MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XVII (1972 / Heft 123)

VEFlGOLDUNG 
und Restaurierung von 
profaner + sakraler Kunst 
und Kunsthandwerk 
KUNSTHANDEL 
Skulpturen und Bilder. 
Möbel und Rahmen sowie 
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Herstellung in erstklassiger Qualität 
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 WIEN 1, Spiegelgasse 25 - Telefon 52 30773 
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Österreichische Zwanziger Jahre: 
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lmpressionisten Bauhaus, 
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ANTIQUITATEN 
Wien l, Dorotheergasse 12 - Tel. 524248 
 
Marrnorskulptur, Cicero (?) 
1. Haltte 2. Jahrhundert 
l-ur den Kunstsammler 
Neue Aktualität: 
Hans Makart und der Historismus 
Es ist interessant zu beobachten, wie sehr moderne 
Erscheinungen und der größere Zeitabstand heute 
das späte 19. Jahrhundert aktualisieren. Eine 
Epoche, deren Kunst bisher von einer 
moralisierenden Ästhetik als modisch, oberflächlich, 
dekadent und „nur dekorativ" abgetan worden ist, 
interessiert uns heute in ihrer Gesamtheit. Man 
fragt sich etwa, warum die genialen Operetten von 
Johann Strauß als zu leichte Kost keinen Eingang 
in das Repertoire der Opernhäuser gefunden haben. 
Man erkennt diesen Akt der europäischen Dekadenz 
aus seinem tragischen, totgeweihten Wesen, auch 
wenn seine Kunst flimmert und tanzt. Indem wir uns 
von ihr gelöst haben, ihr nicht mehr sentimental 
angehören oder ihr abwehrend gegenüberstehen, 
finden wir zu einer neuen, trockeneren Inter- 
pretation. Sie wird uns somit dem Rokoko verwandt, 
das - ähnlich tragisch scherzend - den Untergang 
Venedigs und der europäischen Feudalwelt der 
zahllosen deutschen Residenzen spiegelt. 
Die Makart-Ausstellung der Kunsthalle von Baden- 
Baden im Sommer 1972 stand im Zeichen der neuen 
Aktualität. Die Inszenierung und Interpretation auf 
dieser Ausstellung stand allerdings noch im Zeichen 
der inneren Unsicherheit der älteren Generation 
vor den Phänomenen dieser Epoche. Die verbale 
Polemik einer säkularen Auseinandersetzung 
spiegelte sich zu stark im Katalog und in der 
Darbietung. Die Unternehmung wurde somit 
geistig nur ein unfreies Produkt des Gestrigen. Die 
Kunst Makarts absolut darzubieten, ist nicht 
gelungen. 
Vor dem grandiosen Schaustück des Kolossal- 
gemäldes „Venedig huldigt der Katharina Cornaro" 
wurde uns bewußt, wie sehr diese historisierende 
Wiederbelebung der Kunst Veroneses echte Neu- 
Schöpfung, ia Gleichwerties bedeutet. Dies in 
nicht minderem Maße, als es im 1B. Jahrhundert in 
der Neuschöpfung der Kunst Veroneses durch die 
Malerei Tiepolos der Fall war. Kunst der Dekadenz 
in den drei europäischen Akten des Manierismus, 
des Rokoko und der Makart-Zeit. Wie weit die 
makortsche Phantasie „luetische", paranoide Züge 
trägt - wie man ihr verwirft - wer mag das 
entscheiden! In unserer heutigen Welle einer 
ähnlichen Spätkultur werden spätere Zeiten 
vielleicht hinter manchen Schöpfungen der Kunst die 
Wirkung der Droge erkennen wollen. 
Die breit anlaufende Erforschung der Gründerzeit, 
ihrer Architektur, Malerei und Plastik, ihre kultur- 
historischen Grundlagen in einer neuen Weltkunst 
der ersten großen Weltausstellungen, wird in den 
kommenden Jahren bedeutende Impulse für Museen 
und Privatsammler in aller Welt geben. Sie wird 
uns diese Zeit der Urgroßväter in ein neues 
Bewußtsein rücken. 
Kurt Rossacher 
Ü 
Wien, Wertgalerie wurde eröffnet 
Eine neue Galerie wurde Ende Juni eröffnet, die 
Künstlern des ln- und Auslandes ottenstehen soll 
und die betont, daß es vor allem keinen Unterschied 
bei der Begegnung von Künstlern aus West und Ost 
geben wird. Nicht unbedingt neu, iedoch hervor- 
hebenswert aus der üblichen Galerie-Programrnatik 
das Vorhaben, den Schatfensprazeß prominenter 
Künstler durch Themenvorschläge zu beeinflussen. 
Hans Wertitsch, der der Galerie vorsteht, 
versammelte in der Eräffnungsausstellung Werke 
zahlreicher prominenter Künstler, u. a. von Böckl, 
Brauer, Delvaux, Flora, Frohner, Fronius, Hundert- 
Wasser, Klimt, Kokoschko, Moldovon, Rainer, 
Schiele, die ausnahmslos als kostbar behütete 
Unikate gelten. n 
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