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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVII (1972 / Heft 120)

Informationen Eingelangte Bücher 
 
Wien - Vorübergehende Abtragung eines 
Stadtbahn-Pavillons 
An der ehemaligen Stadtbahnstation Karlsplatz ist 
bereits mit der Demontage des zweiten Pavillons 
begonnen worden. Beide Pavillons müssen - die 
Abtragung des crsten erfolgte vor einigen Mona- 
ten - aus zwei Gründen vorübergehend abgetragen 
werden: Der Zustand der von Otto Wagner 
stammenden und denkmalgeschützten Pavillons ist 
so schlecht, daß eine Restaurierung am Ort nicht 
möglich wäre, außerdem wird dieser Platz 
vorübergehend für Maßnahmen des U-Bahn-Boues 
in Anspruch genommen. Die Wiener 
Stadtverwaltung hat sich, mit Zustimmung des 
Bundesdenkmalamtes, verpflichtet, beide Pavillons 
nach der Demontage gründlich zu restaurieren 
und wieder aufzubauen. 
Wien - Galerie Pramergasse 1 
Die Galerie Pramergasse 1 zur Förderung körper- 
behinderter Künstler, 1090 Wien, Tel. 3401 15, 
gibt allen Künstlern die Möglichkeit, zu günstigen 
Konditionen auszustellen, um den körperbehinderten, 
im Schatten der Gesellschaft lebenden die 
Konfrontation mit den gesunden künstlerisch 
schaffenden zu ermöglichen. Diskussionen in 
Symposien sollen die Behinderten aus ihrer 
Isolierung lösen, sie für den Lebenskampf stärken. 
Vor allem aber soll ihnen das Gefühl des 
„Unnützseins" genommen und sie zu sozial 
integrierten Mitgliedern der menschlichen 
Gemeinschaft werden. 
Deshalb wurde die Galerie Pramergasse 1 
eingerichtet, um ihren Beitrag zur psychischen 
Überwindung von physischen Unfallschäden zu 
leisten, um die Vereinsamung von musisch 
Begabten zu reduzieren, Kontakte zur künstlerisch 
tätigen Umwelt herzustellen und vor allem die 
geistige Orientierung und Weiterbildung von 
musisch begabten Körperbehinderten zu fördern. 
Goisern - Friedrich Neugebauer, 60 Jahre 
Der akad. Maler und Graphiker Friedrich 
Neugebauer wurde am 16. November 1911 in 
Koietein, Tschechoslowakei geboren. Nach Aus- 
bildung zum Lithographen Besuch der Wiener 
Kunstgewerbesdiule. Studien bei den Professoren 
Schufinski und Lausch (Naturstudium und Schrift), 
Prof. Wilhelm Hoffmann (Malerei) und Prof. Strnad 
(Architektur und Bühne). 
Prof. Neugebauer wirkt als freischaffender 
Graphiker, vor allem als Buchgestalter und Werbe- 
graphiker (Plakate, Prospekte, Schutzmarken, 
Münzen, Briefmarkenentwürte, Diplome und 
Wunschkarten). Schwerpunkt seiner künstlerisdten 
Tätigkeit ist der Bereidi des handgeschriebenen 
Buches auf Büttenpapier und Pergament und die 
Gestaltung unikaler Einbände in Holz und Leder. 
1931 bis 1948 entstanden u.a. „Die Zehn Gebote", 
Schillers „Glocke", Hofmannsthals „Der Tor und der 
Tod", das „FronleichnamsmeßbudW. 
Prof. Friedrich Neugebauer erzielte bei Wett- 
bewerben zahlreiche Preise, wurde 1949 an die 
Linzer Kunstschule als Schriftkünstler berufen und 
wird heuer im Österreichischen Museum für 
angewandte Kunst eine Ausstellung veranstalten. 
Schloß GrafenegglNÖ - Ausstellung 1972 
lm Frühiahr 1972 wird in Erweiterung der vor- 
iährigen Ausstellung die Österreichische Galerie 
mit dem Österreichischen Museum für angewandte 
Kunst gemeinsam in der Schloßbibliathek eine 
Ausstellung zur bildenden und angewandten Kunst 
des Historismus gestalten. Die Schloßkapelle soll 
restauriert und zur Besichtigung freigegeben 
werden, wobei der aus der Kapelle stammende und 
derzeit im Museum der Stadt Krems aufgestellte 
Flügelaltar aus dem Jahr 1491 wieder im Schloß 
aufgebaut wird. 
