MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XVII (1972 / Heft 121)

Hans Bisanz 
Ein neuerworbenes 
Frühwerk von Hans Makart 
im Historischen Museum 
der Stadt Wien 
Hans Bisanz 
Ein neuerworbenes 
Frühwerk von Hans Makart 
im Historischen Museum 
der Stadt Wien 
A ' .l v "(Jul- 
222.192. 
Ende 1968 hat das Historische Museum der 
Wien das 1861-1862 gemalte Historienbild , 
penheims Tod" von Hans Makart (Abb. 1 
dönischem Privatbesitz erworben. Das B114 
fand sich früher einmal in der Sammlung 
bertshof in Potsdam und ging 1934 bei Aufli 
dieser Sammlung' in Potsdamer Privatl 
über. 1945 gelangte es in den Kunsthc 
Das Bild war im vorigen Jahrhundert minds 
zweimal in Wien ausgestellt: 1878 in der 
stellung des Österreichischen Kunstvereins 
1885 in der Makart-Ausstellung des Kür 
hauses. lm Katalog von 1885 wird als E 
tümer des Bildes Theodor Freiherr von D 
angegeben. Die angeführten Maße (108x14 
stimmen mit den ietzt abgenommenen (' 
147 cm) fast überein, während eine angel 
Signatur und Datierung „1861" am Objekt 
auffindbar ist. Gerade in dieser Hinsicht ist 
iener Katalog nicht ganz zuverlässigt. Von 
etwa signierten und datierten Replik ist il 
Literatur nirgends die Rede '. 
Statt „Pappenheims Tod" liest man manr 
auch: „Tilly, bei Mondschein über das Sch 
feld van Lützen reitend, findet den verwi 
ten Pappenheim" oder auch nur: „Tilly 
dem Schlachtfeld von Lützen". Der letzte 
ist, rein historisch gesehen, der schlechteste, 
da nur noch von Tilly die Rede ist, der in ' 
lichkeit zur Zeit der Schlacht bei Lützen (l 
1632) nicht mehr am Leben war. Makar 
übersehen, daß Johann Tserklaes Graf 
der „Heilige im Harnisch", schon am 5. 
1632 bei Rain am Lech tödlich verwundet 
den war und am 30. April 1632 in lngo 
gestorben ist. 
Der Titel „Pappenheims Tod" ist auch v 
ziehen, weil Pappenheim im Bild dominier 
weil Makart selbst diesen Namen in e 
Brief aus München an die Baronin S1 
Täuber-Stockart in Wiens bevorzugt:„...l 
ietzigen Arbeiten (Dezember 1861) sind 
eben die lustigsten, da ich wieder an den 
schon langweiligen Bilde von Pappenheim 
um es zu verbessern..." - Aus einem am 
Brief an jene Dame (28. 8. 1862) geht hr 
daß Makart das Bild noch im Atelier s 
Lehrers Piloty kurz vor seiner Abreise 
London und Paris (schon an Dreifus?) verkal 
Für die Gesichter seiner Dargestellten hat 
kart sicher ältere Portrötvorlagen benützt. 
Pappenheim ist durchaus mit einem bei Bal 
Moncornet herausgegebenen Stich (Abb. 31 
gleichbarf, aber auch der im Schatten schi 
erkennbare Tilly weist Ähnlichkeiten mit 
genössischen Porträts, etwa einem Stich 
Lucas Kilian (Abb. 2)', auf. Bestimmt ist lin 
Bild nicht etwa der historisch vertretbare Wr 
stein gemeint, der nach dem Tod Tillys w 
Oberbefehlshaber wurde, weil der um 22 . 
iüngere Wallenstein in Porträts mit dur 
Haar und Bart dargestellt ist. 
Außerdem hatte Makart Wallenstein au: 
Bild von Piloty „Seni an der Leiche W: 
steins" (Abb. 4) vor Augen. Dieses 1855 eni 
dene Erfolgsstück, ,das Piloty die Ernen 
zum Münchner Akademieprofessor einbrc 
hat Makart sich offensichtlich zum Vorbilr 
nommen. Er hat (freiwillig oder im Au 
seines Lehrers) eine Szene aus dem von I 
mehrfach behandelten Dreißigjährigen Krieg 
warfen, die über das Gegenständliche h 
auch in den Grundzügen der Komposition 
Vorbild folgt. Die Anordnungen der Fig 
und die Formen der ihnen unterlegten Drap 
zeigen Entsprechungen, ebenso die Unter: 
dungen zwischen dem frei Überragenden 
und dem Untergesunkenen rechts. Über Wc 
 
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