder zum grandiosen Ereignis der Kultur 
zu erheben urid zu verarbeiten wissen. 
Jnd um Malkultur raffiniertester Art handelt es sich 
iier bei Steiskal, das sieht man schon in der Ver- 
wendung der Techniken ganz deutlich: Bei den
	        

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