Die Ausstellung 1971 „Grafenegg und der Schloß- 
bau der Romantik" erregte beim Publikum großes 
Interesse. So konnten vom 15. Mai bis 1. November 
vorigen Jahres rund 10.000 Besucher gezählt werden. 
Lepold Netopil 
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Hermine Heller, Handzeichnungen Hermann 
Heller, Strukturen in Anatomie und Land- 
schaft, Rudolf-Habelt-Verlag, Bonn, 1970. 
Werksbetrachtung und Analyse eines 
Künstlers. 
Das Buch, das eine Veröffentlichung im Rahmen 
der Reihe „Aus Forschung und Kunst" des 
Geschichtsverbandes für Kärnten ist, teilt sich in 
einen Text- und einen Bildteil. Die von der Tochter 
des bis in das hohe Alter von 77 Jahren als 
Lehrer tätigen Anatomen und Künstlers geschriebene 
Betrachtung unterscheidet sich grundlegend van 
vielen ähnlichen Untersuchungen, die nur zu leicht 
ins sentimental Persönliche abgleiten. Hier ist 
eine übersichtliche und vom Wissen um die Materie 
getragene Erfassung des Werkes gegeben, ohne 
die persönliche Wärme dabei gänzlich vermissen 
zu lassen. Sofort in die fachliche Auseinander- 
setzung mit dem Schaffen Hellers eingehend, 
werden die Wurzeln aufgezeigt, wird auf die 
frühen Landschaftsstudien aus dem Mittelmeerraum 
eingegangen und die Verbindung von Leben und 
Werk deutlich gemacht. Die Zusammenhänge 
mit der Zeit werden sehr plastisch herausgearbeitet, 
und dabei werden auch die zahlreichen Korre- 
spondenzen Hermann Hellers erwähnt. Allein aus 
den wenigen angeführten Schriftstücken ersteht 
schon neben Fachlichem und Persönlichem ein alle 
Gebiete und besonders die geistige Situation 
erfassendes Zeitkolorit, so daß man den Wunsch 
nach einer Veröffentlichung dieser Briefe nicht 
unterdrücken kann; liegt doch die Vermutung nahe, 
daß in ihnen Wesentliches über eine Epoche und 
ihre Wende ausgesagt ist. 
Die Analysen der Landschaftszeichnungen sind sehr 
treffend, und einige Wiedergaben im Bildteil 
bestätigen den Text. Eingehend wird dann über 
den bei Schroll, Wien, erschienenen Band über 
Mimik von Hermann Heller und den von Heller 
geschaffenen Mimikmasken referiert. Es folgt eine 
Betrachtung der anatomischen Werke über Mensd-i 
und Tier, die vielen Kunststudenten ein Begriff 
geworden sind, weiters über die Partrötgraphik 
Hellers und seine späten Landschaftszeichnungen. 
Besonders die letzteren zeigen eine künstlerische 
Ausgeprägtheit und Zeitlosigkeit, die uns bei 
allen Meistern des Strichs bewußt wird. Es ist daher 
sicher kein Zufall, daß gerade aus diesem 
Arbeitsgebiet des Graphikers - dessen Zeichnungen 
vorsichtig auf 3000 bis 4000 Stück geschätzt 
werden - viele Werke den We in den öffentlichen 
Besitz (Albertina, Kupferstichkabinett der Akademie 
der bildenden Künste, Wien, Museum der Stadt 
Wien u. a.) gefunden haben. Die 45 Bildtafeln mit 
genauen Angaben ergänzen den Band sehr 
glücklich. Alois Vogel 
Richard Wolf, Die Welt der Netsuke. 
Einführung für Sammler und Liebhaber. 
F.-A.-Brockhaus-Verlag, Wiesbaden. 
207 Seiten mit 72 Abb., Ganzleinen, DM 27.-. 
Einführungsband in spezielles ostasiatisches 
Sammelgebiet. 
1905 war bei F. A. Brockhaus in Leipzig eines der 
Standardwerke über Netsuke erschienen: 
A. Brockhaus, Netsuke, Versuch einer Geschichte 
der iapanischen Schnitzkunst, 2. Auflage 1909, 
3. Auflage 1724. 1970 legte derselbe Verlag, heute 
in Wiesbaden, erneut eine Arbeit zum Thema 
Netsuke vor, freilich in einem viel bescheideneren 
Rahmen als Einführung für Sammler und Liebhaber. 
