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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVII (1972 / Heft 122)

30. 31 x 22 cm 
ono rammist l P, Kreuzigung. SalzburglPassau, 
115 O. Bein-Relief, Dchm. 3,5 cm. 
rristoph Angermair, Konzert der Musen. Re- 
f an dem 1618-1624 für Kurfürst Maximi- 
n l. ausgeführten Münzschrein. Reliefgröße 
x 12,8 cm 
(urigen 1-1O 
die Varkriegsaufstellung der 
724 von Rudolf Berliner besorgt worden war, vgl. 
i Bericht in: Museumskunde, Bd. XVll, 1924, 
ff 
f Berliner, Die Bildwerke in Elfenbein, Knadien, 
- und Steinbodihorn, Kataloge des ladverisdien 
rialmuseums, Bd. xlll, 4, Augsburg 1926. - lrn 
iden zitiert: kbi. Berliner. 
die Erwerbungsberichte des Bayerischen Ndrid- 
seurns im Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 
ilge, lad. xv, 1964, s. 227, - Bd. xvlll, 1967, 
s - Bd. xx, 1969, s. 251, - Bd. xxl, im, s. 207. 
el Grünwald, cllfiStüpll Angermair, Studien zu 
und Werk des Elfenbeinschnitzers und Bildhauers. 
München 1971. Erscheint demnächst als Band v der 
Münchner Kunsthistorische Abhandlungen. 
lerliner, Nr. 124. 
Th. Müller, Frühe Beispiele der Retrospektive in 
leutschen Plastik. Bayer. Akademie der Wissen- 
en, Philas.-histar. Klasse, Sitzungsberichte, Jtig. 
H. 1, s. 22. - Zum Werk des Monagrommisten I. F. 
r ein Medaillanrelief CIUS Bein mit der Darstellung 
Kreuzigung (Dchm. 3,5 cm), das bisher G15 rrltdlierl, 
16. Jahrhundert" galt (Abb. 3, vgl. Kdi. Berli- 
lr. 10a). Als Vergleichsbeispiele sind zu nennen, 
lreuzigungsreliefs im Herzog-Anton-Ulrich-Museum 
Iunschweig (vgl. E. F. Bange, Die Kleinplastik der 
tien Renaissance irl Holz und Stein, München 
Tafel so) und in Privatbesitz Reni io. Kurz, A 
or of the Danube seliddl. The Burlington Magazine 
im, s. 217 l. Abb. 41 sowie zwei Reliefs der Be- 
rig Christi - eines davon mit MOHOQTGITIITI I. P. 
r Eremitage in Leningrad (M. Liebmann, Relefy 
grclmmlsta l P i ega sirblv v Eremitclie, 
zeniid gosudurstvennogo Ermitaia, XXIV, 
1963, S. 2711.). 
rglelenen der Branzetürklapfer aus Kirchheim van 
i eerlidrd, A. Feulner u. Tli. Müller, Geschichte der 
iien Plastik, München 1953, Abb. 379. s 
Berliner, Nr. 134. - Th. Müller u. A. Schädler, 
i Petel 1601-1634, Ausstellungskatulag München 
Nr. 11 - E. Grünenwald, Leonhard Kern, Schwä- 
Hall 1969, s. so. - L. L. Meiler, zur Frühzeit 
Grd Kerns. Pantheon 2a, 197a, s. 39 n. 
lerliner, Nr. 129, Nr. 359. 
lrim. 1- Fetel-Katalog,1964, Nr. 1. 
Elfenbeinsammlung, 
Lenin- 
4 
M. Grünwalds' verdanken wir die Kenntnis, 
daß Angermair auch große Holzfiguren ge- 
schnitzt hat, die stilistisch freilich mehr an der 
Holzplastik seiner Heimatstadt Weilheim orien- 
tiert sind. - Das Hauptwerk, der Münzschreins, 
entstanden zwischen 1618 und 1624 im Auftrag 
Maximilians für dessen Gemahlin Elisabeth Re- 
nate von Lothringen, zeigt in Freifiguren und 
Reliefs ein wohl van Maximilian selbst entwar- 
fenes gelehrtes Programm, dessen Darstellungen 
sich auf Numismatik, römische Geschichte, die 
Verherrlichung der Musik und der Herrscher- 
würde beziehen. Die unerreichte Virtuosität der 
bei geöffneten Flügeln sichtbaren Reliefs (Ab- 
bildung 4), die die Musik zum Thema haben, 
veranlaßte eine zeitgenössische Kunstkammis- 
sion, der auch Peter Candid angehörte, zu der 
Äußerung, „daß sie wol dergleichen fleissige 
Arbait in Italic, von Bassorilevo aber so hoch 
erhebt niemals gesehen". Der malerische Cha- 
rakter dieser Reliefs ist evident, sie sind gleich- 
sam Umsetzungen zeitgenössischer Gemälde, et- 
wa in der Art Rottenhammers ins Dreidimen- 
sionale. Dazu ist noch ein retrospektives Mo- 
ment zu vermerken: Die Wiedergabe des Bau- 
mes auf dem Musenrelief zeigt eine verblüffende 
Ähnlichkeit mit der des Sündenfallreliefs im 
Schloßmuseum Gotha von dem in Salzburg bzw. 
Passau im frühen 16. Jahrhundert tätigen Mono- 
grammisten l. Ff. Mit den Fratzenköpfen des 
Münzschreins stimmen Angermairs Satyrköpfe 
(Abb. 2), die als Geweihhalter dienten, im Dar- 
stellungstypus überein, erscheinen iedoch mo- 
numentaler, vehementer und kraftvoller in der 
Modellierung, näher dem Vorbild Hubert Ger- 
hard'. Als ein Spötwerk Angermairs sehe ich 
das Relief des hl. Hieronymus an, das früher 
u. a. als Arbeit Petels, aber auch Leonhard Kerns 
galt". Formale Analogien finden sich bei dem 
signierten Golgatharelief von 1631 in der Schatz- 
kammer des Münchner Residenzmuseums und 
bei dem 1632 datierten, voll bezeichneten Relief 
der Heiligen Familie im Bayerischen National- 
museumq. 
Die Grenzen dieser Münchner Hafkunst des 
frühen 17. Jahrhunderts übersteigt dann der 
gleichfalls in Weilheim gebürtige Georg Petel 
(160112-1634], der in seinen Wanderiahren in 
Rom „seine Manier sowol nach denen Antichen 
als Modernen eingerichtet", dann in Genua als 
Meister unvergleichlicher Elfenbeinkruzifixe be- 
rühmt wurde, in Antwerpen ein familiäres Ver- 
höltnis zu Peter Paul Rubens fand, für dessen 
Sammlung er nie mehr übertroffene Elfenbein- 
arbeiten wie das Stockhalmer Salzfaß schuf. 
1625 ließ sich Petel in Augsburg nieder. Wohl 
während der Geselleniahre vor 1620 in Mün- 
chen bei Angermair entstand der kleine Kruzi- 
fixus, der an der Rückseite Petels Manogramm 
l. P. F. trägt". Dieses etwas befangene und 
wenig differenzierte Jugendwerk ist stilistisch 
Angermair verpflichtet. Aus der ersten Augsbur- 
3
	        

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