R. Wolf will damit keine Zusammenfassung 
von neuen Forschungsergebnissen präsentieren, 
sondern vielmehr „die Wege der vielschichtigen 
Problematik dieser Kunstgattung auf dem 
Hintergrund iapanischer Denk- und Erlebnisweisen 
deutlich machen." 
Die kurzen, auf wesentliche Angaben beschränkten 
Kapitel befassen sich mit der Funktion, dem 
Ursprung und der Entwicklung, mit den 
verschiedenen Formen und Typen, den Materialien 
und Techniken sowie mit den Schulen, Kiinsll 
und Signaturen. Ein eigener Abschnitt ist der 
Sammeln gewidmet. Der Bildteil, der ausschl 
Beispiele aus der umfangreichen Kollektion t 
Verfassers vorstellt, bringt eine instruktive A 
typischer Motive, gegliedert nach Religion, l 
Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt usw., wol 
in den Bilderläuterungen der zu der Beschäf 
mit Netsuke unerläßliche ikonographische G 
eingehend behandelt wird. Da das Buch bev. 
nicht als Handbuch und Nachschlagewerk 
konzipiert ist, darf über das Fehlen eines 
Signaturverzeichnisses wenigstens der wichti 
Künstler hinweggesehen werden, um so meh 
da eine knappe Bibliographie den Zugang fi 
den weiter Interessierten erleichtert. 
Der Absicht „Wege zu zeigen, die zum Ertas 
und Verstehen dieser Kunst beitragen", wirc 
Autor durchaus gerecht, und seine einführen 
Darstellung bietet sicher genügend Anregung 
sich diesem Sammelgebiet zuzuwenden. 
Her 
Y 
Johann Christian Brand (1722-1795) 
Wer besitzt authentische Werke dieses ästei 
chischen Barack-Landschaftsmalers? Zuschrif 
erbeten für ausschließlich wissenschaftliche 
(Dissertation) an Sylvia Hofstätter, 1010 Wir 
Reichsratsstraße 7 (Tel. 42 03 00). 
Bildnachweis: 
(Seitenangabe in Ziffern): 
A. C. L. Bruxelles, 21 - Graphische Sammlu 
Albertina, Wien, 49 - H. Asenbaum, Wien, 
51 - P. Baum, Wien, 45 - C. Bednarczyk, V 
51 - Beethovenhaus, Baden, 47 - Bildhaur 
symposion Lindabrunn, 47 - Bildhauersymp 
Mauthausen, 47 - Bildarchiv Österreichisch 
Nationalbibliothek, Wien, 2, 7, 21 - Bundes 
malamt, Wien, 6 - Archiv L. Christanell, W 
43 - Christie's, London, 50, 51 - Archiv 
Dorotheum, Wien, 50, 51 - Galerie Basilisk 
Wien, 45 -- Kleine Galerie, Wien, 45 - Kle 
Galerie am Hauptplatz, Baden, 47 - Neue 
Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 
47 - Galerie Quellenhof, Tatzmannsdorf, 4] 
Galerie an der Stadtmauer, Villach, 47 - G 
Stubhann, Salzburg, 47 -- Galerie im Taxis; 
Innsbruck, 47 - Galerie Wittmann, Wien, Ti 
47 - J. Hampl, Prag, 27, 29, 31 - R. Hofstät 
Wien, 50 - Dr. W. Hofstätter, Wien, 51 - 
Villacher Kongreßhaus, 47 - H. Klewan, Wi 
50 -- Künstlerhaus, Wien, 45 - Kunsthaus a 
Museum, Köln, 51 - Archiv B. S. Lipka, Wie 
42 - Los Angeles Caunty Musem of Art, 49 
H. Mayr, Wien, 41 - Moravska Galerie, Bri 
8-19 - Museum des 20. Jahrhunderts, Wiel 
45 - Niederösterreichische Landesregierung 
Pressedienst, Wien, Frontispiz, 3-5, B - 
Usterreidiische Galerie, Wien, 49 - Ostern 
Museum für angewandte Kunst (E. Ritter), Vl 
22-25, 45, 49 - C. Pangracz, Wien, 43 - 
Bibliotheque Royale, Bruxelles, 20 - O. Sat 
Venedig, 49 - Wiener Secession, 45 - Satt 
London, 51 - Städtische Galerie, München, 
45 - Zentralsparkasse, Wien, Osterreichiscl 
Kulturinstitut, Warschau, 45.
	        

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